Oktober 16

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Die 3 Phasen auf dem Weg zu wahrer Größe (und 13 Ressourcen, um diesen Weg zu meistern)

Die 3 Phasen der Meisterschaft

Letztens kam ein Handwerker zu mir.

Ein echter „Meister seines Fachs“ – das sagte er.

Ich gab ihm eine leichte Aufgabe: Er sollte die Gardinenstange aufhängen.

3 Stunden, 10 Löcher und eine kaputte Gardinenstange später war der Handwerker immer noch nicht fertig.

Also musste ich ran.

Ich nahm die Gardinenstange, rammte sie ihm in den Hintern und hing ihn als Fahne auf meinem Dach auf.

Jetzt hängt er da als Warnung an alle Menschen, die sich selbst als „Meister“ bezeichnent, aber nichts können.

Natürlich ist diese Geschichte nicht wahr.

Die Wahrheit ist: Der Handwerker liegt bei mir geknebelt im Keller.

Spaß beiseite.

Wie du siehst, ist es sehr gefährlich, wenn man noch kein Meister ist, sich aber „Experte“ nennt.

Das kann in den Hintern los gehen.

Deshalb verrate ich dir hier die Phasen, die du durchlaufen musst, um ein Meister zu werden, in dem was du tust. Um wahre Göße in deiner Kunst zu erreichen.

Überspringe keine der Phasen. Und höre nicht bei Phase 2 auf.

Diese Ratschläge gelten speziell fürs Bloggen. Aber du wirst merken, sie lassen sich auch auf alle anderen kreativen Jobs ausweiten.

Vorhang auf.

Phase 1: Beobachten (Dauer: Nicht mehr als 6 Monate)

Das nennt man auch die Lehrphase.

Wir alle kennen es von den Handwerkslehrlingen. Zu Beginn stehen sie einfach nur daneben und haben den Mund offen.

So war es auch bei mir, als ich meinem Vater beim hämmern zusah. Dabei fühlte ich mich so sinnvoll wie eine Wachsfigur bei Madame Tussauds.

Wirklich helfen können Menschen in diesem Stadium nicht, da sie noch keine Ahnung haben und nichtmal die Basics beherrschen.

Das ist beim Bloggen nicht anders.

Zu Beginn hat man keine Ahnung von Technik, Schreibstil, Marketing und Publikums-Business.

In dieser Phase beobachtet man.

Man konsumiert viel.

Sehr viel.

Abraham Lincoln sagte schon:

„Wenn ich acht Stunden Zeit hätte um einen Baum zu fällen, würde ich sechs Stunden die Axt schleifen.“

Diese Lehrphase ist die Phase, in der man seine Säge schärft.

Dumm wäre es, mit einer stumpfen Säge, also ohne Basiswissen, einfach loszulegen.

Aber Achtung: Viele Blogger sind in dieser Phase jahrelang gefangen.

Diese Phase des Beobachtens sollte nicht länger als 6 Monate dauern. Sonst besteht die Gefahr, dass du nie ins Tun kommst.

„Paralysis by analysis“ nennen das die Amerikaner. Du analysierst und planst so viel, dass du nach 350 Jahren den ersten Blogartikel schreibst – und dann wieder löschst.

Spätestens nach 6 Monaten Planung und Konsum solltest du deinen ersten Artikel veröffentlichen.

Hier gilt dann die Devise von Nike: Just do it.

3 Ressourcen für Blogger, die am Anfang stehen:

Hier habe ich 3 Ressourchen für alle Blogger, die gerade in der Lehrphase sind:

1. Blog erstellen

So erstellst du in 5 Minuten einen eigenen Blog. Ohne Vorkenntnisse.

2. Einen Plan entwickeln

Der ultimative Blogging-Masterplan zu deinen ersten 1.000 €

3. Die richtigen Tools finden

Hier findest du eine Übersicht der wichtigsten Tools für Blogger.

4. Das richtige Mindest

Blogger werden – 5 Fragen, die du dir stellen solltest

 

Phase 2: Aneignen (Bis zu 2 Jahre)

Das ist die Praxis-Phase.

