August 3

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Kreatives Schreiben: Die besten 25 Übungen für kreative Texte

Kreatives Schreiben: 25 Übungen für kreative TexteDie Anklage lautet: Totschlag.

Die Tatwaffe: Langweilige Texte.

Die Täter: 80 Prozent aller Schreiber.

Die Anklage wird nur fallen gelassen, wenn die Autoren Buße tun und eine Sache lernen: Kreatives Schreiben.

Doch was ist dieses „Kreative Schreiben“ und wie lernt man es?

Das erfährst du in diesem Artikel.

Wenn du schuldig bist im Sinne der Anklage, dann lies weiter. Wenn du unschuldig bist, dann lies auch weiter, um dich nicht strafbar zu machen.

Was ist Kreatives Schreiben?

Kreatives Schreiben beginnt dort, wo du dich traust, deinen Kopf aus der grauen Masse zu stecken. Es macht dich zu einem bunten Hund. Du wirst von einem formlosen Schwabbelmonster zu einer Gestalt mit Ecken und Kanten.

Du wirst ein Schreiber mit Gesicht.

Das unterscheidet das Kreative Schreiben von Sachtexten, Pressemitteilungen und anderen langweiligen Texten.

Unternehmenstexte sind glattpoliert, fehlerfrei und befolgen gehorsam alle Regeln.

Kreative Texte dagegen brechen die Regeln ganz bewusst. Kreatives Schreiben macht dich vom bloßen Schreiber zum Künstler.

“Learn the rules like a pro, so you can break them like an artist.”
― Pablo Picasso

# Lesetipp: 10 Gründe, warum ich schlechte Texte schreibe – und auch publiziere

25 kreative Schreibübungen gegen kotzlangweilige Texte

Die Frage ist nun: Wie kann man dieses „Kreative Schreiben“ lernen?

Durch Übung.

Sorry, es gibt keinen Aufzug zum Erfolg. Du musst die Treppen nehmen.

Und die besten 25 Übungen für Kreatives Schreiben habe ich hier für dich gesammelt.

Am besten suchst du dir eine davon aus und setzt sie sofort um.

Und zwar heute. Keine Ausreden.

WICHTIG: Poste deinen Text mit der jeweiligen Nummer in die Kommentare. Gerne auch mit Link zu deinem Blog. Du motivierst damit andere, loszuschreiben!

Legen wir los:

Übung #1: Empöre dich

Kreatives Schreiben: Empöre dich, um besser zu schreiben

Rege dich auf, sei sauer, empöre dich.

Lass dich so richtig über ein Thema aus. Lass die Sau raus – oder was sonst in dir steckt.

Du wirst merken, wie sich deine Wortwahl verändert. Wie authentisch du plötzlich schreibst und wie leicht dir das Schreiben fällt.

In diesem Zustand der Rage bist du du. In diesem Zustand schreibst du am ehrlichsten.

Übung #2: Klaue den Anfang

Der Anfang ist immer das größte Hindernis beim Kreativen Schreiben. Hör auf, stundenlang über deinen Anfang nachzudenken. Nimm einfach den Anfang eines anderen Textes und mache etwas Eigenes daraus. Nachdem der Text fertig ist, änderst du einfach den Anfang. Fertig.

Übung #3: Sprich aus, was andere verschweigen

Warum klingen so viele Texte, als hätte der Autor einen Besen im Hintern?

Warum verstellen sich Menschen, sobald sie einen Artikel schreiben? Häufig ist es der Wunsch nach „seriösem Auftreten“. Dieses höfische Getue kannst du dir sparen.

Sei menschlich, sei ehrlich und sei wie der Junge im Märchen „Des Königs neue Kleider“. Sprich es aus: „Der König ist nackt!“

So wie ich in diesem Artikel über das Freelancer werden.

Kreatives Schreiben: Mein Video zu diesem Thema ->

 

Übung #4: Schreibe nur einen Satz

Häufig blockiert uns der bloße Gedanke an den riesigen Roman oder Artikel. Dieser Berg ist so groß, dass wir ihn nicht angehen wollen.

Der Trick: Setz dich nur hin, um einen Satz zu schreiben. Sage dir selbst: „Ich schreibe nur einen Satz“. Das schaffst du.

So überlistest du dich selbst. Denn nach dem ersten Satz kannst du auch einen zweiten schreiben. Und schwups bist du schon bei einer halben Seite.

Übung #5: Erzähle nicht, zeige

Diese Regel findet ihr in allen Schreibratgebern: „Show, don’t tell.“ Der Grund ist auch klar: es ist lebensnaher. Erzähle mir nicht, dass der Fußballer „beleidigt wegging“. Sage lieber, dass er „seine Sachen packte und wegging ohne ein Wort zu sagen.“ Dass er beleidigt war, kann und soll ich mir dann denken.

Hör auf, Gefühle zu beschreiben. Beschreibe lieber, was passiert – die Gefühle ergeben sich daraus.

Aufgabe: Ersetze folgende erzählte Zustände mit „Show“:
1) Er war müde.
2) Er war wütend.
3) Sie war glücklich.

Übung #6: Schreibe eine Liebeserklärung

Schreibe eine Liebeserklärung an jemanden, den du liebst. Du wirst merken, wie sorgfältig du die Worte wählst. Wie du anfängst über die tiefe Bedeutung jedes Satzes nachzudenken. Das ist das Ziel der Übung. Du lernst, jedes Wort und jeden Satz auf die Goldwaage zu legen.

Übung #7: Schreibe ein Gedicht

Selbst wenn du Sachtexte oder Romane schreibst, so solltest du ab und zu auch Gedichte schreiben.

Warum?

Weil du auch hier lernst, nach Worten zu suchen. Die Suche nach dem richtigen Reim trainiert deinen Wortschatz und deinen kreativen Muskel.

Übung #8: Schreibe ein Manifest

Du glaubst an etwas? Du stehst für etwas? Dann schreibe es nieder. Schreibe ein Manifest.

Sei dabei mutig und vergiss, was die „Gesellschaft“ als richtig diktiert. Dies ist dein Glaubensbekenntnis. Sei wie Luther und haue deine Thesen raus.

Reale Beispiele:

The Writers Manifesto
Das Manifest eines Träumers
The Rules of the NerdFitness-Rebellion

Übung #9: Verändere Werbung

Suche dir eine aktuelle Werbung aus einer Zeitschrift, Zeitung oder von einer Litfaßsäule. Schreibe sie um. Ändere die Überschrift, ändere die Botschaft, ändere die Wortwahl.

Tobe dich aus – als seist du der Chef einer großen New Yorker Werbeagentur.

Alles ist erlaubt.

Übung #10: Du hast nur 3 Wörter

Eine gute Übung, um den kreativen Schreibmuskel zu trainieren ist folgende: Fasse einen Film mit drei Worten zusammen.

Beispiel für den Kriegsfilm „Der Soldat James Ryan“: Schießen, finden, sterben.

Diese Übung ist besonders für die Autoren gut, die Schwierigkeiten haben, sich kurz zu fassen.

Als weitere Idee kannst du auch deinen Tag oder dein Leben mit nur 3 Wörtern zusammenfassen: Essen, schreiben, schlafen.

Übung #11: Schreibe eine Kurzgeschichte

Blogger müssen auch gute Geschichtenerzähler sein. Ich sage es immer wieder: Baue Geschichten in deine Artikel ein.

Hier ein paar Ideen für Kurzgeschichten:
– Du triffst nach vielen Jahren deinen Großvater.
– Du kannst eine Nacht nicht schlafen.
– Du bist ein einem fremden Ort und weißt nicht, wie du dorthin gekommen bist.
– Du siehst ein Gespenst.
– Du verreist in ein Land, in dem du noch nie warst.
– Du wachst auf.
– Draußen regnet es.

Mach es nicht zu kompliziert. Kreatives Schreiben ist in erster Linie Übung. Nimm dir eine Idee raus und schreibe für 15 Minuten.

Dein Ergebnis darfst du gerne in den Kommentaren posten.

Übung #12: Führe einen Blinden

Stell dir vor, ein blinder Freund ist zu Besuch. Beschreibe ihm dein Zuhause, dein Büro oder die Natur. Erzeuge Bilder in seinem Kopf. Eine besonders gute Übung, um bildhaft zu schreiben.

Übung #13: Vergiss die Verben

Schreibe einen Text komplett ohne Verben.

Beispiel:
„Regen. Dunkle Nacht. Porsche Cayenne. Unfall.“

So lernst du, einen Text auf die wesentlichen Informationen zu kürzen. Ab und zu kannst du solche Momente auch in echte Artikel einbauen, um das Tempo des Textes zu erhöhen. So wird dein Schreibstil schön knackig.

Übung #14: Der Superlativ

Was war die peinlichste Situation in deinem Leben? Was war der schönste Moment? Was war der schlechteste Urlaub?

Jetzt darfst du übertreiben. Ja, du musst übertreiben.

Diese Übung soll die Kunst der Hyperbel (sprachliche Übertreibung) trainieren.

„Es fühlte sich an wie ein Elefant, der mir in die Eier trat.“

„Das Essen schmeckte als hätten es vor mir schon fünf andere gegessen und wieder ausgekotzt.“

„Ich war verliebter als Jack und Rose in Titanic.“

Übung #15: Free-Writing

Hau einfach auf die Tasten.

Das sieht dann so aus: fx<ÖIDOASASÄ-DFads öln.

Woran erinnert dich das? Österreich? Köln? Ossis? Finnisch? Eine mathematische Gleichung?

Knüpfe daran an.

Free-Writing basiert darauf, dass du nicht nachdenkst und einfach deine Finger laufen lässt. Das ist ein wunderbares Mittel, um Schreibblockaden zu lösen.

Übung #16: Was wäre wenn…

Was wäre, wenn Deutschland den 2. Weltkrieg gewonnen hätte? Was wäre, wenn du deinem jetzigen Partner niemals begegnet wärst? Was wäre, wenn du in einer anderen Stadt geboren wärst?

Schreibe es auf.

Man kann so tolle Gedankenspielchen spielen und die Kreativität trainieren. Vergiss nicht: Dein Gehirn ist ein Muskel. Nur Training macht dich und deinen Schreibstil besser.

Übung #17: Das Zitat

Nimm ein berühmtes Zitat und schreibe es um. „Ich kam, sah und siegte“ kann zu „Ich saß, aß und besiegte das Buffet“ werden. Mit ein bisschen Übung lernst du so, abgedroschenen Phrasen neues Leben einzuhauchen. Hier sind noch ein paar berühmte Zitate, an denen du dich austoben kannst:

„Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden. “ – Mark Twain

„Gott würfelt nicht.“ – Albert Einstein

„Zeit ist Geld.“ – Benjamin Franklin

Übung #18: Die Phrase

Unsere Welt ist voller Phrasen und Binsenweisheiten:

  • Übung macht den Meister
  • Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm
  • Aus dem Nähkästchen plaudern

Schreibe sie um, verändere sie und sorge so für frischen Wind in deinen Texten.

Beispiele:

„Es fiel mir wie Schuppen von den Haaren“

„Der frühe Vogel hat nen Vogel – wieso sollte ich früher aufstehen?“

„Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Sprich: Nicht gegen den Wind pissen.“

Übung #19: Das Zufalls-Wörterbuch

Schlage ein Wörterbuch auf einer beliebigen Seite auf. Tippe mit verschlossenen Augen auf irgendein Wort.
Dieses Wort ist der Anfang deines Textes. Jetzt lege spontan los und schreibe eine Geschichte (oder einen Artikel) zu diesem Wort.

Übung #20: Das Fremdwort

Schlage ein Fremdwörterbuch auf und wähle ein Fremdwort aus, das du nicht kennst.

Ganz wichtig: Lies nicht die Definition!

Die Aufgabe ist nämlich: Erfinde deine eigene Definition. Was könnte das Wort bedeuten? Versuch so glaubhaft wie möglich zu sein.

(Übrigens ist dies das Konzept hinter dem Spiel „Nobody’s Perfect„*. Probier das Spiel mal aus. Es macht einen unglaublichen Spaß.)

Übung #21: Erfinde eine Figur

Erfinde eine Figur für deine Geschichte – ja, auch Blogartikel sollten immer kleine Geschichten beinhalten.

Es kann der Held, eine Nebenfigur oder auch der Anti-Held sein.

Wer diese Figur ist, ist erstmal nicht wichtig. Wichtig ist, dass du diese Figur zum Leben erweckst.

Schließe deine Augen und stell dir die Figur vor. Und dann beschreibe Ihre Erscheinung und ihren Charakter in 5 Sätzen.

Für Fortgeschrittene: Beschreibe die Absichten und Ziele der Figur. Welchen inneren Kampf hat sie zu kämpfen?

Übung #22: Schreibe aus einer anderen Perspektive

Du hast einen Lieblingsroman oder einen Lieblingsfilm?

Suche dir eine Szene aus und schreibe Sie nicht aus der Sicht des „Helden“, sondern aus der Sicht seiner Schwester, seines Hundes oder seiner Vase.

Beschreibe aus der neuen Perspektive, was du siehst, fühlst, denkst.

Übrung #23: Erstelle eine Mindmap

Suche dir ein x-beliebiges Wort auf und schreibe es auf die Mitte eines Blattes.

Und jetzt schreibe um dieses Wort alle Gedanken, Gefühle, Phrasen, Zitate und Informationen auf, die dir einfallen.

Verbinde dabei die einzelnen Worte miteinander oder mit dem Ausgangsbegriff.

Nimm dir dafür 3 Minuten Zeit, ohne krampfhaft nach etwas passendem zu suchen. Wenn dir bei dem Begriff „Nacht“ das Bild von einem rosa Einhorn in den Kopf kommt, dann schreib es auf.

Nach diesen 3 Minuten nimmst du dir 10 Minuten uns fügst alle aufgeschriebenen Begriffe zu einem Text zusammen. Welche Textform du wählst, bleibt dir überlassen.

PS
Ich persönlich hasse Mindmaps, aber ich habe sie trotzdem aufgeführt, weil sie vielen anderen helfen.

Übung #24: Schreibe eine Fortsetzung

Warst du jemals unzufrieden über das plötzliche Ende einer Geschichte? Ich war sehr traurig als „Die Unendliche Geschichte“ dann doch zu Ende ging…

Oder fandest du das Ende eines Buches einfach kacke?

Dann ist jetzt deine Chance: Schreibe die Fortsetzung. Schreibe dein eigenes, neues Ende auf.

Übung #25: Pinkel jemandem ans Bein

Es gibt Dinge, die wollen bestimmte Menschen nicht hören.

Politiker hören ungern, dass ihre Diäten zu hoch sind.

Schreiber hören ungern, dass ihr Text langweilig ist.

Mütter hören ungern, dass ihr Kind unerzogen ist.

Schreibe auf, was andere verschweigen. Was andere aus „politischer Korrektness“ oder geheuchelter Höflichkeit verschweigen.

Du musst den Text nicht veröffentlichen, aber lerne, unangenehme Wahrheiten zu schreiben. Das macht deinen Blog unvergesslich.

Die echten Schriftsteller sind die Gewissensbisse der Menschheit.

Ludwig Feuerbach (1804-72), dt. Philosoph

Poste deinen kreativen Text in die Kommentare

Genug gelesen.

Jetzt kommt mein Call to Action.

Suche dir eine kreative Schreibübung aus und setze sie um. Das Ergebnis darfst du unten in die Kommentare posten. Gerne mit Link zu deinem Blog.

