April 12

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3 zeitlose Zutaten für einen großartigen Schreibstil

Zutaten eines guten Schreibstils - Schreibstil verbessernGutes Essen erkennst du sofort.

Bereits nach dem ersten Bissen kannst du die Entscheidung fällen: Leckerbissen oder Affenkacke.

Bei einem guten Schreibstil ist es nicht anders: Innerhalb weniger Sekunden merkst du, ob der Text genial oder miserabel ist.

Du verbindest dich sofort mit guter Schreibe – schlechte stößt dich ab.

Doch warum?

Woran erkennst du, dass der Artikel toll geschrieben ist?

Gibt es feste Regeln, die einen Schreibstil unwiderstehlich machen?

Ja – und ich habe sie gefunden.

Es ist wie beim Kochen. Dort gibt es auch Zutaten und Rezepte, die eine gute Mahlzeit ausmachen. Jeder Koch-Fan wird mir zustimmen: ein gutes Rezept ist Gold wert.

Ein guter Schreibstil hat auch ein Rezept und dieses Rezept möchte ich dir heute zeigen.

Die drei Zutaten eines guten Schreibstils

Alle großen Autoren halten sich an gewisse Rezepte und begeistern seit Jahrhunderten Millionen von Lesern – Johann Wolfgang von Goethe, Ernest Hemingway, Mark Twain und viele andere.

Die Gesetze eines guten Schreibstils sind unaufdringlich. So wie das Salz im Essen bemerken wir Leser sie nicht – doch wir merken es sofort, wenn sie fehlen.

Hier sind sie:

1) Einfachheit

Einfachheit für einen besseren Schreibstil

Die Hochschul-Geschädigten unter uns werden mir widersprechen, doch dieses Gesetz ist das wichtigste unter allen Gesetzen des Schreibens: Einfachheit.

Das Gesetz besagt:

Schreibe so einfach wie möglich.

Alle großen Köpfe waren Verfechter der Einfachheit:

Albert Einstein: „Alles sollte so einfach wie möglich sein – aber nicht einfacher.“

Steve Jobs: „Einfach ist schwieriger als kompliziert. Du musst hart arbeiten, um dein Denken zu vereinfachen. Aber es ist die Mühe wert, denn wenn du es geschafft hast, dann kannst du Berge versetzen.“

Ralph Waldo Emerson: „Nichts ist einfacher als Größe; einfach zu sein, bedeutet groß zu sein.“

Vereinfache deine Texte, dann sind sie großartig.

Wie du mehr Einfachheit in deinen Schreibstil bekommst

Die Frage ist nun: Wie schreibe ich einen Text, der einfach ist?

Hier sind meine besten Tipps dazu:

a) Schreibe wie du sprichst

Goethe: „Schreibe nur wie du reden würdest, und so wirst du einen guten Brief schreiben.“

Ich liebe diese Regel. Sie hat meinen Schreibstil deutlich verbessert und ist besonders für Anfänger der schnellste Schritt, um den Schreibstil zu verbessern.

b) Vermeide Fachbegriffe und Fremdwörter wo es nur geht

Nein, das ist nicht selbstverständlich. Ich lese immer noch zu häufig aufgeblasene Texte, die zum Angeben perfekt sind, aber nicht zum lesen.

c) Sei geizig mit deinen Wörtern

Im Internet gibt es keine Zeichenbegrenzung. Blogger plappern und tippen drauf los und kennen kein Ende. Wenn du gelesen werden möchtest, dann kürze den Gedanken so weit wie möglich.

Beispiel:
„Meiner Meinung nach solltest du über die Option nachdenken, Personalkürzungen vorzunehmen.“

Vereinfacht:
„Denk mal über Jobabbau nach.“

Schreibe weise

Vielleicht denkst du, dass das zu banal klingt. Du denkst, dass du zu Höherem berufen bist und deine Leser mit artistischen Textspektakeln beglücken musst.

In diesem Fall habe ich ein Zitat für dich:

„Wissen ist das Aneinanderreihen von Fakten; Weisheit liegt in ihrer Vereinfachung.“

– Martin H. Fischer

Mit anderen Worten:

Kompliziert kann jeder. Weise Autoren schreiben einfach. Klick um zu Tweeten

 

2) Klarheit

Klarheit für einen besseren Schreibstil

Die Schwester der Einfachheit ist die Klarheit – und damit die zweite Zutat in unserem Rezept für einen großartigen Schreibstil.