Nachdem der Handwerkslehrling genug zugeguckt hat, darf er auch mal den Hammer halten.

In dieser Phase hat er nur eine Aufgabe: nachmachen.

Er kopiert die Technik seines Meisters, schraubt und bohrt genau so, wie er es gelernt hat.

Er darf nicht von den Regeln abweichen!

So ist auch die Praxisphase beim Bloggen: Du ahmst nach. Du kopierst. Du lernst von anderen Bloggern, Ratgebern und setzt die Tipps um.

In der Tat lernt man das Schreiben sehr effektiv, wenn man einfach die Texte großer Texter abschreibt und analysiert.

Benjamin Franklin, einer der größten Literaten Amerikas, lernte so das Schreiben. Er las einen erstklassigen Artikel in einer Zeitschrift, schrieb sich die Kernpunkte heraus und gab dann den Inhalt mit eigenen Worten wieder.

Danach verglich er, was er anders gesagt hatte als sein Vorbild. Vor allem fragte er sich, warum das Original besser war als seine Schöpfung.

Dieses direkte Vergleichen und Nachahmen machte ihn innerhalb kürzester Zeit zu einem unglaublich guten Schreiber und Denker.

Beim Bloggen heißt das: Lerne von den erfolgreichen Bloggern. Aber vor allem heißt das auch: Setze Gelerntes schnell um und hole dir Feedback.

Ohne einen Mentor erfährst du nur durch „Trial and Error“, ob du auf dem richtigen Weg bist. Deshalb brauchst du gerade in dieser Phase einen Mentor.

Wenn du möchtest, dass ich dein Mentor werde, dann werde Mitglied im Schreibclan.

8 Ressourcen für fortgeschrittene Blogger:

1) Schreibtipps

Die 43 besten Schreibtipps aller Zeiten

2) Überschriften

So schreibst du eine großartige Überschrift, ohne zu hypen

3) Von den Großen lernen

30 Schreibtipps von Stephen King, die dich zu einem schrecklich guten Autor machen

4) E-Mail-Liste aufbauen

30 Methoden, um deine E-Mail-Liste aufzubauen

So schreibst du einen Newsletter, der gelesen, geöffnet und geklickt wird

5) Google Ranking verbessern

Der ultimative SEO-Kurs für Blogger, die Besucher bekommen wollen, während sie schlafen

6) Not-to-Do-List

50 Dinge, die Blogger nicht mehr tun sollten

7) Blogartikel beenden

Wie du ein geniales Ende für deinen Blogartikel schreibst

8) Facebook-Marketing

12 wertvolle Tipps für garantierten Erfolg (Björn Tantau)

9) Schneller schreiben

Mit diesem Wissen wirst du schneller schreiben als jemals zuvor

 

Phase 3: Experimentieren (Dauer: ca. 10 Jahre)

Das ist die Phase der Meisterschaft.

Verschiedene Untersuchungen sind auf die 10-Jahres-Regel gestoßen. Gemäß dieser Regel braucht man etwa 10 Jahre, um eine Sache wirklich gut zu machen – sei es Golf, Schach oder das Bloggen.

Alle großartigen Dinge im Leben erlernt man schnell, doch man meistert sie nur nach Jahrzehnten.

Leider denken ganz viele Blogger schon nach 2 Jahren, dass sie Meister ihres Fachs sind.

Leider.

Meisterschaft erlangt man nicht. Meisterschaft erstrebt man.

Es ist praktisch eine unendliche Reise der Sonne entgegen. Du wirst die Sonne nie erreichen, aber allein die Reise dorthin macht dich besser. Allein die Tatsache, dass du der Sonne näher kommst als andere, macht dich zum Experten.

Dieses Gefühl des „Nichterreichens“ ist extrem wichtig. Wenn du nämlich denkst, dass du dein Ziel erreicht hast, dann lässt du nach. Du hörst auf zu schreiben. Du hörst auf, dir Mühe zu geben.

Du bist wie der berühmte Hase, der mit Mädchen flirtete anstatt sein Rennen zu laufen. Am Ende überholte ihn die Schildkröte.

Was unterscheidet diese Phase von der Praxis-Phase?