Ich bin gespannt.

Schreib großartig, sei großartig,

Dein Walter


  • Hi Walter,

    danke für die krassen Tipps.
    Hier meine Übung(en):
    #10 – Der Film „Star Wars“ -> Weltraum, Krieg und Laserschwert
    #11 – Google Werbung trieb ihn fast in den Ruin – Was er dann gefunden hat, änderte seine Situation drastisch
    ( http://erfolgswolf.de/google-werbung-trieb-ihn-fast-in-den-ruin-was-er-dann-gefunden-hat-aenderte-seine-situation-drastisch/#axzz4ogMt6alt )

    Gerne nehme ich natürlich so deine Einladung zur Verlinkung an 🙂
    Besten Gruß
    Ralf
    P.S.: Ich bin tot, kann aber damit leben! #erfolgswolf

    • Hi Ralf,

      Cooles PS 🙂 Die Headline für #11 gefällt mir auch.

      Habe mir die Geschichte auch kurz angeguckt. Gute Idee das ganze in eine Story zu packen. Das Buch „Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer“ von Stefan Merath macht das auch 😉

      LG, Walter

  • Hey Walter,

    ich mag den Scheiß, den du schreibst! 🙂

    Hier eine kurze Geschickte (also #11):

    „Du kämpfst gerade mit dem übelsten Monster der Welt. Du schlägst deine Waffen hinein, trittst um dich, aber auch schlagen, kratzen, beißen und kneifen haben nicht geholfen. Der Kampf steht auf des Messers Schneide und nur noch kurze Zeit, dann fällst du …

    Doch da kommt dein Held daher: Auf hohem Ross und mit schimmernder Rüstung eilt er dir zu Hilfe und zwingt das Monster zu Boden.

    Du hörst dich sagen „Hallo Herr ISO. Vielen Dank für die Hilfe!“

    Herr ISO??????
    … “

    Fotografisch interessierte lesen hier, wie es weitergeht: https://www.karsten-kettermann.com/blog/iso-bildrauschen

    der Karsten

  • hallo Walter,
    lese immer sehr interessiert deine Tips und Tricks. Habe schon vile umsetzen können. Ich gehöre zu den Schreiberlingen die auch das grausamste aus dem wahren Leben nicht verschweigt. Meine Leserinnen finden als Resultat den Roman sehr spannend aber zu krass, zu ehrlich, was auch immer! Irgendwie hat mir das eine innere Bremse eingebracht, die ich momentan beim schreiben nicht lösen kann.
    Gerne lese ich weiter deine Tips

  • Hey Walter, ich mag deine straight forward Schreibe sehr. Als viele Worte Nutzerin kann ich mir da was angucken.
    Okay, hier kommt meine Übung Nr. 1 Ich empöre mich (kurz und knackig):
    Die Meditation. Neue Religion. Biste was, musste auch meditieren, sonst wirste nämlich nix! Bullshit! Meditation ist doch nur die Flucht aus deinem Leben. Was willst du schon in deinem Atem finden? Erleuchtung? Kannste vergessen! Dennoch packt sie mich immer wieder. Die Meditation.
    http://www.nicolewendland.de/blog

  • Vielen Dank für die nützlichen Tipps.
    Übrigens, ich wollte dich gerade pluseinsen, den Button gibt es aber nicht.
    Warst du nicht derjenige, der mal gepostet hat, dass Google+ gar nicht so schlecht ist?

    • Google Plus war mal gut. Ich war auch ein Fan davon, weil es den Google+-Author Rank gab. Diesen hat Google aber getötet. Damit ist Google+ für mich als Netzwerk gestorben…
      LG, Walter

  • Hi Walter,
    Übung macht den Meister -du bist einfach großartig!

    #5
    Wie du mit Hilfe von nur einer Dose an ein neues Handy kommst!

    Es scheppert laut.

    Rundherum schäumt eine riesige Cola-Pfütze auf.

    Scheiße- das klebt.

    Wie soll er das letzte bisschen Kraft zum Aufwischen mobilisieren.
    Körper und Sessel sind bereits verschmolzen.
    wenig später:

    -klatsch-

    Plötzlich reißt er seine Augen auf. Mit nur einem Satz springt er hoch, versucht sein Handy aus der klebrigen braunen Masse zu fischen.

    Ein müdes Aufblinken bevor es endgültig ausgeht.

  • Hey Walter,

    hier mein allererster Kommentar. Danke für die nützliche Schreib-Übung.
    Übung #5: Erzähle nicht, zeige
    1. Sein Gähnen sprengte Grenzen. Zum Glück sass er. Sonst könnte man bald bis zum Hinterausgang sehen.

  • super-Tipps, Danke. Ich habe jetzt 5x versucht, Dein ebook anzufordern und warte immer noch auf die Bestätigungsmail, die nie kommt (war vor ein paar Wochen schon das Selbe). So kann ich auch den Link nicht anklicken, um den Download zu bekommen. Sch… Technik. Spam-Ordner habe ich natürlich überprüft. Da ist auch … nichts angekommen.
    viele Grüße von
    Robert

    • Hi Robert,

      Schreib mir doch bitte einfach eine Mail an walterepp (at) schreibsuchti.de. Ich schicke dir das Buch dann manuell. Wie in guten alten Zeiten 🙂

      LG, Walter

  • Hey Walter 🙂 Danke für deine tollen Übungen und Tipps 🙂 !

    Übung #1 (auch #3 und #8 enthalten!?!)
    Mit der sehr kontroversen Überschrift: ‚Lass Magersüchtige DÜNN sein!‘

    https://happymehappyu.jimdo.com/mein-gratis-buch-an-euch/lasse-magers%C3%BCchtige-d%C3%BCnn-sein/

    PS: Kurzgeschichten baue ich nun auch mit ein:
    Bestimme den Fortlauf der Geschichte selbst! (zu finden in ‚Mein gratis „Buch“ an euch 🙂 in ‚♡ Happy Crazy Funny World‘)

    Sowie weitere Texte die gegen die Gesellschaftlichen Ansichten verstößen ??

    Ich hab eben meinen eigenen Kopf 😉

    Du wohl auch 🙂 = gefällt mir :))!!!

  • Tolle Übungen und saugute Ideen hast Du immer auf Lager, Danke Walter!
    Hier meine Übung zu entweder #6 oder #7 – kannst Dir aussuchen, wo es reinfällt 🙂
    Feuer und Flamme, nicht nur im Fell,
    Deine Galoppade unglaublich schnell !
    Ein perfekter Herdenchef und sehr smart,
    hast eine ganz spezielle, sehr feine Art.
    Dein Wesen recht ursprünglich und echt,
    im Umgang mit allen bist du überaus gerecht.
    Hab viel von dir gelernt in den letzten Jahren,
    bist mein Lehrmeister, habe viel erfahren.
    Du sensibles, kleines Pferd mit einem Herz aus Gold,
    täglich meine Sehnsüchte vom Himmel holt.
    Das was wir nun sind und was wir werden,
    verdanken wir DIR – hier auf Erden.
    Hast den Weg geebnet, Träume erfüllt,
    Momente in Seidenpapier gehüllt.
    Unser „Jac“ – edel, elegant, genial,
    als Freund einfach phänomenal.
    Nie vergessen, was ich hab versprochen,
    du weißt – es wird nicht gebrochen.
    Ein sanftes Wesen – aus einer anderen Welt ?
    Das Universum erfüllt Wünsche, es schickte uns einen Held.

    Mehr Kurz-, Lang- und Werbestories findet ihr auf meinem Blog zu unserem Pferdehof: http://jacsstable.blogspot.co.at/

  • Hey Walter 🙂 Danke für deine tollen Übungen und Tipps 🙂 !

    Übung #1 (auch #3 und #8 enthalten!?!)
    Mit der sehr kontroversen Überschrift: ‚Lass Magersüchtige DÜNN sein!‘

    https://happymehappyu.jimdo.com/mein-gratis-buch-an-euch/lasse-magers%C3%BCchtige-d%C3%BCnn-sein/

    PS: Kurzgeschichten baue ich nun auch mit ein:
    Bestimme den Fortlauf der Geschichte selbst! (zu finden in ‚Mein gratis „Buch“ an euch 🙂 in ‚♡ Happy Crazy Funny World‘)

    Sowie weitere Texte die gegen die Gesellschaftlichen Ansichten verstößen ??

    Ich hab eben meinen eigenen Kopf 😉

    Du wohl auch 🙂 = gefällt mir :))!!!

    Hoffe es klappt dieses Mal 🙂

  • -> Ü17:

    Ich kam, las und lernte.

    -> Ü10:

    Schreib-Suchti , Schreib-Tipps , Schreib-Ideen

    -> Ü13:

    Newsletter. Schreibsuchti. 25 Tipps. Übungen. Tun. Spaß. Erfolg. Glück. Dankbarkeit.

    -> Ü18:

    Eine Übung macht noch Texter.

    oder

    Man soll den Text nicht vor dem Ende loben.

    …… to be continued.

  • Hi Walter,

    #25 und #8

    Sie sterben bald.
    Wollen Sie wenigstens reich sterben?
    Und sogar noch glücklich dabei sein?
    Das geht.

    Mit ETF-Indexfonds.
    Diese Aktienfonds sind totsicher.

    Seien Sie nicht so doof wie der Rest der Deutschen.

    ETF-Aktienfonds sind jedenfalls sicherer als Sparbücher bei der Bank – nicht nur bei der Lehman Brothers Bank.

    Mit Banksparen sind Sie tod-sicher arm im Alter.
    Ärmer als mit ETF-Fonds.

    Langfristig sogar sicherer als ein Sparbuch bei der Deutschen Bank.

    Die Deutsche Bank wackelt.
    Wie gefährlich ist die Deutsche Bank?
    „Mit kriminellen Machenschaften heruntergewirtschaftet“
    „15 Milliarden Strafzahlungen“ der Deutschen Bank.

    http://www.arte.tv/de/videos/069880-000-A/wie-gefahrlich-ist-die-deutsche-bank
    (online am 03.08.2017)

    Wie gefährlich sind die deutschen Bankkonten insgesamt für die Sparer?

    Vergessen Sie Deutschland.
    Vergessen Sie das alternde Europa.

    Egal – wenn Sie ETF-Aktienfonds nutzen.
    Mit dem nur einem richtigen ETF-Aktienfonds haben Sie Anteile von gleichzeitig mehr als 1600 Aktiengesellschaften
    Weltweit.

    Trotzdem ist Geld egal.
    Aber werden Sie frei und unabhängig.

    Werden Sie unabhängig von Versagern, den deutschen Automanagern.
    Unabhängig von den deutschen Energie-Managern.
    Unabhängig von den Bank-Managern Deutschlands.

    Werden Sie frei von Ihrem Chef.

    „Geld ist geprägte Freiheit.“

    Fjodor Michailowitsch Dostojewski

    Keine (Familien-)Zeit gegen Geld tauschen.
    Zeit für eigene Kinder und Freunde oder Zeit für den Chef und die Firma.

    Solange weltweit Menschen Seife, Brot, Kleidung, Personen-Transportmittel, Medizin, Technik kaufen machen Sie Kasse.
    Global verdienen Sie mit.
    Vergessen Sie das alternde Europa.
    Kooperieren Sie mit dem jungen Asien.
    Oder mit dem jungen Südamerika.
    Und zukünftig einmal mit dem jungen Afrika.

    Verdienen Sie als (Finanz-)Partner der jungen Bevölkerung Asiens, Südamerikas und Afrikas.
    Und machen Sie viel mehr aus Ihrem Geld.

    Geld ist dann egal. Sch..ßegal.
    Wenn Sie genug davon haben.
    Es ist nur Mittel zum richtigen Zweck.
    Für welchen, müssen Sie entscheiden.
    Diese Freiheit ist dann wieder schrecklich anstrengend.

    Trotzdem.

    Machen Sie Geld zu Ihrer gedruckten Freiheit.
    Zum Anfang des Glücks. Dann auch jenseits von Geldangelegenheiten.

    Aber nur wenn Sie nicht ganz doof sind.

    Nur ein bisschen doof. So wie ich.
    Bis ich es begriffen hatte.

    http://etf-investment.de/

  • Hallo Walter,

    vielen Dank für die Inspiration!

    Ich habe ein Manifest für wirtschaftliches Wachstum geschrieben:

    Die Unternehmen in Deutschland weisen unterschiedliche Bilanzen in Sachen Umsatzwachstum und Agilität vor. Dabei schneiden gerade die großen DAX Unternehmen schlechter ab, obwohl sie Magnet für hoch intelligente Mitarbeiter sind. Wie kann das sein? …
    http://www.wachstum-fuer-deutschland.de/manifest-fuer-wirtschaftliches-wachstum

    Kommentare sind sehr willkommen!

    Herzliche Grüße,
    Anja

  • Wow Walter… das sind ja hammermäßige Übungen, die du da mit uns teilst. Und die ich für meinen zukünftigen Blog beherzigen werde 🙂
    Liebsten Dank dir!
    Da habe ich direkt so spontan Lust und Freude aufs Ausprobieren bekommen und mich an der Übung #11 (Kurzgeschichte) versucht:

    Es ist kalt.
    Dunkelheit und Enge halten mich in ihrer festen Umarmung. Erdrücken mich fast.
    Meine verkrusteten Augen erlauben mir nicht viel zu sehen.
    Stahl vor mir, Stein unter mir.
    Ich kann mich nicht bewegen..kein Stück.
    Mein Bein schmerzt. Ich kann nicht sehen, was da los ist, aber ich fühle eine siedende Hitze an der Stelle. Das ist nicht gut.
    Der Schmerz bringt mich fast um den Verstand.

    Ich habe Angst..

    Auf einmal ist da diese Stimme. Leise. Durchdringend.
    „Es gibt keinen Ausweg.
    Es gibt keine Rettung.“,
    züngelt sie mir giftig ins Ohr.

    Die Gewissheit durchzieht mich wie ein eisiger Blitz.
    Sie hat Recht.
    Es gibt keinen Ausweg, keine Rettung.
    Nicht für mich.
    Und nicht für irgendjemand sonst hier.

    Meine letzte Hoffnung stirbt in dieser Hölle auf Erden.

    – Ein kurzer Auszug der letzten Gedanken an den letzten Tagen im Leben eines Schweines aus der Massentierhaltung-

    Alles Liebe
    Anke

  • Hallo Walter,

    ich lese deine Beiträge immer mit großer Freude und habe viel von dir gelernt. Deine Art zu schreiben ist ehrlich, frisch und direkt. Das mag ich.