In der Praxis-Phase hältst du dich an die Regeln. An die „Best Practices“ deiner Branche.

In der Meisterphase brichst du die Regeln. Du beherrschst die Regeln schon so gut, dass du deine eigenen erfindest. Hier beginnt das wahrharft kreative Schreiben.

Learn the rules. Break the rules.
– Pablo Picasso

Du experimentierst, du entwickelst deinen eigenen Stil. Du findest deine Schreibstimme.

Der Weg zur Meisterschaft ist mit Fehlern gepflastert – denn nur, wenn du Fehler machst und aus der Komfortzone des Erlernten ausbrichst, wirst ein Meister deines Fachs.

# Lesetipp: 10 Gründe, warum ich schlechte Texte schreibe

2 Ressourcen für Blogger, die auf dem Weg zur Meisterschaft sind:

1) Schreibstimme

Wie du deine Schreibstimme findest und warum sie so wichtig ist

2) Schreibstil

So entwickelst du einen zeitlosen Schreibstil

Du siehst: Es gibt wenig Ressourcen, die dich zur Meisterschaft führen können.

Denn Meisterschaft liegt gerade darin, dass man den schmalen Pfad nimmt – nicht den breiten.

Meisterschaft erlangt man, wenn man sich an die Lebensweisheit von Steve Jobs hält:

„Der einzige Weg, um großartige Arbeit zu vollbringen, ist zu lieben, was du tust. Wenn du es noch nicht gefunden hast, dann suche weiter – gib dich nicht vorher zufrieden.“

In diesem Sinne:

Schreib großartig, sei großartig,

Dein Walter

Call to Action

In welcher Phase bist du gerade und wobei brauchst du Hilfe?

Schreibe es in die Kommentare.

Ich helfe, wo ich kann.


  • Moin Walter,
    ich bin in Phase 2. Und sie macht viel Spaß. Selbstorganisation ist noch ein akutes Thema für mich. Habe mir einen Tagesplan gemacht und Zeiten für Schreiben, Kreatives, Marketing, Administratives festgelegt. Das hilft gut beim Inhalte-Produzieren und Fokussieren.
    Habe mich von dabei von deinem CCC inspirieren lassen: Create – Connect – Consume 🙂
    Was ich bräuchte? Mehr Tageszeit. Um alles zu schaffen.
    Liebe Grüße schickt Dani

    • Hi Dani,

      Deinen Tag verlängern kann ichleider nicht, aber ich kann dir das Buch von Gary Keller empfehlen: The One Thing. Das ist eins der besten Bücher zum Thema „Mehr schaffen“ und Produktivität.

      LG, Walter

  • Lieber Walter,

    ich bin in Phase 2 und froh, nicht mit einer Gardinenstange im Hintern auf einem Dach zu hängen.

    Du begleitest mich seit meinen Anfängen und ich fühle mich noch immer in guten Händen bei dir. Dein Artikel gibt mir wieder das Gefühl der Zuversicht, da du schreibst, dass die Phase des Aneignens ungefähr 2 Jahre dauern kann.

    Ich schreibe meinen Blog jetzt seit anderthalb Jahren und ich habe keine Lust, mir Druck zu machen.Das Vergleichen mit anderen Bloggern und das Lesen anderer Ratgeber macht das manchmal schwer, aber dank diesem Post von dir entspanne ich mich wieder und genieße das Lernen und Wachsen.

    Schließlich geht es doch auch hauptsächlich darum. Den Weg zu genießen und unser Leben mit dem Bloggen zu bereichern.