    Mein eigener Blog Umweltgedanken ist ein Blog über Nachhaltigkeit & Umwelt. Auch diese Texte können interessant sein und müssen nicht immer nüchtern nur Fakten darlegen 😉

    Meine Übung/ Beispiel

    Auszüge aus dem Blogbeitrag „Soziale Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz – so schaffst du es frei zu sein“ – passend zu Übung #1, Übung #3 und Übung #25

    … Jeder weiß was passiert, wenn Hennen in Massen auf dem Boden oder in Volieren gehalten werden. Sie rupfen immer wieder ihren Artgenossinnen die Federn aus und picken sie wund bis aufs Blut…

    … Einige von euch arbeiten im Freiland, sozusagen in „artgerechter“ Biohaltung. Andere zählen sich eher zu der Gruppe Bodenhaltung mit Gehacke und Blut…

    … Merke dir: Von Natur aus bist du ein freier Mensch. Also fühle dich verdammt nochmal auch auf der Arbeit frei. Wehr dich. Kommunikation ist alles…

    … Fang bei dir selbst an etwas zu verändern. Das merken auch die anderen…

    … Sei mutig, sage deinem Gesprächspartner, wenn dich etwas stört…

    … Sag es direkt, sage stopp. Körpersprache verstehen kann nicht jeder…

    … Pack die Emotionen in den Koffer und hole sie erst raus, wenn sachliche Argumentationen nicht mehr helfen…

    Den vollständigen Originaltext kannst du hier lesen: http://www.umweltgedanken.de/soziale-nachhaltigkeit-arbeitsplatz/

    Liebe Grüße
    Anja

  • Schöner Artikel. Ich habe deinen Newsletter schon eine ganze Weile abonniert und ich lese die Texte auch. Umsetzen ist da wieder so eine Sache. Sicher, das ein oder andere unbewusst. Aber die Übungen nehme ich mir immer vor, wenn ich mal Zeit habe. Ich hab da so einen Ordner in meinem E-Mailfach. Und da schieb ich die Newsletter von dir rein. Bei jedem denke ich „boah, das ist so nützlich, das muss ich bald machen!“. Tja. Und der Ordner wird voller und voller. Als Foodbloggerin tobe ich mich textlich ja eher im Intro meiner Rezepte aus. Und das werde ich JETZT tun. Mit einer der Übungen aus diesem Text. Bevor ich den Link speicher in meinen Favoriten „To Dos Bald“ 🙂
    Liebe Grüße, mach weiter so!!!
    Julia

  • #1 Ich würge beim Aufschreiben. „Können Sie bitte noch „vollumfänglicher Leistungsumfang“ integrieren?“ Hä? Nein. Kann ich nicht. Ich bin Texterin und kein Volldepp mit Blabla-Bulimie. Dich sollte man in eine Anstalt für Sprachgestörte sperren. Und dir die Tastatur wegnehmen. Tschüss. Such dir einen Sachbearbeiter beim Finanzamt als Texter.
    Für alle anderen hab ich ein Wundermittel gegen Werbesprech:
    https://www.textmatters.org/blog-1/werbesprech

  • Hi Walter,

    einen genialen Text hast du wieder einmal rausgehaun! Danke dafür!

    Inspirierend! Hier mein Textspiel:

    #11:
    „Ruh dich aus. Meine Männer und ich bewachen dich“, säuselte der Anführer und lächelte süßlich.
    Leoni war nach ihrer viertägigen Todesflucht zu erschöpft, um zu misstrauen, und schloss ihre Augen.

    Wer mehr von mir lesen und hören mag, klicke hier:
    https://konflikt-power.de/sonderfolge-mein-neues-buch-82-mal-textgift/

    Dort erwähne ich dich, Walter. Erinnerst du dich?

    Viele liebe Grüße

    Axel

  • Hallo Walter,

    kennst Du das?
    Du gehst in einen Buchladen, mit dem Entschluss ein Buch von einem ganz bestimmten Autor, von dem du bis jetzt nur gehört; aber nichts gelesen hast zu kaufen.
    Über dessen Werke sich die Kritiker mit Wohlgefallen gegenseitig übertrumpfen und ihn als „Dichter im Zirkus der Lesereisen“ und „berüchtigten Kultautor“ und seine Arbeiten mit „…da kommen einem die Tränen“ und „…schuf er sich selbst ein verwahrlostes und himmelschreiendes Denkmal“ bejubeln.
    Dann stehst Du also in dem Buchladen, gehst gezielt in die Rubrik, in der seine Werke neben denen von Brecht und Hesse stehen.
    Greifst dir ein Buch von ihm, dessen Titel dich anspricht und liest zuerst was auf der Rückseite steht und denkst dir <> und schlägst gezielt die zweite Seite mit seiner Kurzbiografie auf, in der er wie oben erwähnt besungen wird.
    Jetzt willst du´s genau wissen; aber doch nicht zu viel und lässt die Seiten des Buchs über den Daumen springen, um es irgendwo in der Mitte aufzuschlagen und eine Ahnung zu erhaschen, wie er denn schreibt, der hochgelobte, der berüchtigte; aber ja nicht zu viel, damit es dir die Vorfreude nicht versaut.
    Dann liest du den ersten Satz und der haut dich glatt um, so dass du den ganzen Absatz liest und dich zwingen musst, nicht auch gleich die ganze Seite zu lesen.
    Du fährst also nach Hause, das Buch im Gepäck und du weißt, dass du seit langem wieder mal ein wirklich gutes Buch von einem guten Schreiber in den Händen hältst.
    Du hast schon lange kein so gutes Gefühl mehr gehabt, fast wie der kleine Junge an Weihnachten, kurz vor der Bescherung. Sonst hast du die letzten Jahre eben nur Texte gelesen, die wie Gebrauchsanweisungen eben gelesen werden wollen, seelenlos und eigentlich auch inhaltslos, nur zum Zweck um Wissen anzuhäufen, das eigentlich keiner braucht und dem Verfasser etwas Butter aufs Brot zu bringen.
    Aber jetzt ist das anders, jetzt ist es wie damals bei Hesse und dem Steppenwolf den du mit Leib und Seele verschlungen hast, ab der ersten Seite in die Geschichte, in den Kopf und in das Herz des Autors eingetaucht bist, ja eingesogen wurdest, darüber die Zeit völlig vergessen hast und fast traurig warst, als du das Buch gefühlt in viel zu kurzer Zeit durch hattest und aus dem Grund einfach wieder von vorne anfingst.
    Dieses Gefühl, dass ich lange Jahre als verschütt glaubte, diese helle, heiße Flamme brennt wieder mit all den Facetten und Farben, wie sie nur die Fantasie, angeregt durch das Werk eines Wortakrobaten zu Tage bringen und dagegen jeder Flatscreen mit fünfhundert Zoll Diagonale und seinen tausend Sendern aus aller Welt nur kläglich abstinken kann.
    Den Autor, den ich hierfür verantwortlich mache, der ist „Charles Bukowski“ und sein Werk, dass ich verschlinge hat den Titel „Aufzeichnungen eines Dirty Old Man“ – aber warum ich Dir das schreibe mein Lieber? – weil Du eine Mitschuld trägst, weil du mich durch deinen Blog und deine Anregungen wie „lesen sollte für dich genauso wichtig sein wie essen“ wachgerüttelt und zum nachdenken gebracht hast und allein dieser Vergleich mit dem Essen mich ein Kunstwerk und keine Gebrauchsanweisung in meinen Einkaufskorb legen hat lassen denn; ich stopfe ja auch kein Junkfood in mich hinein sondern ich esse nur Sachen, von denen ich weiß, dass sie mir gut tun, mich bestärken und meinen Körper anregen und unterstützen!
    Warum also sollte ich meinen Geist so eklatant vernachlässigen und ihm Junkfood zu Gemüte führen.
    Jedem „Schreibsuchti“ muss eine Leseratte voraus gehen nur, um bei dem Vergleich von Junkfood zu bleiben, handelt es sich bei der Leseratte nicht um einen Allesfresser, sondern eher um einen Gourmet!
    Bukowski hatte ich nach nur wenigen Seiten neben Hesse zu meinen Lieblingsautoren aufs Podest gestellt und wie auch bei Hesse, wird dies ganz bestimmt nicht das letzte Werk sein, das ich lesen werde und Dir Walter möchte ich für den Funken, die Initialzündung ganz herzlich danken.

    Stephan

  • Ich bin im Moment von Dan Harmons „Writing circle“ besessen.
    Storystrukturen alá Heroes Journey.

    Ich komme gar nicht mehr dazu, selbst zu schreiben, weil ich mir immer
    wieder Szenarien ausdenke, die in das Schema passen. 😀

    Gruß
    Anton

  • Hi,
    hab gerade erst deinen Blog entdeckt und direkt mal gebookmarket. Find den Content richtig gut und werd mir daran mal ein Beispiel nehmen, danke dafür.
    Viele Grüeß Sebi

  • Hi Walter!

    Echt eine wahnsinns Leistung, so eine umfangreiche Sammlung an Übungen auf die Beine zu stellen!

    Ich fühle mich wie ein Kind an Weihnachten, dass zu viele Geschenke auf einmal bekommen hat und sich nicht entscheiden kann, was es zu erst auspacken soll. :O

    Habe aber bereits mit meiner Lieblingsübung angefangen (Daumen hoch, dank dir habe ich nun eine Lieblingsübung) und mich in der Übung #1 über die ganze Welt empört. 😀

    Eine Frage hab ich jedoch: Ich habe einen deiner Beste-von-Welt-Artikel über „die Überschrift“ gelesen und danach plötzlich wie von selbst etwa 40 Überschriften gebärt.
    Würdest du das Überschriften-Schreiben ebenfalls zu einer kreativen Übung dazu zählen?

    PS: Um weitere Zeugen für die Anklage wegen Totschlags zu finden, wird der Artikel geteilt.

    Sorry Walter, aber wir wollen ein ehrliches Verfahren. 😀

  • Kreativ schreiben is geil. Aber „habe ich etwa 40 Überschriften „gebärt“ “ is mir zu kreativ. Muss das nicht geboren heißen?
    🙂 sorry hab hier bisschen Kritik gewolft

  • Hi Walter,
    manchmal gehen mir meine eigenen Texte echt am A. Dann nehme ich meinen Hut und werfe ihn am liebsten drauf! „So einen Mist muss man erstmal hinbekommen“, denke ich dann, und blicke starr in die Ecke. Die Ecke geht mir dann wieder übelst auf den Piss, weil ich endlich den Rotweinfleck, entstanden bei der Einweihungsparty, wegmachen muss. Wie lange schon geht mir dieser Fleck auf die Nerven? Zurück zu meinen bescheidenen Text. Ich beginne mich für andere Tabs in meinem Laptop zu interessieren und stoße auf deinen Artikel. Schwupps habe ich Tipp #1 umgesetzt und diesen Kommentar verfasst.

    Danke für die tollen Tipps!
    Liebe Grüße aus Österreich,
    Karin
    http://www.karinbornett.at

  • # 13
    Ein Dunkler Saal. Viele Menschen. Düfte. Husten. Stille. Applaus. Musik. Tenor, Bariton Sopran. Eifersucht. Liebe Intrigen.Rache. Hohes C. Applaus. Schuss. Echtes Blut. Schreie. Vorhang. Dann hysterisches Lachen. Ende! Anfang?

  • #8
    Stets galt er ihr als wahrer Held,
    der frei,- da ohne Gut und Geld
    doch wusste was alleine zählt.

    Sie aber war ihm Last und Qual,
    letztendlich blieb ihm nur die Wahl,
    zu sagen : „Hey! Du kannst mich mal!“

    Dies aber ging nach hinten los.
    Beherzt greift sie nach seinem Schoß.
    Und was einst klein, wird hart und groß.

    Die Zeit der Leidenschaft begann,
    bis endlich eines Tages dann,
    er ihr bot die Ehe an.

    Sie aber sagte lachend nein:
    „Dich Held zu zähmen, das war fein!
    Frei! Ungebunden möcht ICH sein!“

    Dies also war des Heldes Fall,
    der bös sich denkt,: „Die hat nen Knall!“
    wohl wissend so ist’s überall.
    Leonie Lucas 021017

    Schnell und spontan, aber es hilft langsam zu lösen, was lange, viel zu lange schwie

  • #11 und #12 ( naja irgendwie… oder so … ;-)!! )

    „Erzähl mir, was du siehst!“ Jan hakt sich bei mir unter, während er auf seiner anderen Seite, sein weißer Blindenstock klackert auf den Steinen des Hinterhofes, den wir gerade überqueren um erst an die kleine Seitenstraße und dann auf die viel befahrene Hauptstraße zu kommen, die zur nächsten U-Bahnstation führt.
    „Okay“, ich hole ein Mal tief Luft, denn alles haarklein zu be schreiben liegt mir nicht besonders. Ich mag es auch persönlich nicht, wenn mir in Büchern jede Kleinigkeit vorgegeben wird und mir so die Möglichkeit zu eigenen Bildern nimmt, nun ja, ich bin aber auch nicht blind, kann also..
    „Alles klar? Gibt es nicht zu sehen? Dann weißt du ja, wie ich mich fühle.“ Als er merkt, dass ich zusammenzucke, greift er nach meiner Hand, tastet kurz über den traubengroßen Rosenquarz meines Lieblingsringes an meinem Mittelfinger. Dann drückt er sanft zu. „Ich mache Spaß. Keine Sorge. Alles gut.“
    Ich bewundere Jans Humor und lege los.
    „Wir gehen gerade zwischen den steinernen Müllcontainern vorbei.“
    „Das rieche ich!“ Wieder lacht er und bringt mich dazu, innezuhalten bevor ich wirklich begonnen habe, weil ich nicht anders kann als ihn zu betrachten. Er ist, was bei meinen knapp 1,60m kein Wunder ist, mindestens einen Kopf größer als ich. Gleiche ich einem rotwangigen, übergroßem Apfel, so ist er das Ebenbild eines Athleten, dessen Leben erst am frühen Abend beginnt, wenn die Sonne in faszinierende Rottönen aber ohne die Kraft Bräune zu verleihen, beschließt, dass der Tag seine Schuldigkeit getan hat, und die Nacht beginnen darf (…)
    ****
    Ich weiß, in der Schule wäre dies „Aufgabe verfehlt“, beide Aufgaben. Doch ich poste es dennoch um zu zeigen, was dabei raus kommen kann, wenn man sich an eine Aufgabe setzt und dann einfach schreibt, was einem in den Sinn kommt! In meinem Fall ein Anfang …
    Ich freue mich, diese Seite gefunden zu haben, denn sie löst so langsam eine laaange Schreibblockade!Danke!!
    Gruß Leonie

  • Super Tips! Danke!
    Ich habe eigentlich kaum Erfahrung im kreativen Schreiben, deswegen hier meine ersten Gehversuche mit Übung Nr. 5:

    1) Er war müde:
    Seine Lider begannen schwer zu werden. Nur noch schemenhaft konnte er seine Umgebung wahrnehmen und das aufgeregte Geplapper der Familie wurde langsam zu einem leisen Gemurmel, das vielleicht irgendwann für irgendjemanden eine Rolle spielen mochte, aber nicht jetzt und vor allem nicht für ihn.

    2) Er war wütend:
    Seine Lippen presste er so fest zusammen, dass sein Mund zu einer schmalen, blassen Linie wurde. Sein Gesicht aber, vor allem seine gewaltige Nase, wurde feuerrot und die wulstigen Adern an seinen Schläfen fingen an zu pulsieren.

    3) Sie war glücklich.
    Endlich! Sie warf sich in seine Arme, ihre Tränen zurückdrängend. Halb lachend und halb weinend sanken beide zu Boden. Sie umschlang ihn und drückte ihn so fest an sich, dass ihm kurz die Luft wegblieb.

  • #13: Butjadingen – Hund – Name – Knacki – Groß – Graubraun – Gestromt – Beschuldigung – Alte Frau – Biss – Lüge (!!!) Versicherungsbetrug – Augenzeugin – Tochter – Polizei – Beschlagnahmung – Elektroschocker – Hundeentführung – / Eltern – Hundebesitzer – Bericht – Nordwest-Zeitung – Gerichtsverhandlung – Anklage – Körperverletzung – Artikel – Kreiszeitung – Fehlentscheidung – Richter – / Vater – Mediensucht (?) – Frühstücksfernsehen – Buten und Binnen – Bildzeitung – Hundeherausgabe – HILFE

    Verbunden mit der Übung #13 ist hier die Wortkette keiner fiktiven sondern ärgerlicherweise wahren Story, die eigentlich genug an den Nerven meiner Eltern und meinen gezerrt hat, jedoch leider noch nicht zu Ende ist. Wir wollen den Hund wiederhaben!

    Konstruktive Tipps und Ratschläge gerne gesehen, die Seite hat grad ein Sternchen bekommen, und die Mailadresse darf auch für Fragen rausgegeben werden, das erlaube ich dem Inhaber von dieser Seite http://www.schreibsuchti.de.

    Die Schreibtipps sind z.T. echt super, und ich muss jetzt wieder meine Step-by-Step-Vorlage erweitern, damit ich sie alle auf einen Blick vor mir haben.

    Danke.

  • #5
    Er war müde:
    Er rieb sich die Augen und versuchte angestrengt die Augen offen zu halten. Doch er verlor diesen Kampf. Immer wieder sank sein Kopf schwer auf seine Brust.

    Er war wütend:
    Er schlug nicht mit der Faust auf den Tisch. Er griff nicht nach dem Messer vor sich. Er stand da mit ausdruckslosem Gesicht. Nur innerlich zitterte er vor Wut und tat all das, was er seinem Körper verbot.

    Sie war glücklich.
    Sie drehte sich mit weit ausgebreiteten Armen im Kreis, wirbelte herum wie ein Derwisch. Auf ihrem Gesicht lag ein breites Grinsen.

  • #3: 3 Gründe, warum du einen Furz nicht anzünden solltest
    1. er BRENNT! Hättest du das gedacht?
    2. das tut WEH! Ernsthaft!
    3. du verhinderst einen Lachanfall! hahaha!

    (nicht ausprobieren! dient nur der Schreibübung!)

    #5:
    1) Er war müde.
    Das Bett war so kuschelig weich, dass er nicht mehr an sich halten konnte und seine Augen sich langsam schossen.
    2) Er war wütend.
    Keiner der 12 Anwesenden, die um einen langen, glänzenden Tisch herum sassen, sagte ein Wort. Es war mucksmäuschenstill. Man hätte eine Ameise pinkeln hören können. Auf einmal stiess er einen Urschrei aus und knallte seine geballte Faust vor sich auf den Tisch. Ein Zucken und angsterfüllte Gesichter waren das Resultat.
    3) Sie war glücklich.
    Sie liess ihre Zähne an der Luft trocknen.

    #9: Drei Wetter Regel. Die Vorhersage hält.

    #10: Detektiv, London, gruselig

    #16:
    Was wäre, wenn unsere Fenster alle komplett schalldicht wären? Wir würden es nicht mitbekommen, wenn morgens die Vögel erwachen und uns mit ihrem lieblichen Gesang natürlich wecken. Wir wären verdammt, uns ausschliesslich mit unseren eigenen Geräuschen zu umgeben. Wären abgekapselt von der Welt.

    #18:
    Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, also erkenne dich selbst und trage von nun an einen Helm.
    Aus dem Nähkästchen plaudern: Mal wieder aus der Werkzeugkiste gebrabbelt.

    Tolle Übung. Vielen Dank Walter. Hat Spass gemacht! 🙂

  • äasdojgnn0ü04rjÄUGojjgraMoiwlischplu.*

    Mein lieber Scholli. Da ist sogar für mich alten Schreiberlingshasen echt wirklich tatsächlich unglaublicherweise ein Haufen neues Zeug dabei, was ja schier unmöglich ist und niemals sein kann, aber eben doch so ist. Wow. Danke für diese feine Sammlung. Es winkt: Sandra

  • Macht Spaß! Danke für die Ideen!
    Hier ein Übung, die ich gleich mal probiert habe:-)

    1.Er ist müde
    Es juckt ihn an der Nase, an den Augen und besonders am Ohr. Beim Reiben am Ohr fallen ihm jedes Mal die Augen zu und sein Kopf kippt mit einem kleinen, heftigen Ruck fast bis zur Brust. Doch nur fast, denn der kleine , heftige Ruck weckt ihn immer wieder auf.
    Er zieht eine Grimasse, wenn er versucht beim Gähnen die Lippen geschlossen zu halten und nicht wie andere seine Gesichtszüge völlig unkontrolliert entgleisen zu lassen, um mit weit aufgerissenem Mund sein Zäpfchen zur Schau zu stellen. Es fröstelt ihn. Er beschließt lieber jetzt schon zu Bett zu gehen, denn länger kann er seinen Körper nicht mehr zwingen, aufrecht auf diesem harten Stuhl zu sitzen. Er erhebt sich steif und verabschiedet sich mit der Gewissheit, dass ihm Karies heute scheißegal ist. Nur noch pinkeln, damit er beim Schlafen nicht gestört wird, denn es gibt nichts was ihn mehr ankotzt, als nachts aufs Klo zu müssen – naja außer von einer Toilette zu träumen und …. aber das ist eine andere Geschichte.

  • Hey Walter,
    auf der Suche nach Übungen für Kreatives Schreiben bin ich durch Zufall über deinen Blog gestolpert und direkt mal hängen geblieben ;). Dein Newsletter flattert auch fleißig in mein Postfach 🙂
    Ich hab es also in den letzten Tagen tatsächlich geschafft mich zu Schreibübungen zu motivieren. Vielleicht deshalb, weil sie nicht so viel Zeit verschlingen wie ein großer Text (das Ziel hab ich erstmal ein Stück weiter nach hinten verfrachtet ;D) und es sich verdammt viel besser anfühlt kleine Schritte zu gehen, als überhaupt keine.

    Hier erste Ergebnisse zu Übungen #5:

    Er war müde:
    Er schrak hoch, als Hannah ihm ihren Ellbogen in die Seite bohrte. In seiner rechten Hand hielt er immer noch den Kugelschreiber, den er bei seiner Einführungswoche in der Uni heimlich vom Tisch eines Dozenten hatte verschwinden lassen. Max richtete seinen Blick nach vorne und kniff die Augen angestrengt zusammen. Die Buchstaben auf der Tafel verzogen sich zu einem endlosen Gewirr aus weißen Schriftzeichen. Sein Kopf machte Anstalten erneut nach vorne zu fallen und nur mit Mühe konnte er sich dagegen wehren. Die letzte Nacht hätte nicht erst im Morgengrauen enden sollen. Er hielt sich seine halbwegs kalte Wasserflasche an die Schläfe, ohne Erfolg. Seine Augenlider wogen mindestens zehn Tonnen.

    Sie war wütend:
    Ihre ziellosen Schritte waren kurz und schnell und hallten in der leeren Partyhalle, deren Boden mit großen Fliesen gesäumt war, immer wieder nach. Keine viertel Stunde bevor sie das Bierglas vom Tresen genommen und ihrem Freund hinterher geworfen hatte, war die Welt noch in Ordnung. Ihre Nasenflügel blähten sich bei jedem Atemzug auf und bebten, ihr Herz pulsierte unermüdlich, kurz davor, ihr aus der Brust zu springen. Sie sah die beiden vor sich, alleine in der Halle, er umschlang mit seinen Händen ihren Hintern, sie seinen Nacken, während sich beide ihre Zungen bis zum Anschlag in den Rachen schoben. Maja hatte sich extra beeilt, um früher da zu sein und ihn zu überraschen, doch damit hatte sie nicht gerechnet. Sie stapfte zurück zum Tresen, die Scherben knirschten unter ihren Keilabsätzen. Mit unterdrückten Tränen griff sie hinter die Theke, holte ein Glas nach dem anderen hervor und warf sie mit aller Kraft auf den Boden, so dass die Scherben in jegliche Himmelsrichtungen davon sprangen.

    Ich freu mich über eine Rückmeldung 🙂
    Liebste Grüße,
    Nadine

    • Hi Nadine,
      genau dafür sind diese Übungen auch gedacht: Dass man sich das Schreiben zur Gewohnheit macht 🙂 Die großen Texte kommen mit der Zeit.
      Denn wie Stephen King sagt: Auch ein dickes Buch schreibt man Satz für Satz.
      LG, Walter

  • Danke für die guten Tipps hier meine Nummer 1#

    Volleyball

    Die Situation in meinem Volleyball Verein wird immer beknackter, das eine Mal ist die eine Hälfte der Mitglieder da, das nächste Mal die andere. Die Übungen müssen alle bis zum Erbrechen oft durchgegangen werden, Techniken bis zum Umfallen verbessert. Es ist ja okay das man dadurch etwas mehr Übung bekommt, aber mittlerweile ist es echt zum Kotzen, dass das Training deswegen so oft ausfallen muss weil weniger als fünf Leute kommen, da der Rest sich schlechte Ausreden einfallen lässt. Unsere Trainerin nervt das auch das sie sich dauernd neue Übungen ausdenken muss, die auch mit wenigen Personen durchführbar sind. Deswegen ist sie auch öfters mal ziemlich verärgert, wenn nur sechs Leute kommen. Sie hat schon einige Male auf diesen Missstand aufmerksam gemacht, aber es ändert sich ja doch nichts.

  • Übung #11
    Fremder Ort
    Ich erwache. Die Sonne brennt. Um mich herum Natur. Vögel zwitschern.
    Ich liege auf einer Wiese. Ein Wald grenzt wenige Meter entfernt.
    Ich schau mich um, ich bin allein.
    Wie lange hatte ich hier geschlafen? Was mache ich hier? Meine Gedanken rasen.
    Ich war mit Micha und Kai unterwegs.
    Wo sind die? In der Nähe? Ich fange an zu rufen. Keine Antwort. Ein Blick aufs Handy – Akku leer – Mist. Das darf doch alles nicht wahr sein.
    Ich beschliesse einfach loszulaufen.
    Irgenwann muss ich auf jemand treffen.

  • Ich habe noch nicht so viel Erfahrung und bedanke mich für die Tipps. Als Schreibübung habe ich Nummer fünf gewählt:
    1 er war müde:

    Das gähnen, welches sich langsam in ihm ausbreitete brach binnen Sekunden an die Oberfläche. Er arbeitete nun seit fünf Uhr in der Früh und hatte letzte Nacht kaum ein Auge zugetan. Jetzt, gerade mal nach der hälfte seiner Schicht wollte sein Körper den verpassten Schlaf nachholen. Die Augen wogen inzwischen so schwer wie Blei und es verlangte ihm einiges an mentaler Kraft ab, sich auf das geschriebene Wort vor ihm zu konzentrieren. Noch fünf Stunden durchhalten…

    2. Er war wütend:

    Er war der Chef der Firma. Hoch angesehen bei seinen Freunden und Familie doch hier in der Firma zählte das nicht. Hier musste er Streng sein und die Regeln durchsetzen damit die Firma wie ein perfektes Uhrwerk funktionierte. Gerade war er dabei durch die Gänge zu schlendern um nach seinen Angestellten zu sehen als er Frank Sierra erblickte, dieser lag mit dem Kopf auf seinem Schreibtisch und schlief. Es war nicht das erste Mal ,das dies geschah. Tief in ihm begann es zu kochen. Er stürzte an den Schreibtisch und schlug so fest er konnte darauf. Ein ziemlich verwirrt wirkender Frank sah ihm entgegen. „Mr. Brown..wie?“ Es genügte ihm. Wie oft musste man diesem Taugenichts noch so vorfinden, nur durch ihm würde die Firma Verluste hinnehmen müssen. Seine Hände krampften sich zu einer Faust zusammen und er hatte mühe damit ruhig zu bleiben. Er würde ihn Feuern.

    3 Sie war glücklich:
    Ein Lächeln tat sich auf als sie mitbekam wie Mr. Brown Frank anschrie. Sie bekam immer ein wohliges Gefühl wen jemand angeschrien wurde. War sie verrückt. Ein Sadist. Vielleicht beides. Ihr machte diese Tatsache jedoch nichts aus. Gerade spielte sich die schönste Scene ihres sonst so trostlosen Arbeitstages ab. Und gerade als sie dachte besser könnte es nicht werden schrie Mr. Brown dem schläfrigen Frank zu das dieser gefeuert sei. Ein Lachen unterdrückend beobachtete sie wie Frank seine Sachen zusammen packte und geknickt durch die Gänge schlenderte. Ein Augenschmaus für ihre Seele. Zufrieden mit sich selbst und der Welt widmete sie sich wieder ihrem Job.

  • Übung #11 Kurzgeschichte: „Ich erwache an einem fremden Ort“. Danke für die Anregung! Ist meine erste Kurzgeschichte und ich weiß nicht, ob sie gut ist, aber es hat Spaß gemacht zu schreiben und ging nach den ersten paar Sätzen wie von allein 🙂 Gerne konstruktive Kritik!

    „Aufwachen!“ Jemand rüttelt an meinem Arm. „Na los, Aufwachen! Endstation junge Dame.“
    Ich öffne die Augen und schaue in das Gesicht eines Mannes. Es ist der Schaffner, der eben mein Ticket kontrolliert hat. Warte mal – das war doch direkt nach Abfahrt in Budapest? Ich schrecke hoch. „Endstation? Wie kann das sein? Wo sind wir?“.
    „Endstation. Sie müssen raus.“ Damit dreht sich der Schaffner um und verlässt mein Abteil. Verwirrt greife ich nach meinem Rucksack und steige aus dem Zug auf das Bahngleis. Es ist heiß. Auf dem einzigen Gleis fährt der Zug davon. Ich bin alleine und hab keinen blassen Schimmer, wo ich bin.
    Es gibt keine Schilder oder Anzeigetafeln, kein Bahnhofsgebäude und – kein Netz.
    Also gut, irgendwo in der Nähe eines Bahnhofs muss es ja eine Stadt geben oder zumindest ein Dorf. Ich gehe los. Jetzt habe ich das Abenteuer, das ich wollte, als ich mich vor einem Monat dazu entschlossen habe, eine Zugreise durch Osteuropa zu machen und mir ein Interrail Ticket gekauft habe. In der letzten Woche bin ich durch Polen und die Slowakei gereist, gestern war ich in Budapest. Bis jetzt ist meine Reise ohne Zwischenfälle verlaufen. Wie konnte es mir nur passieren, im Zug einzuschlafen und meine Station zu verpassen. Mein Ziel war Belgrad. Jetzt bin ich irgendwo im nirgendwo. Wahrscheinlich noch in Serbien … hoffentlich. Ich kann mich nicht erinnern, bis wohin der Zug fahren sollte. Ich folge der Straße, die neben den Gleisen verläuft jetzt schon seit einer halben Stunde und noch ist keine Zivilisation in Sicht. Linkerhand ist das Bahngleis und rechst von mir nichts als Wiesen. Endlose Wiesen und in der Ferne kann ich einen Wald erkennen. Oh Gott! Was ist, wenn ich nie wieder auf Menschen treffe? Was ist, wenn ich mitten im nirgendwo auf einer verlassenen Straße verdurste? Es ist so unendlich heiß und ich habe kein Wasser mehr. Nur noch einen Müsliriegel. Wie lange ich damit wohl überleben kann? Und immer noch kein Netz.