    Uns allen ein frohes Bloggen und Wachsen,
    liebe Grüße aus Paris
    Elisa

  • Hallo Walter,
    ich befinde mich in Phase 1 Teil 3. Ich finde, eine sehr kleinteilige, technische Phase. Eine zum Abarbeiten (aber auch lernen.)
    Ich baue am Fundament (Website/E-Mail bzw. Newsletter… Tools einbinden/Bilder-Templates). Ich mache alles, was man tun kann, um sich die Arbeit später zu erleichtern. Das macht mich sehr ungeduldig. Aber ich halte es für notwendig, um den Überblick zu behalten. Auch wenn ich total Lust habe, schon einmal schnell Posts rauszuhauen. Ich beherrsche mich. Auch wenn ich vor Vorfreude fast platze, weil ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, wie es sich anfühlt, wenn der erste seine E-Mail Adresse hergibt, mir anvertraut… ich beherrsche mich.
    Und dann, wenn ich so weit bin für Phase 2, brauche ich einen Mentor. Ganz klar.
    Aber dafür muss ich vorher meine Grippe loswerden. Auch wenn meine Ungeduld mich fast killt. Ich bin froh, dass ich noch kein Meister sein muss: mein Blog wird sich immer wieder mit dem Thema Geduld befassen ☺️??
    Im und schönen Tag, Sonja

    • Hi Sonja,
      Diese Vorfreude kenne ich. Das hatte ich bei meinem neuesten Blog, den ich gestartet hatte.

      Aber wie gesagt: Pass auf, dass es nicht zu lange dauert 😉 Eines Tages muss man einfach der Perfektion in den Hintern treten und sich nach draußen wagen.

      LG, Walter

      • Deine Einleitung musste ich 3 x lesen und muss immer noch lachen.
        Eines ist sicher: höre ich jemanden sich „Meister“ nennen, denke ich an deine Gardinenstange.

        Die „Perfektion“, eine Tugend des Ingenieur-Landes Deutschland. Manchmal wirklich hinderlich.

        Danke für die Tipps.
        Ist immer schön eine Art Roadmap zu haben.

        LG, Friedrich

  • Hallo Walter,
    als ich meinen Blog startete, wollte ich zunächst nur herausfinden, ob sich Leser finden für das Themengebiet, dass ich umreiße.
    Es fanden sich welche.
    Und ich machte weiter.
    Die große Phase der Wissensaufnahme ist in meinen Augen nie vorbei, da der Mensch vom seinem Wesen her stets nach Weiterentwicklung strebt.
    Ich finde es allerdings schwieriger, auf einer eigenen Domain Leser für sich zu gewinnen, da gefühlt viel Weniger auf die Webseite aufmerksam werden. Das war mit WordPress gefühlt leichter.
    Nun geht es für mich darum, zu überlegen, wie und mit welchen Schlagwörtern ich mich positionieren will. Ich denke, wenn das für mich klar ist, hab ich die nächste Hürde geschafft.
    Bezüglich dem eigenen Schreibstil finde ich, dass es viel ausmacht, wenn man einfach sein Inneres aufs Papier schafft. Es fühlt sich dann an, als ob die Seele sprechen würde.
    Was ich bei dir sehr spannend finde, ist deine Bilsprache.
    Denke, Phase 2 trifft schon recht gut meinen aktuellen Stand der Dinge. ?

  • Holy Sh*t! ??
    Dankbarerweise durch den lieben Björn Tantau (https://goo.gl/58rjtn) auf diesen Beitrag und somit auch auf Deine Seite aufmerksam geworden.
    Befinde mich gerade in einer äusserst spannenden Neuausrichtung meiner beruflichen Aktivitäten und freue mich daher sehr auf weiteres und ebenso inspirierendes Lesefutter!
    Mille Grazie schonmal! ? Ich berichte. ?
    Bestes
    Ed

  • Hallo Walter,

    ich habe 3 Fragen, die mir auf den Nägeln brennen.

    1. Ist es in Ordnung, beim Gastbloggen den selben Gastpost bei mehreren anderen Blogs unterzubringen? Oder ist das ein Affront gegen die anderen Blogger und schlecht für die SEO? Sollte also jeder Gastpost nur bei einem einzigen Blog untergebracht werden?

    2. Ich sehe oft im Internet, dass Buttons sagen ‚Jetzt herunterladen‘ und dann noch eine Mail verschickt wird. Verarschst du deine Zielgruppe nicht etwas mit dem Button ‚Jetzt Video ansehen!‘ bei gastbloggen.de? Immerhin erwarte ich eindeutig ein startendes Video und dann steht da, ich soll in meinen Posteingang schauen. Sollten solche wichtigen Buttons nicht ehrlicher sein?

    Viele Grüße
    Robert

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