    Warte! Ist das ein Haus? Oder bilde ich mir das aufgrund der Hitze und des Wassermangels nur ein? Ich bin mittlerweile zwei Stunden unterwegs und schwitze aus allen Poren. Nein, da ist noch ein zweites Haus! Ich fange an zu rennen. Ich habe tatsächlich ein Dorf gefunden. Ich klopfe an dem ersten Haus, das ich erreiche, an. Eine Klingel gibt es nicht. Stopp! Was mache ich hier eigentlich? Wer weiß, was das für Menschen sind? Kann ich denen überhaupt vertrauen? Aber bleibt mir etwas anderes übrig? Nein, wohl eher nicht! Also klopfe ich ein zweites Mal.
    Ein alter Mann öffnet mir die Tür. „Ha?“ Er sagt etwas in einer Sprache, die ich nicht verstehe. Ich probiere es mit Englisch, doch das bringt mich nicht weiter. Ich versuche es mit Händen und Füßen. Zeige ihm meine leere Wasserflasche, laufe auf der Stelle und versuche ihm mit zwei erhobenen Fingern zu erklären, dass ich seit zwei Stunden unterwegs bin. Er schüttelt nur den Kopf und zuckt mit den Schultern. Als er die Türe schon wieder schließen will, halte ich ihm mein Zugticket unter die Nase. Belgrad steht darauf und das scheint er zu verstehen.
    Er gibt mir ein Zeichen zu warten und kommt kurze Zeit später mit einer Wasserflasche, die er mir in die Hand drückt, und seinem Autoschlüssel erneut aus der Tür. Ich folge ihm zu seinem Auto. „Steige niemals zu fremden Menschen ins Auto und schon gar nicht zu fremden Männern!“ – das wurde einem als Kind immer gesagt. Aber was anderes bleibt mir wohl nicht übrig. Also steige ich ein. Wir fahren durch das Dorf und in die entgegengesetzte Richtung aus der ich gekommen bin. Ich kriege leichte Anflüge von Panik, versuche mir dies aber nicht anmerken zu lassen und sage erstmal gar nichts. Er würde mich ja sowieso nicht verstehen. Doch nach einer halben Stunde Fahrt erreichen wir einen Bahnhof. Ich bin erleichtert. An diesem sind sogar ein paar andere Menschen, ein Kaffeeautomat, Ticketautomaten und Anzeigetafeln.
    Gott sei Dank! Manchmal lohnt es sich, völlig fremden Menschen Vertrauen zu schenken. Ich schüttle dem alten Mann die Hand und bedanke mich. Er lächelt mich an, nickt und fährt davon. Der nächste Zug nach Belgrad geht in 20 Minuten!! Ich kann es nicht fassen. Mit einem Kaffee in der Hand warte ich am Gleis. Was für ein aufregender Tag. Ich werde wohl nie wieder in einem Zug einschlafen. Aber irgendwie kommt man doch immer ans Ziel.
    Ich erreiche Belgrad zwei Stunden später mit einem Lächeln im Gesicht.

    • Ich finde die Idee an sich wirklich gut und denke, du bist sicher auf dem richtigen Weg. Lange habe ich überlegt, wie ich das beschreiben soll, was mir in deinem Text etwas fehlt (meine Meinung).
      Ich glaube du solltest dich mehr trauen. Trau dich mal auch etwas unsittlichere oder einfach ungewöhnlichere Worte in den Mund zu nehmen. Ich denke das würde dem Text noch etwas mehr Würze verleihen und ihn auch persönlicher machen. Es kann ja nie schaden etwas auszuprobieren.
      Ich hoffe die Kritik hilft dir.
      Liebe Grüsse

  • 1) Ich habe viele Artikel über kreatives Schreiben gelesen und es regt mich total auf, dass ich das einfach nicht kann! Das ist wie eine Winterkleidung in der Wüste – einfach nicht zu gebrauchen, diese dumme Sachtexte, die man nach Regeln schreiben muss. Ich möchte doch endlich wie eine Raupe zum Schmetterling werden! Mich einfach von der Luft tragen lassen und endlich einfach frei schreiben können! Und warum zum Höllenhund kann die Laura – Nein, einfach alle in meiner Klasse – Sachen analysieren, während ich vor Verzweiflung versuche, diesen verdammten Text zu entziffern und nicht mal die Handlung dieses Textes herausziehen kann??? Was habe ich in mein verdammten Lebensverlauf falsch gemacht?

  • So bekommt man wohnungen leer

    holler rie und holla ra wir lassen die leutchen einfach erfriern
    frühjahr sind e nur mehr gerippe da und wir können die wohnung neu vermieten
    und die braven handwerksleutchen haben
    wieder mehr arbeit
    frühjahr zwei menschen gerippe und zwei von katzen
    hollalra hola rie

    bin krank körperlich und friere immer noch

  • Einfach mal was ausprobiert. Vielen Dank für wundervolle Tipps.

    #5
    Es drückte in förmlich in seine Kissen. Nach 36 Stunden hatte er keine Chance mehr, sich gegen die bleischweren Knochen zu wehren. Schon nach wenigen Sekunden umhüllte ihn eine traumlose Schwärze.

    #10
    Sherlock: Detektiv, Drogenabhängig, Genial
    Findet Nemo: Ozean, Suche, Freunschaft

  • Übung 12)

    Hier geht es nach rechts in mein Zimmer. Ich mag es warm deshalb steht meine Heizung bereits jetzt auf Stufe 5. Obwohl es erst Oktober ist. Ich habe den Raum in einem ganz sanften erdigen Gelb gestrichen. Wenn das Licht kalt ist scheint der Raum fast weiß zu sein. An der Decke hängt meine bisher einzige Lampe. Ein Weinroter Stoffring der nach oben und nach unten geöffnet ist. Solche Lampen haben bestimmt auch in den 60ern viele Zimmer beleuchtet. Sie hing hier bereits als ich eingezogen bin. Sie gefällt mir. Vor dir liegt ein großer Perserteppich auf dem Boden, Fransen hat er keine. Die dominierenden Farben sind eine Art Lachsrot am Rand und Beige im Innenteil. Die Flächen mit gestickten dunkelfarbigen Ornamenten verziert. Auf dem Teppich stehen zwei Sessel. Sie sind sehr schlicht aus Fichte gebaut. Rückenpolster und Sitzpolster sind hellbeige, die Armlehnen sind aus Holz. Das Design ist gradlinig und schnörkellos. Zwischen den Sesseln die sich leicht schräg gegenüberstehen steht mein improvisiertes Tischchen. Zwei Vinyl Container aus durchsichtigem dunkelgrauen Kunststoff, auf denen eine dunkle Holzplatte mit grünem Ledereinlass liegt bilden einen eleganten Quader auf dem man seinen Drink abstellen kann. Links an der Wand neben den Sesseln steht meine Plattensammlung in einem zweistöckigen schlichten Regal. Im Regal selbst steht außerdem meine schwarze Anlage, die mittelgroßen Boxen stehen oben auf dem Regal. Wenn die Anlage eingeschaltet ist, leuchtet ein Knopf links neben dem CD Laufwerk in Blau. Ein schöner Kontrast zu dem glänzenden Schwarz der Anlage. Mein Plattenspieler steht ebenfalls auf dem Regal zwischen den Boxen, ungefähr auf Höhe des Bauchnabels, wenn man davor steht. Die ganze Konstruktion hat etwas eigenartig sakrales an sich. Man könnte sie als meinen Musikaltar bezeichnen.
    Rechts daneben mit einigem Abstand steht mein hohes Bücherregal. Ich habe es angeschrägt aufgestellt weil es die Lese- und Musikecke auf diese Weise gemütlich abschließt. Neben einigen Biografien berühmter Musiker und Autoren, Romanen und philosophischen Werken steht auch meine Bandmaschine in meinem Bücherregal. Sie ist vollfunktionsfähig und mit ihrer Holzverkleidung und den beinen VU Metern auch optisch eine Freude. Das Regal ragt in meine Gaube hinein und blockiert die eine Hälfte meines ersten Fensters. Das ist aber kein Problem. Viel Licht wird nicht abgehalten, da mein Zimmer in der Nordwestecke des Hauses liegt.

    Gleich rechts neben der Tür steht meine Kleiderstange. Durch den Schornstein der durch mein Zimmer geht wirkt es so als sei sie in eine Nische in meiner Wand eingelassen. An den Schornstein habe ich meine Gitarre gehängt.

Meine Kleiderstange ist aus Kupfer und die beiden Zweibeinleisten die sie halten sind aus dem selben dunklen Holz wie mein Plattenschrank.

    Daneben steht mit einigem Abstand mein großer Schreibtisch. Er ist aus hellem Holz und hat zwei Schubladen direkt unter der Tischplatte, sowie ein Großes Fach links daneben. Meine Olivgrüne Schreibmaschine steht auf dem Tisch. Immer bereit, falls mich die Muse küsst.
Wenn ich an meinem Schreibtisch sitze und vor mir die Wand nicht genug Reiz bietet brauche ich nur nach links aus meinem zweiten Fenster zu schauen.
Mit dem Rücken sitze ich dabei zur Dachschräge unter der sich mein Futonbett befindet. Es besteht nur aus einem Honigfarbenen Breiten Holzrahmen und der Leinenweißen Matratze.
    Ich mag es schlicht, deshalb hängt auch nur ein einziges Bild an meinen ansonsten freien Wänden. Es zeigt das Gesicht einer alten Kubanerin in Blau auf Gelben Hintergrund. Eine Fotografie die Marie in Kuba geschossen und dann übermalt hat. Es war ein Geschenk zu meinem 22. Geburtstag.

  • #1

    Mich kotzt es gerade an im Büro zu sitzen.

    Die Routine ist nicht zu ertragen. Die Pflicht, jeden Tag hier mein Pensum abzusitzen, zu arbeiten oder so zu tun. Wofür? Damit der Verkehr rollt? Tut er auch so. Mal schlecht, dann schlechter. Wen kümmert es? Den Gehetzten in ihren schwarzen, blankpolieren Karossen, die irgendwie alle wie zu kurze Leichenwagen aussehen? Passt ja auch, Tod sind die meisten da drinnen eh schon. Wenn die Karre autonom fahren würde, könnten sie sich gleich nach hinten legen.

    Den Gehetzten in ihren Karossen, die Tag für Tag im Stau stehen oder vor der Waschanlage, wenn mal der erst Sonnenstrahl raus kommt.

    Merken doch eh nichts mehr. Ob sie nun was länger warten oder nicht. Scheiße drauf sind, sie sowieso. Weil sie ein scheiss Leben haben. Weil sie glauben, ein tolles leben zu haben, weil die Position in der Firma toll ist, weil der Wagen der beste ist und sie die Größten. Merken die noch was? Derzeit nicht, aber irgendwann vielleicht.

    Mich kotzt das alles an. Ich brauche die scheiss Kohle um das hier alles einigermaßen zu ertragen, mehr nicht. Für den Verkehr langt es auch dicke, wenn ich hier drei mal die Woche sitze, den Rest kann man eh knicken. Ändert sich doch ständig alles und wofür man ne Menge Zeit investiert hat, ist plötzlich nicht mehr wichtig. Alles nur Beschäftigungsmaßnahme, bloß nicht Zeit haben über den ganzen Mist, der um uns rum passiert nachzudenken. Rein ins Rad, raus aus dem Rad, fressen, schlafen, scheissen und wieder rein.

  • Der Rasen hatte ein Ei gelegt. Anders waren die Geschehnisse des übernächsten Tages nicht zu erklären. Der Rasen hatte ein Ei gelegt, es heimlich in einem Nest verborgen und der Igel hatte es ausgebrütet. Am dritten Tag nach dem Akt der Schöpfung geschah es. Da weder die deutsche Sprache noch irgendeine andere menschliche Sprache über die Worte verfügt die zur Beschreibung der Geschehnisse von Nöten wären, muss Ich hier improvisieren.
    Es fing damit an dass der Gartenzwerg umfiel, in die Höhe gerissen wurde und wie von einem Exorzisten behandelt fuhren alle Dämonen aus ihm, in einem gigantischen bösartigen Schrei. Danach fiel er wieder zu Boden, blieb für einen Moment reglos liegen und lief dann fluchtartig davon. Jedoch nicht ohne aus dem Schuppen eine Spitzhacke und eine Axt zu entwenden, die Zeitung zu klauen und das Auto kurz zu schließen. Er hatte allen Grund zu fliehen, denn der Garten, mit allen darin befindlichen Tulpen, Eugenien, Zierrosen, Mauerblümchen und Fliegenpilzen explodierte. Er brach auf wie eine Kokosnuss die vom Baum in den Grand Canyon hinab gefallen war. Wer gebären will muss leiden. Das trifft in der Natur zwar tatsächlich nur selten zu, einer Giraffe flutscht ihr Giraffenbaby nur so aus dem Uterus, es fällt dann zwei Meter in die Tiefe, da Giraffen im Stehen gebären, und fängt sofort mit dem Laufen an. Menschenfrauen hingegen gehen durch eine stundenlange Tortur die aus viel Blut, Schweiß und anderen unangenehmen Körperflüssigkeiten besteht, um unter Müh und Not ein hässliches, haarloses, faltiges Ding auf die Welt zu pressen, das außer schreien und kacken noch gar nichts kann und dem man alles jahrelang beibringen muss. 42 Jahre später entwickelt es dafür dann eine Atombombe, holzt einen Nationalpark ab, lässt einen Kindergarten bombardieren oder wählt Donald Trump.
    Nicht so der Garten. Er hatte eine Idee geboren. Diese Idee reckte sich, lachte, dankte seiner Gartenmutter für die Geburt und raste und hüpfte laut lachend und gackernd davon, um allen Gärten von sich zu erzählen. Nur eine Woche später schlug die Revolution los. Die Gärten erhoben sich und überwucherten die Häuser der Menschen mit dornigen Ranken, gegenüber denen sich das Dornröschen Schloss noch hätte schämen müssen. Der Spargel schoss, die Gartensprenger sprengten und die Bäume schlugen lange und kräftig aus. Sie brachen den Asphalt auf, besamten das Parkhaus und steckten die Kirchen in Brand. Dann riefen sie die Republik aus.
    Von den Menschen überlebte nur, wer in hohen Apartmentblöcken ohne umliegende Grünflächen lebte und seine Zierpflanzen und Küchenkräuter schnell genug aus dem Fenster geworfen hatte. Tod durch Basilikum, stellt man sich üblicherweise anders vor.

  • Erstmal muss ich meinen Glückwunsch ausdrücken. Ich hatte heute so Lust kreativ zu schreiben und suchte nach einer Idee, einer Inspiration. Google zeigte als erstes diesen Artikel an, den ich auch damals schon mal gelesen hatte. Ich las ihn nochmal und dann dachte ich bei Punkt 7 „Ach da hab ich das her!“ Ich habe eigentlich immer gesagt, ich kann keine Gedichte schreiben, nur Prosa. Aber seit einiger Zeit versuche ich mich auch ab und zu an Gedichten mit dem Gedanken „naja ich sehe es als Übung weil ich bei Gedichten meine Worte genau wählen muss.“ Hier ist eins, wozu mich letzten das herrliche Herbstwetter inspiriert hat:

    Der Himmel strahlt
    so warm und satt.
    Der Herbst ist da
    und jedes Blatt
    scheint mit Blattgold überzogen.

    Punkt 5 hatte ich mir auch gemerkt ohne zu wissen dass er von hier war. So hat letzten ein Kumpel einen Text geschrieben und mich gebeten drüber zu schauen. Dann kam nach einer wörtlichen Rede der Hinweis „meinte er ironisch“, oder so ähnlich. Da sagte ich ihm auch, er soll das nicht sagen, sondern zeigen. Die Ironie muss erkennbar sein, ohne dass man es dem Leser sagen muss!

    Danke für deine Texte, Walter, ich kommentiere selten aber ich merke, ich lerne viel 🙂

  • Die Tipps sind echt super und ich hab mich gleich ein bisschen ausprobiert 🙂
    Hier sind meine Ergebnisse zu #5, würde mich auch sehr über ein kleines Feedback freuen.

    1) Seine Augenlider wurden zunehmend schwerer und seinen Kopf musste er inzwischen mit beiden Händen stützen, damit er nicht einfach auf den Tisch knallte und seine Augen vollends zufielen. Die stickige Luft in dem großen Besprechungsraum und die Tatsache, dass es draußen bereits dunkel war, taten ihr übriges. Gerade noch so konnte er ein Gähnen unterdrücken, als ihn der Blick seiner Chefin streifte.

    2) Eine Frage nach der anderen prasselte von den Reportern auf ihn ein. Keine einzige dieser wollte und konnte er beantworten, er wusste ja noch nicht mal selbst was genau passiert war. Er spürte das zunehmende Brodeln in seinem Magen und die Hitze sich in seinem Körper ausbreitete. Lange würde er diese Situation nicht mehr aushalten ohne einen der Reporter anzuschreien. Er beeilte sich zu dem großen Firmengebäude zu kommen, dass sich vor ihm in die Höhe streckte.
    Dabei presste er seine Lippen aufeinander und runzelte angestrengt seine Stirn, während er seinen Schritt beschleunigte.

    3) Sie musste immer noch Lächeln, wenn sie an den gestrigen Tag dachte. Nie hätte sie erwartet, dass es das Leben einmal so gut mit ihr meinen könnte. Sie spürte wie sich ein warmes Gefühl in ihr ausbreitete und konnte ein Kichern nicht unterdrücken. Schnell drehte sie sich um und warf sich auf ihr Bett. Am Besten würde sie gleich ihre Schwester anrufen und ihr von allem erzählen.

  • Hallöchen.
    Habe durch Zufall gerade diese Tips gefunden und dachte mir ich versuche mich gleich mal daran. Ich habe erst vor kurzem das Schreiben für mich entdeckt und übe noch fleißig.

    Übung 9:
    Der Mond steht still am Firnament
    Kein Schein, kein Licht was in der Dunkelheit noch brennt.
    Die Nacht hängt tief über ihrem Geist
    als sie zu seinem letzten Abschied reist.
    Ein Abschied der für immer scheint
    und doch im Tod irgendwann wieder vereint.

    Übung 13:

    2 Jahre. 2 Jahre scheinbar unendlich kaum fassbaren Glücks. 2 Jahre Vollkommenheit. Dann Leere. Tiefe, alles zerfressende Leere. Dunkelheit in einem über alles liebenden Herz.

  • Hallo Walter,

    gestern bin ich auf deinen Blog gestoßen und es hat mich umgehauen.
    Dein Stil zu schreibe ist sehr erfrischend und deine Tipps sind der Wahnsinn. Simple aber erleuchtend 😉

    Danke, fürs Mitreisen und Teilen!

    Hier nun meine ersten Schreibversuche. Spontan herausgewürgt:

    Übung#2

    Fast spuckte ich auf den Boden. Ich war schockiert.

    Das Grauen bahnte sich seinen Weg direkt vor meinen Augen. Vorbei am Teller verschwand es plötzlich. Die Angst stieg empor.

    Wo ist es?
    Da!

    Die Serviette bewegte sich verdächtig. Und es kroch hervor. Ein Ungeheuer wie aus einer fernen Zeit.

    Es blieb stehen. Ich betrachtete es. Und, so schien es mir, es betrachtet mich. Da hockt es nun, mitten auf dem Tisch. Mitten im Restaurant. Eine Kakerlake. Schreien, ekeln, spucken? Oder einfach weiteressen? Empören? Oder ignorieren?

    Während ich weiter darüber grübelte, wie ich mit dieser Situation umgehen sollte, aß ich genüsslich den Salat mit frittierten Mehlwürmern.

    Guten Hunger!

    Übung#5

    Seine brennend roten Augen hatten Mühe den richten Schlüssel zu finden. Er empfand das Öffnen der Eingangstür wie das Knacken eines Panzerschrankes. Ein Kraftakt. Als wollte er mit einer Hand ein Flugzeug heben.
    Kaum fiel die Tür hinter ihm wieder ins Schloss, rutsche sein Rucksack langsam an ihm herunter. Er schleppte sich mit schlürfendem Gang über den Flur. Bis er endlich das Schlafzimmer und das ersehnte Ziel erreichte: sein Bett.

    Kein Wort. Keine Geste. Nichts.
    Nur ein Blick, der die ganze Wut offenbarte, die sich seit sehr langer Zeit in ihm angestaut hatte. Die Venen an seiner Stirn quollen heraus, als wollten sie seinen Gegenüber packen. Sie pulsierten immer schneller. Sein Gesicht verfärbte sich immer weite ins Tiefrote. Er spürte nichts mehr. Der Zorn übernahm nun die Kontrolle.

    Der Tage hätte nicht besser laufen können. Ihr Blick schweifte in die Ferne. Sie spürte die leichte Sommerbriese. Das frische Gras. Die warmen Sonnenstrahlen. Sie spürte die Harmonie der ganzen Natur auf ihrer Haut und das schöne Gefühl, geliebt zu werden.

  • Übung#7

    Wo kein Anfang, da kein Ende.
    Auch keine abrupte Wende.

    Wer nicht beginnt zu schreiben,
    der kann auch nicht treiben,
    die Texte vor sich her,
    bis der Füller ist leer.

    Ist die Arbeit erst geschafft
    und die Texte zusammengerafft,
    stellt sich ein, das schöne Gefühl
    und das finanzielle Kalkül.

  • Danke deine Tipps waren hilfreich, habe mich auch gleich ran gesetzt
    „Übung 11“

    Heute ist es kein schönes Wetter, draußen Regnet es wie aus Eimern. Wer sich dieses blöde Wetter nur ausgedacht hat? Die Antwort werde ich wohl nie bekommen. Jedenfalls sehe ich das als gute Gelegenheit so etwas in dem Haushalt zu tun und meiner Leidenschaft nach gehen das schreiben, egal was draus wird, es wird gut.
    Ich sitze über meinem Block und denke nach was ich Anfange zu schreiben, da bemerke ich doch das der Regen eine leise Melodie an meinem Fenster spielt und so lausche ich einer weile dem zarten Regen.
    So schnell kann man von vielen Dingen abgelenkt werden.
    Nun widme ich mich dem schreiben und habe entschlossen,das es eine kleine süße Regen-Geschichte wird sie soll heißen“Wenn kleine Fische im Regen tanzen“

    • Die männliche Form schließt Frauen/Mädchen/Omas/Opas/Tanten/Onkel ein. Wer/was ein Problem damit hat, der/die sollte woanders lesen. Ich werde meinen/meine Text/Texte nicht durch er/sie/es Formen für Autor/innen zerstören.
      Mit freundlichem Gruß und freundlicher Grüßung,
      Walter

      • Hallo Walter, es ist als Mann leicht zu sagen, dass Frauen mit eingeschlossen sind. Sie fühlen sich aber nicht eingeschlossen, sondern vernachlässigt. Ich fände es eine wirklich gute Übung, mal zu schauen, wie wir Texte geschlechtergerecht formulieren können, ohne den Lesefluss zu stören. Oder ist dir die Herausforderung zu groß?

        • Fühlst du dich als „Kunde bei DM“ oder als „Bewerber für den neuen Job“ etwa nicht angesprochen? Nur weil da kein /inn steht sind wir doch nicht ausgeschlossen. Verlieren wir bei der Disskussion um er/sie/es nicht den Blick für’s große Ganze? Feminimus beginnt nicht bei der Schreibweise.

    • Ich fühle mich auch ohne /innen und *innen angesprochen.

      Es ist so lästig, immer an die Endungen zu denken, die ja nicht immer konsequent geschrieben werden.
      Schon mal etwas von folgenden Wörtern gelesen:
      Kinder und Kinderinnen
      Teenager und Teenagerinnen (oder beginnt das Geschlecht erst später?)
      Oder wie steht’s mit der politischen Neuschöpfungen von Gefährder/*innen?

  • Er ist müde
    Da ist es wieder, dieses Gähnen das er nicht mehr kontrollieren kann. Die Abstände werden kürzer, die Augenlider schwerer. War das ein schnarchen? Er glaubt noch dieses typische Geräusch – hrrr schrrr – für einen Bruchteil der Sekunde gehört zu haben. Sein Kopf ist leer, die Gedanken weichen, die Musik lullt ihn ein und wird monotoner. Griechischer Wein wirkt doppelt. Er atmet tiefer ein, holt Luft um noch länger zu gähnen. Alles drumherum ist ihm egal, sein Widerstand gegen die Nacht ist noch schwerer zu brechen, bis er nachgibt und die Dunkelheit gewinnt. Auch sein Computer verabschiedet sich in den Ruhemodus.

    Er war wütend
    120 Dezibel zeigt die Lärmampel, als er wieder einmal losbrüllt:“Ich will meine Ruhe haben, man versteht sein eigenes Wort kaum“. Er nimmt das Klassenbuch und wirft es fest auf das Pult. Die Schüler der Ersten Reihe zucken zusammen und reißen die Augen auf. Auf Geschrei folgt ängstliche Ruhe, bis wieder jemand den Trigger auslöst.

    Sie war glücklich
    Wieder dieses schöne kribbeln im Bauch. Sie jubelt:“Endlich geschafft“, nachdem sie jahrelang an der Uni auf diesen Tag hinarbeitete. Ein paar mal umkreiste sie tanzend ihre Kommilitoninnen und alle hüpften im Takt der Heiterkeit. Einige fielen sich in die Arme, verdrückten ein paar Freudentränen und die Anspannung der letzten Wochen entwich, wie die Luft aus einem Ballon. Und so fielen sie ins Gras und betrachteten zufrieden die vorbeiziehenden Wolken und die Schatten der passierenden Studenten, die zum Hörsaal 1 pilgerten.

  • Übung 5

    1) Er war müde.
    Seine Augen fielen immer wieder zu, sein Kopf sackte zur Seite. Irgendwann gab er auf und sackte in den unweigerlichen Schlaf.

    2) Er war wütend.
    Nun ließ auch er alles los. Seine Augen traten heraus, dann schlug er mit flacher Hand auf den Küchenschrank. Seine Worte, seine Stimme, alles kam heraus, roh, unkontrolliert, aus den tiefen Tiefen, irgendwo, dort, wo seine Enttäuschung lag.

    3) Sie war glücklich.
    Ihr Lachen sprudelte über, sie verschluckte Worte und ließ dabei keine Nachfragen zu, sie strahlte so sehr, dass sich dies auch niemand getraut hätte, nachzufragen natürlich, denn es war echtes Glück. Ein solches, dass Magenschmerzen verursachte, weil der bloße Anblick die Frage provoziert: Wann habe ich das letzte Mal so gefühlt?

  • Aufgabe 5: Erzähle nicht, zeige!
    1. Deutlich zeichneten sich schon blaue und violette Ringe unter seinen Augen ab, während er noch immer an einem Essay arbeitete. Hin und wieder streckte er sich, um seine Glieder zu entspannen. Bei jedem weiteren Gähnen, das ihm entfuhr, nahm seine Konzentration ab bis sie kaum noch vorhanden war.
    2. Während seine Eltern so geschlossen und zusammen vor ihm standen und ihn gemeinsam tadelten, ging sein Atem immer schneller und kürzer. Hitze stieg in ihm auf und er hatte das Gefühl, seinen Kopf in eine Wanne voll Eiswürfel stecken zu müssen, um einen kühlen Kopf zu wahren. Mit zusammengekniffenen Augen blickte er abwechselnd zu seinem Vater und seiner Mutter, nahezu unfähig etwas zu erwidern, obwohl er der festen Überzeugung war, dass er nichts falsch gemacht hatte. Mit jedem Wort seiner Eltern stieg die Hitze und er musste die Hände zu Fäusten ballen, um sie nicht gleich an die Brust seines Vaters zu legen, damit er ihn wegstoßen konnte.
    3. Negative Gefühle konnte sie schon immer gut verstecken. Umso echter war das Strahlen, das sich jetzt auf ihr Gesicht stahl, als sie in das Gesicht ihres Bruders sah. Eine angenehme Wärme hüllte sie ein und breitete sich in ihr aus. Ihre Augen leuchteten wie sie es lange nicht mehr getan hatten. Selbst wenn sie es gewollt hätte, das Lächeln konnte ihr niemand so schnell aus dem Gesicht nehmen.

  • Aufgabe 13: Vergiss die Verben

    Glockenspiel. Schwarze Kleidung. Trauer. Tränen. Zu viele Tränen. Kein Entkommen. Sarg. Pastor. Erzählung. Gebet. Stickige Luft. Enge. Fülle. Atemnot. Herzrasen. Sterne vor den Augen. Dunkelheit.

  • Aufgabe 17: Das Zitat

    „Sein oder Nichtsein; das ist hier die Frage.“ – Stopfen oder genießen; das ist hier die Frage.
    „Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein gewaltiger Sprung für die Menschheit.“ – Dies ist wenig Geld für Kim Kardashian, aber unglaublich viel für mich.

  • Nummer 10: Der Film „The Crow“ (Brandon Lee) in drei Worten:
    „Paarmord. Liebe. Schutz.“

    Warum Schutz und nicht Rache oder Vergeltung? An mehrere Stellen zeigt Eric Draken, dass er die Gesellschaft schützen will. Zitat: „Mutter ist das Wort für Gott in den Herzen und auf den Lippen aller Kinder dieser Welt. Deine Tochter irrt nachts durch die Straßen und sucht Dich“

    Nummer 21 (Charakterbeschreibung in fünf Sätzen)

    „Bleich und hohlwangig ohne jedoch ausgemagert oder besonders kränklich zu wirken stand Bjørn an einem viktorianisch verzierten Operstionstisch. Undeutlich vor sich hin murmelnd –wie typisch für ihn — prüfte der hochgewachsene Mann im Laborkittel kritischst einen gläsernen Kolben. ‚Reagenzglas, nicht Kolben!‘, zischte er mahnend mit kehliger Bassstimme und verkrampfte die geballte, seit beginn unruhige nicht in die Arbeit involvierte Hand. Auffällig mag für Fremde sein lederener Herrenrock wirken, der wie eine Ode an die Gothic Szene scheinen mag. Nach einigen Minuten konzentrierter Arbeit setze er das Glas in eine sterile Halterung und rief donnernd: ‚Margaret, Morgen werden wir ein Mittel gegen Glasknochen haben, oder ich stürze mich vor das nächste Tesla-Auto!'“

    Ich habe mich an einer Mischung aus der fortgeschrittenen Variante und der Standard-Aufgabe versucht. Nicht explizit aus geschlossen, war das Einbetten der Beschreibung in einen Text. Meinungen?

  • # 11 – zumindest habe ich versucht sie kurz zu gestalten 😉

    Sei froh, dass du noch lebst!

    „Sei froh, dass du noch lebst!“ – Wie sehr ich es hasse das zu hören. Soll das jetzt mein Leben sein??? Ich liege hier, an dieses Bett gefesselt und alles was ich machen kann ist meine Augen zu öffnen.
    Sie kommen jeden Tag und fragen mich, ob ich die Finger bewegen kann, ob ich irgendwas bewegen kann, ob ich irgendwas spüre.
    Ja, ich spüre etwas. Wut. Alles in mir brennt und ich kann es nicht kundtun, ich kann es niemandem entgegen brüllen. Und ich spüre noch etwas die Enge in meiner Brust, weil ich an dieses Leben gefesselt bin und dem ganzen nicht entfliehen kann.
    Warum habe ich diese blöde Erklärung nicht fertig geschrieben, dass ich keine Lebenserhaltenden Maßnahmen haben möchte? Dann wäre ich nicht in diesem Schlamassel. Dann würde ich hier jetzt als Geist durch die Gegend schweben und den anderen zu sehen. Aber so. Ich kann hier nur liegen und habe ein extrem eingeschränktes Sichtfeld, weil ich sonst nichts bewegen kann. Ich kann nicht meinen Kopf zur Seite drehen und aus dem Fenster schauen. Nick sagt, dass es ein toller Ausblick ist. Schön für ihn. Dann soll er mein Bettgestell mal verändern, damit ich es auch sehen kann.
    Ich habe mir früher oft die Frage gestellt, was schlimmer ist. Blind, oder taub zu sein. Ich bin beides nicht und doch irgendwie schon.
    Ich kann nur hören, was man mich hören lässt und nur sehen, was man mich sehen lässt.
    Ich kann nicht meine Lieblingsmusik hören, ich kann Nick nicht freudig lachen und Scherze machen hören. Ich kann keinen Sonnenaufgang sehe, keine Verfärbung des Himmels, keine fröhlichen Gesichter.
    Meistens sehe ich nur die Deckenplatten in diesem blöden Krankenzimmer.
    Und wünsche mir, dass ich einfach nur eingeschlafen wäre. So wie Opa. Einfach. Kurzes Unwohlsein. Schmerz. Dunkelheit. Keine Schmerzen mehr. Frieden. Ruhe. Ende.

    Aber so ist es nicht. Am meisten ärgere ich mich darüber, dass ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört habe. Ich wusste, dass irgendwas nicht stimmt, als ich immer vergesslicher wurde. Ich dachte ich wäre überarbeitet, nicht fokussiert, dehydriert, unterversorgt von Mineralien und Vitaminen. Ich hatte kurz überlegt zum Arzt zu gehen, aber wer geht schon zum Arzt weil er mal wieder vergessen hat, dass im Kofferraum noch ein Päckchen liegt, dass man zur Post bringen wollte. Oder die Milch zu kaufen. Oder so in Gedanken war, dass man den normalen Weg nach Hause gefahren ist, ohne bei Oma anzubremsen. Oder fragt, ob man das Dings aus dem Backofen haben kann, nur, weil der gerade geöffnet wird und nicht sagt, dass man die Butter aus dem Kühlschrank haben möchte?
    Das sind doch Lappalien und mal ehrlich, ich dachte eher, dass ich dement werden würde und fand es einfach nur verängstigend mich irgendwann an nichts mehr erinnern zu können, wie die Frau in dem Film. Sie war eine hoch brillante Professorin mit einem fantastischen Gedächtnis und nachdem sie sich erst nur auf ihrer Routinelaufstrecke verlaufen hatte wusste sie am Ende in ihrem eigenen Haus nicht mehr wo die Toilette war und hat sich eingemacht.
    Wer will denn schon so enden? Und mal ehrlich das ist eine Krankheit die sich eh nicht aufhalten lässt. Warum soll man dann zum Arzt gehen und früh eine Diagnose bekommen, wenn man mit dem Ergebnis nichts anfangen kann?
    Woher sollte ich wissen, dass es auch andere Dinge sein könnten? Hat Doktor Google mir das kundgetan? NEIN.
    Tja, und jetzt liege ich hier und darf mir täglich anhören „Sei froh, dass du noch lebst.“ Je länger sie es mir erzählen umso mehr verschwindet das Ausrufezeichen hinter dem Satz, wird zu einem Punkt und wandelt sich ganz langsam zu einem Fragezeichen.
    Am Anfang dacht ich noch. Wie furchtbar, ich liege hier und muss mich waschen lassen. Ich werde von wildfremden Menschen angefasst. Aber mal ehrlich. Das findet nur in meinem Kopf statt. Als wenn ich auch nur irgendwas davon spüren würde.
    Die Ärzte erzählen mir, dass ich es irgendwann wieder spüren werde. Mein Nerven wurden schließlich nicht beschädigt. Was wissen die schon? Liegen die hier und spüren nichts, oder liege ich hier und sehe mir die Decke an?
    Warum sind diese Krankenhausdecken eigentlich so wahnsinnig langweilig? Warum ist nicht schon mal jemand auf die Idee gekommen Bilder an die Decke zu malen, oder aufzuhängen? In unserer modernen Zeit sollte die Decke aus Bildschirmen bestehen. Dann könnte ich endlich mal was Anderes sehen.
    Ob sonst noch jemand weiß, dass die Deckenplatte direkt über mir 253 Punkte hat?

    Es sind jetzt 99 Tage an die ich mich erinnern kann. Die ich in dieser bewegungslosen Hülle verbringen musste und ich rechne es Nick hoch an, dass er jeden dieser 99 Tage bei mir war und vermutlich auch die 43 Tage davor. Er hat mir davon erzählt, wie es war, als er nicht wusste, ob ich wieder aufwache. Ich würde ihn so gern in meine Arme ziehen und ihm sagen, dass alles wieder gut wird. Aber wie soll ich das tun?
    Zum einen kann ich mich immer noch nicht bewegen und zum anderen glaube ich ja selber nicht daran. Wie soll ich ihm etwas vorgaukeln. Er kennt mich so gut, er würde mir an den Augen ablesen, dass ich es nicht so meinen würde. Ich wünschte nur, ich könnte mit meinen Augen sprechen.
    Jeden Tag versuche ich ihm mit Blicken zu erklären, dass ich mal etwas Anderes sehen möchte. Aber der einzige Moment, wo ich mal nicht die grauen Platten sehe ist, wenn ich gewaschen werde. Alle drei Tage. Dann für einen kurzen Moment werde ich umgelagert und ich kann einen Blick nach draußen erhaschen. Es ist wirklich ein toller Ausblick. Könnte ich ihn doch nur öfter sehen.

    Tag 100 und die gefühlt zehnte Therapeutin erscheint in meinem Blickfeld. Und ich kenne sie. Ich bin mit ihr im Kindergarten gewesen. Die kleine Antje haben wir sie genannt. Klein ist sie immer noch, aber mit Abstand nicht mehr so elfengleich wie früher. Jetzt sieht sie mehr wie die Trollin, aus der Eiskönigin aus. Wenigstens lächelt sie auch genauso.
    Das erste was sie macht, bevor sie „Hallo“ sagt ist mein Kopfteil hochstellen und mein Bett in Richtung Fenster schieben. Und ich kann das Meer sehen. Nick hat es tatsächlich geschafft eine Klinik zu finden die direkt am Meer liegt und endlich weiß ich, woher er die Kraft nimmt jeden Tag zu mir zu kommen und nicht völlig daran zu zerbrechen. Ich kann ihn sehen, direkt vor meinem Fenster erstreckt sich das Meer und ich kann einen einsamen Kitesurfer sehen. Er ist mit seinem 15er Kite unterwegs, also ist es nicht besonders windig. Er gleitet über die kleinen Wellen und springt sogar. Wir sind schon so lange hier, dass er es endlich lernen konnte.
    Es ist einer der schönsten Augenblicke, den ich seit Wochen gesehen habe. Mir laufen Tränen über die Wangen und ich hebe meine Hand um sie wegzuwischen. Es ist so eine gewohnte Bewegung, dass es mir nicht einmal auffällt.

    Tage später und nach zig weiteren Untersuchungen erklärten die Ärzte mir, dass mein Kopf sich neu gebootet hatte und jetzt wieder richtig verknüpft ist. Ich kann wieder alles bewegen und alles spüren.
    Heute stehe ich am Strand und Nick hält mich in seinen Armen. Ich spüre seinen Kuss auf meinem Kopf während wir der Sonne zusehen, wie sie untergeht.
    Wir haben unsere alten Jobs aufgegeben und leben jetzt hier am Strand. Vieles hat sich mit der Krankheit verändert, aber anderes nicht. Die Liebe zum Meer und die Liebe zwischen uns.

    ENDE

  • #11
    Zebraschatten

    Der Bus rollte gemächlich durch die in der Hitze flimmernden Straßen. Er schaukelte hin und her, als wollte er mich in den Schlaf wiegen. Bei meinem Gegenüber hatte das anscheinend funktioniert. Der Mann trug ein T-Shirt, das schwarze und weiße Längsstreifen besaß. Aus Langeweile begann ich, sie zu zählen. Zwei vom Kragen aus, dann fünf bis zum Bauch hinunter. Die Streifen in der Mitte wurden durch die beiden Ärmel gedrittelt, was mich irgendwie aufregte.
    Der Mann jedoch lehnte weiterhin in sich zusammengesackt am Fenster des Busses. Sein Mund stand halb offen und im Moment visierte eine Fliege ihn als augenscheinlichen Landeplatz an. Gespannt beobachtete ich, wie sie zuerst auf der Nase des etwas stattlich gebauten Mannes landete, dann noch zweimal um seinen Kopf kreiste und sich schließlich auf seinen Schuh setzte.
    Ich seufzte leise. Gelangweilt lehnte ich meinen Kopf an die aufgewärmte Fensterscheibe und starrte auf die Gebäude, die quälend langsam vorbeizogen. Der Bus hielt an einer Ampel. Ich seufzte genervt und zählte die weißen Streifen des Zebrastreifens, den ich von meiner erhöhten Position aus fast ganz sehen konnte. Fast. Ich verdrehte die Augen. Den Letzten konnte ich nicht vollständig sehen, da er zur Hälfte unter dem Bus verschwand. Wenn es denn der Letzte war. Und nicht der Vorletzte.
    Ich schloss die Augen. Eigentlich sollte ich heute noch meine Hausaufgaben fertig machen. Alle anderen hatten in der Pause noch irgendetwas hingekritzelt und behaupteten am nächsten Tag, sie hätten die Aufgabenstellung nicht verstanden. Als der Bus endlich zischend stehenblieb, hievte ich mich aus dem Sitz, warf noch einen letzten Blick auf den Mann mit dem gestreiften T-Shirt, das mich immer noch höhnisch anzugrinsen schien.

    Ich starrte auf das linierte Blatt, das inzwischen von Kritzeleien übersät war. Eigentlich sollte ich meine Interpretation von Kafka fertigstellen. Frustriert riss ich das Blatt aus meinem Collegeblock und schrieb sorgfältig die Überschrift auf eine neue Seite. Ganz ehrlich, die Geschichten von diesem Typen waren so verworren wie meine Haare am Morgen, nachdem ich geduscht und mit noch nassen Haaren geschlafen hatte. Ich schaute einmal quer durch mein Zimmer, auf die Tasten meines Klaviers. Sie beruhigten mich auf eine seltsame Art und Weise durch die Monotonie des schwarz-weißen Rhythmus.
    Es schien so einfach. Schwarz. Weiß. Schwarz. Weiß. Die Uhr tickte.

  • #11 Du kannst eine Nacht nicht schlafen

    Hellwach liege ich in meinem Bett. Der letzte Kaffee war wieder mal zu spät. Die vielen kleinen Geräusche in der Wohnung machen mich nervös. Drei Fenster weiter läuft laute Jazz Musik. Genervt stehe ich auf und laufe zu Spülmaschine um sie zu stoppen. Rastlos Räume ich mehrere Spielsachen auf und trete dabei auf einen Legostein. Immer diese Unordnung hier und allen ist es egal, denke ich gereizt. Wie schön wäre es jetzt einfach rauszugehen und zu laufen. Laufen soweit einem die Füße tragen. Alles machen worauf man Lust hat. Plötzlich merke ich das ich meinen rechten Schuh in der Hand halte. Ich schlüpfe rein und binde ihn zu. Soll ich das wirklich machen? Eine Nacht ganz allein? Ohne an Konsequenzen zu denken? Während ich weiter darüber nachdenke, ziehe ich schon meinen linken Schuh an und nehme meine Jacke von der Garderobe. Ein letzter Blick in den Spiegel und schon stehe ich auf der dunklen Straße. Ich folge der Jazz Musik und schaue durch das hell erläuchtete Fenster. Ein Mann und eine Frau tanzen ausgelassen Arm in Arm. Ich bin neidisch auf diese pure Freude die ihre Gesichter zeigen. Plötzlich fängt die Frau an sich auszuziehen. Unter ihrem Shirt ist sie nackt. Kleine pralle Brüste hüpfen auf und ab zum Klang des Saxophones. Der Mann nimmt eine der Brüste in die Hand und saugt an der Brustwarze. Sie genießt es sichtlich und läßt ihre Hüften zum Klavierspiel kreisen. Während sie weitertanzt zieht der Mann sich aus und legt eine neue Jazz Platte auf. Zu spät bemerke ich das der Mann mich gesehen hat. Er lächelt und geht zurück zur Frau.

    Fortsetzung folgt..
    Das war mein erster Text nach über 10 Jahren. Bitte seit gnädig.
    Liebe Grüße Angelina

  • Ich glaube, meine Schreibblockade ist weg 🙂

    Übung #11: Schreibe eine Kurzgeschichte (zu: Draußen regnet es.)

    Grau
    Draußen regnet es. Die Wolken brechen und ergießen sich über unserer Welt. Die Regentropfen prasseln auf den Asphalt. Ich kann es hören. Ich starre in die Ferne. Ich kann nichts erkennen. Alles ist grau und verschwommen.
    Ich sehe ein Pärchen die Straße entlanggehen. Sie laufen Arm in Arm und teilen sich einen Regenschirm. Trotzdem tropfen ihre Haare vor lauter Feuchtigkeit. Die Haare sind grau. Beide haben lange Haare, der Mann trägt einen Pferdeschwanz, man sieht trotzdem wie schütter sein Haar ist. Der Pferdeschwanz steckt in dem Kragen seines dünnen Mantels, der der Nässe sicherlich nicht standhält. Er muss alt und schon oft getragen sein. Von dem Pferdeschwanz fließt der ganze Regen sicherlich in seinen Kragen, seinen Rücken hinunter. Bestimmt fröstelt der Man furchtbar, denke ich während ich nach draußen sehe.
    Die Frau hat ihre Haare offen, sie kleben ihr nass im Gesicht, gerade streicht sie sich eine Strähne aus dem Gesicht. Dabei fließt ein Wassertropfen von ihren Haaren auf ihre Hand. Sie versucht ihre Hand mit ihrer Jacke abzutrocknen. Vergebens. Die Arme hat ja nur ein Strickjäckchen an! Der Stoff trieft auf ihren Rock, ein langer Jeansrock. Wenn er trocken ist, ist er bestimmt heller, aber im Moment hat der Rock die Farbe eines Tintenfasses.
    Tropf, tropf, tropf… Bei jedem Schritt tropft das Paar auf den Pflasterstein, der den Gehweg vor meinem Haus bildet. Zwischen den Steinen haben sich kleine Flüsschen angesammelt, die sich mit dem Regen und den Tropfen aus den Klamotten des Paares mischen. Alles sieht gleich grau aus.
    Sogar die Haut der grauen Menschen. Graue Haare, graue Haut. Graue Haut mit eingefallenen Wangen und Augen. Sie lächeln trotzdem. Warum lächeln sie? Die Zeit hat tiefe Furchen in das Antlitz der Grauen gegraben, überall sind Schatten und Falten. Führe ich auch so ein tristes Leben? So trist und grau wie der Regen?
    Ich bin alt, ja, vielleicht so alt wie das Pärchen. Aber ich bin weiß, nicht grau, sauber und weiß. Ich habe ein Dach über dem Kopf, sitze in einem Haus, so weiß wie mein Haar. Nur meine Haut hat auch Falten. Jedoch weniger tief und dunkel. Und meine Haut ist nicht grau, sondern weiß. Also führe ich auch kein graues Leben, nicht wahr? Ich führe ein weißes Leben!
    Die Grauen, vermutlich sind sie arm, sonst wären sie jetzt ja nicht draußen, sonst wären sie nicht so tropfend nass, sind inzwischen vor meinem Fenster. Dort schaukeln sie langsam voran. Das Licht aus meinem Zimmer fällt auf den Pflasterstein. Es spiegelt sich dort weiß, es hellt das grau der Armen auf. Es verstärkt die Schatten, die Falten. Ich bin nicht so alt, ich bin nicht so grau!
    Auf einmal dreht die Frau den Kopf, sieht mich an, sieht mir tief in die Augen und lächelt gütig. Warum lächelt sie? Ihre Augen sind grau. Der Regen tropft von dem grauen Regenschirm neben ihre Nase. Ich ziehe eine weiße Augenbraue hoch und drehe den Kopf weg.
    Aus dem Augenwinkel sehe ich wieder aus dem Fenster zu dem Pärchen im grauen Regen, sehe wie der Mann die Frau an sich zieht und sie ihre grauen Haare an ihn drückt. Grau und grau treffen aufeinander. Ihre Lippen sind nicht grau, es ist ein warmes Rosa. Ein flüchtiger Kuss.
    Ich drehe mich weg. Nicht, weil ich diesen intimen Moment nicht stören will, sondern weil ich merke, dass weiß kalt ist. Ich will hinaus in den Regen, hinaus aus dem weiß, ich will auch grau sein.

    Danke für die tollen Tipps!

  • #Übung 1

    Montag morgen, es ist zehn Uhr und ich betrete die Firma. Die Firma, dessen Namen man einer Institution völlig irrer Menschen gegeben hat. Eine Einrichtung die Hirnverbrannte beheimatet in der sie sich jeden Montag, zur geschlagenen Stunde zehn, einfinden.

    Der Chef ist ein Choleriker vor dem Herrn. Seine Assistentin, die noch größere Eier hat als er selbst, ist bereits vor Ort als ich die Stufen hinauf in den ersten Stock nehme. Nach meinem üblichen Gang in den Besprechungsraum lege ich meinen Rucksack auf einen Stuhl, um im Anschluss daran in jeden Raum zu schauen wer von den Bescheuerten und Bekloppten bereits anwesend ist.

    Und tatsächlich gleich im ersten Raum angekommen, ich wünschte mir diesen als letzten oder gar nicht betreten zu haben, sitzen Drama Lama und seine Gehilfin. Das leise Gemurmel, das ich bereits im Flur wahrnahm, nimmt ein abruptes Ende als mich beide plötzlich im Türrahmen erblicken. Sie sehen aus zwei aufgescheuchte Rehe, gleich zum Abschuss bereit. Und ich bin bereit.

    Ich gehe zunächst auf Drama Lama und anschließend auf seine Gehilfin zu, um sie mit meiner unvergleichlichen Freundlichkeit, in Form einer Umarmung, nach der ich mir am Liebsten wieder eine Dusche gönnt hätte, zu begrüßen. Mit reiner Genugtuung, beide Lästerschwestern in ihrer Intimität gestört zu haben, nehme am Schreibtisch mit dem letzten freien Rechner Platz.

    Nach kurzem Schweigen wendet sich die Gehilfin an mich und gesteht mir letzte Nacht von mir geträumt zu haben. Ich pruste so derbe laut los vor Lachen, dass mir beinahe die Luft zum atmen bleibt. Ob bei ihr nicht mehr alles richtig sei, frage ich sie? Habe sie kein Privatleben, dass ihr nach Feierabend die Kollegen und vor allem ich nicht aus ihrem Kopf gingen? 

    Welch Absurdität rufe ich als ich aufstehe, in die Küche gehe und mir einen Kaffee ziehe.

    Anschließend nehme ich wieder an meinem Schreibtisch Platz. Die Tratschtanten sind derweil im Raum verblieben. Nach einer Weile fangen beide an, sich weithin hörbar über den cholerischen Chef zu unterhalten. Auf Grund eines Lobes das ihnen angeblich zuteil wurde, schaukeln sich beide gegenseitig in höchste Ekstase und Erregung, dass mir schon vom bloßen Zuhören schlecht wird und ich mir überlege mich entweder spontan krankzumelden oder etwas zu erwidern. Ich entscheide mich für Letzteres.

    Ich frage, ob dieses dümmliche Gerede irgendwen interessiere und stelle fest, dass selbiges nur auf ihre geistige Beschränktheit zurückzuführen sei.
    Was sie sich auf ein angebliches Lob einbilden würden und es mit Bestimmtheit sicher sei, dass der Choleriker von Chef sich im Moment des Lobes schon gar nicht mehr habe daran erinnern können, dieses je in ihre Richtung ausgesprochen zu haben.

    Daraufhin stecke ich mir Kopfhörer in die Ohren und stelle die Musik an, um diese Borniertheit nicht weiter zu ertragen zu müssen.

  • #Ich empöre mich

    Oida!!!

    Warum, bitte seid ihr nicht fähig, euch ein paar simple Corona-Regeln zu merken. Fangen wir mit „A“ an: A b s t a n d !!!
    Da hilft es euch auch nix, wenn ihr auf offener Straße mit der Maske herummarschiert, eng an eng und mir zu dritt entgegenkommt.

    Ach – ihr DÜRFT nebeneinander gehen, weil ihr im gemeinsamen Haushalt wohnt? Und was glaubt ihr bitte, wo und wie sich die/ der Entgegenkommende in Luft auflösen soll? Euch egal, nicht wahr, denn IHR seid der Nabel der Welt… Und wer sich aufregt ist uncool. Ach so, ja, und überhaupt ist eh alles Panikmache. Und IHR werdet nicht krank. Und das alles hat sich eh nur das böse System ausgedacht, das euch gängeln will. Oida!

    Und was ich auch schon nicht mehr sehen kann: Die Kinnträger. Glaubt ihr wirklich, eure Bartstoppeln oder eure Fetthaut am Goderl ist so steril, dass ihr die Maske wieder hinaufziehen könnt? Und das mehrmals am Tag. Nein, eh, ich frag euch ohnehin nicht, wie lang ihr so eine Einmalmaske tragt. Und wenn länger, ob ihr sie wenigstens trocknet oder in der Sonne desinfiziert. Okay und ich erwarte auch nicht, dass ihr als euren Beitrag zur Umweltfreundlichkeit eine waschbare Stoffmaske tragt. Wie ihr ausseht ist euch egal, mir klar. Die Zeiten sind furchtbar und man muss es euch ansehen.

    Ey und bitte: Wie entsorgt ihr eure Masken Im Altpapier etwa? Oder werft ihr sie etwa einfach auf den Boden? Desgleichen die grindigen Gummihandschuhe? Und wisst ihr eh, dass das alles ein Umweltwahnsinn ist?

    Denkts doch nach. Von A bis Z. Von Abstand bis Zsammhalten.
    Oida!!!

  • Hallo ihr,
    Kann sein, dass ich die Übung schon ein bisschen zu weit geführt habe, aber ich denke der Kern ist schon so wie gedacht. Hat mir auf jeden Fall Spaß gemacht und mit Sicherheit auch geholfen.
    Übung 4
    Er ist müde:
    Verschlafen reibt er sich über die Augen. Der Tag war viel zu lang. Ohne es zu merken bewegen sich seine Lieder immer weiter nach unten, bis sie schließlich komplett geschlossen sind. Erschrocken reißt er die Augen wieder auf. Nicht schlafen. Während er versucht im Chaos seines Kopfes einen klaren Gedanken zu fassen passiert es schon wieder. Verdammt. Seine Glieder fühlen sich so unglaublich schwer an. Alleine ein Bein vor das andere zu setzen kostet viel zu viel Energie. Einzig der Gedanke an sie treib ihn weiter voran

    Er war wütend:
    Seine Gedanken schweifen zurück zum letzten Tag und zu seinem Gespräch mit ihr. Er kann sich noch genau daran erinnern wie sie bei ihren Worten dieses Gefühl in seiner Brust ausgebreitet hatte. Ihre Worte hatten etwas in ihm ausgelöst. Am liebsten hätte er irgendetwas getreten. Seine Arme hatten sich angespannt und seine Augen wurden ohne sein zutun schmal. Wie konnte sie ihm das nur so entspannt sagen. Einfach so neben bei. Wie konnte ihr jemand so etwas antun und sie nahm es einfach so hin. Er konnte nicht mehr denken. Alles was er in diesem Moment wusste war, dass er das nicht so auf sich sitzen lassen konnte. Er musste etwas tun. Das Gefühl hatte sich in seinem Körper ausgebreitet wie ein Feuer und loderte in ihm. Auch jetzt noch. Er musste etwas tun, dass wusste er. Auch wenn sie ihn gebeten hatte es nicht zu tun.

    Sie war Glücklich:
    Gerne denkt sie zurück an die Zeit in der noch alles in Ordnung war. Jeden Morgen war sie aufgewacht und hatte dieses Kribbeln in ihrem Körper gespürt. An jedem Morgen zierte ein Lächeln ihr Gesicht. Nie war es ihr leichter gefallen sich aus dem Bett zu bewegen als in dieser Zeit. Dieses Gefühl war wie ein Droge. Es hatte sie mit Energie gefüllt. Jeder Tag war ein neues Abenteuer und wollte von ihr entdeckt werde. Jedes Erlebnis brachte ihr neue und unvergessliche Erinnerungen. Außerdem war er damals noch da. Er lag jeden Morgen neben ihr und war einer der der Gründe für ihr Lächeln und diese Energie. Er war ihr bester Freund und Partner in Crime. Und jetzt war er weg und alles war anders. Nur wegen einem Moment der Unachtsamkeit.

  • Richtig super – ich freu mich auf die Reise, die ich dank Deiner Ideen beginne.
    Und ich freu mich, die Geschichten aller anderen in den Kommentaren zu lesen. 🙂

    ____

    Die brisante Landschaft, rau, kalt und vom Wasser und seiner unbändigeren Kraft gezeichnet. Der Himmel ist von einem grauen Schleier bedeckt, was Wasser tobt und wütet. Es bricht in heftiger Wucht an den Felsen, die an der Klippe empor steigen. Der schwere Regen prasst ihr ins Gesicht – dort wo sie steht, an der Klippe, die nassen Haare liegen über ihrem Kopf zerstreut. Ihre herabfallenden Tränen vermischen sich mit den an ihr herunterlaufenden Regentropfen.
    An was glaubte sie?
    Wut, Trauer, Enttäuschung über … ja über was denn? Mal über sich selbst, ein anderes Mal über die ganze weite Welt. Nichts als Empörung und Wehleidigkeit empfand sie für sich selbst.
    Und doch konnte sie nicht widerstehen. Wellen an Emotionen, die sie tagtäglich überschwemmen, manchmal beinahe ertränken.
    Sie erkannte, dass sie das Kind war, das in den Brunnen gefallen ist. Kämpfend, keuchend versucht sie sich wieder und wieder die schleimigen, kalten und moosbewachsenen Steine hinauf zu ziehen. Jedes Mal versucht sie sich in den mit Schlamm gefüllten Spalten zwischen den unüberwindbaren Steinen festzukrallen. Zurück zu der Trost spendenden Sonne möchte sie. Lebensspendende, warme, weiche Strahlen, die sie umarmen, wenn sie verzweifelt nach einer Umarmung sucht.
    Eine Sehnsucht in der schier unüberwindbaren Dunkelheit am Grunde des Brunnens.
    Langsam fühlt sie, wie ihr Körper beginnt untergehen. Müde vom Kampf gibt sie nach und empfängt ihren Abschied mit Akzeptanz. Sie wird eingehüllt von Schatten. Der unliebsame Begleiter nimmt sie sanft auf und trägt sie friedlich hinfort. Weg von allem, was sie aufwühlte und allem was sie war.

    Stunden später wacht Ben unliebsam von dem schallenden Klingeln seiner Haustüre auf.
    Das leere Glas Wein hatte er wohl im Schlaf umgeworfen. Ein Blick auf die Uhr des Backofens offenbart ihm in rot leuchtender Schrift, dass er mehrere Stunden geschlafen haben musste. Den pochenden Kopf mit der rechten Hand haltend, steht er langsam auf, während er sich mit der linken am Tisch abstützt. Er geht zur Haustüre und sieht durch den Spion. Plötzlich ist er hellwach. Die Augen aufgerissen, mit pochendem Herz, erstarrt er bei dem Anblick, den er hinter der Türe gewinnt, nur wenige Zentimeter von ihr entfernt. Die junge Frau, von der er gerade erst geträumt hatte, steht in ihren triefenden Kleidern, die sie an der Klippe trug, vor ihm. (…)

  • Hallo Walter,

    ich danke dir für die vielen tollen Tipps. Es hat mir viel Freude gemacht, sie auszuprobieren:)

    Übung 10 Film in drei Worten

    Gefeiert. Geliebt. Gesunken. (Titanic)
    Gelesen. Gewandelt. Gerettet. (Unendliche Geschichte)

    Getragen. Gestillt. Geweint. (Ein Tag als Mutter eines Säuglings)

    Übung 7 – Ein Gedicht schreiben

    Der Sommer sinkt von Tag zu Tag
    Tiefer in sein buntes Grab.

    Nimmt mit die Farben und das Glück
    Und auch von meinem Herzen ein winzig kleines Stück.

    Blatt für Blatt deckt er sich zu
    Und flüstert leis: bald sinkst auch du!

    Übung 13 – Text ohne Verben

    Erstaunen. Freude. Schmerzen. Atem. Schreie. Wasser. Blut. Tränen. Ein Kind. Stille. Frieden. Liebe.

    Ein Wärmebett. Ein Baby. Winzig klein. Schwerer Atem. Kleine Hände. Große Hände. Tränen. Angst. Hoffnung. Liebe grenzenlos. Ärzte. Geräte. Schläuche. Atemnot. Alarm. Panik. Hilfe. Nacht. Gesichter. Sorgen. Ein Anruf. Mutter. Vater. Kind. Ärztin. Stethoskop. Kopfnicken. Herzbrechen. Tod. Stille. Frieden. Liebe.

    Übung 17 – Das Zitat

    Gib jedem Wort die Chance, das Richtige zu sein.
    Gib jedem Kind die Chance, es selbst zu sein.
    Gib jedem Krümel die Chance, eine Weile unter deinem Tisch zu liegen.
    Ich gebar, stillte und wiegte.

  • Ich L. I. E. B. E. Schreiben. Weil ich darf, nicht weil ich muss. Meine Tochter, 15, muss. Und sie liebt es nicht. Nicht mehr. Schule.
    Also habe ich gegoogelt… Irgendwas. Um etwas zu finden, damit ihr das Schreiben leichter fällt. Und darum bin ich hier auf deinem Beitrag gelandet.
    Herrlich!!! Echt super!
    Danke 🙂 ganz liebe Grüße!

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    Deine ersten 10.000 Leser:
    Mit diesen 11 Rezepten in meinem E-Book.

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