Die Schwestern sind sich ähnlich, aber nicht ganz gleich.

Das Gesetz der Klarheit besagt:

Der Leser darf mit keinem „Häh?“ zurück bleiben.

Was will der Autor damit sagen?

In der Schule haben wir immer poetische Texte analysiert und mussten am Ende die Frage beantworten:

„Was will der Autor damit sagen?“

Deshalb denken viele Autoren heute noch, dass es gut ist, wenn sich der Leser fragt, was der Autor eigentlich sagen wollte. Manche Autoren wollen bewusst beim Leser ein „Häh?“-Erlebnis hervorrufen.

Doch das ist Quatsch.

Es muss immer klar sein, was du sagen möchtest. Immer.

Das heißt nicht, dass du nur banale Themen wie Sex, Drogen und Rock ’n‘ Roll behandeln musst. Es heißt auch nicht, dass du immer eine Antwort parat haben musst. Du kannst als Blogger auch gerne Fragen aufwerfen.

Doch auch Fragen müssen klar sein.

Du willst den Leser zum Denken anregen? Gerne. Aber bitte nicht mit einem „Häh?“ zurücklassen, denn dann denkt der Leser nicht, sondern er schaltet ab. Wenn du willst, dass dein Leser denkt, dann formuliere die Frage klar.

Der Test

Wenn du wissen möchtest, ob deine Idee klar ist, dann erkläre sie einem Menschen, der keine Ahnung von der Materie hat.

„Wenn du es nicht einem Sechsjährigen erklären kannst, dann hast du es selbst nicht verstanden.“

– Albert Einstein

Meine Tochter ist erst 3 Jahre alt, also erkläre Ich meine Ideen häufig meiner Frau, die ganz andere Interessen hat als ich und sich nicht für das Thema „Bloggen“ interessiert. Sie ist ein guter Kritiker und hilft mir immer von der Leserseite zu denken.

Mangelnde Klarheit ist übrigens ein häufiger Grund für Schreibblockaden. Wenn du selbst nicht weißt, was du sagen willst, dann macht der eigene Text keinen Spaß.

Wie du mehr Klarheit in deinen Schreibstil bekommst

Hier sind ein paar ganz konkrete Tipps, wie du deinen Schreibstil klarer machst:

1) Kenne deine Zielgruppe

Du musst wissen, für wen du schreibst, damit du weißt, welche Wörter du verwenden darfst und welche nicht. Vor allem bei Metaphern, Anspielungen und Witzen musst du Wörter wählen, die genau zum Publikum passen.

2) Lass die doppelte Verneinung weg

Beispiel:
„Ein Text entwickelt sich nicht positiv, wenn du ihn nicht mit positiven Formulierungen versiehst.“

Besser:
„Ein Text ohne positive Formulierungen wird schlechter.“

Anstatt etwas doppelt zu verneinen kannst du es einfach einmal bejahen.

3) Beginne mit den Ende

Fasse deine Kernaussage mit einem einzigen Satz zusammen. Wenn du es nicht kannst, dann ist die Idee des Textes noch nicht klar genug.

 

3) Eleganz

Eleganz für einen besseren Schreibstil

Die letzte und unscheinbarste Zutat für einen guten Schreibstil ist die Eleganz.

Das Gesetz der Eleganz besagt:

Der Text muss fließen.

Was heißt das?

Der Leser muss durch den Text kommen wie ein Auto auf der Autobahn – ohne Stau und Baustellen.

Der Leser darf nicht über Wörter stolpern. Er darf sich nicht durch Formulierungen kämpfen wie durch einen Urwald. Er darf einen Satz nicht zweimal lesen – es sei denn er fand ihn genial.

Wie du Eleganz in deinen Schreibstil bekommst

Hier sind konkrete Schreibtipps für mehr Eleganz:

1) Denke wie ein Musiker

Als Texter musst du denken wie ein Musiker: Baue Pausen ein, benutze verschiedene Satzzeichen, benutze verschiedene Längen von Sätzen und Absätzen.

Erzeuge mit deinem Text einen Rhythmus. Mache mit Wörtern und Satzzeichen Musik. Klick um zu Tweeten

2) Wähle wie eine Braut

Viele Menschen wählen sehr genau aus, wen sie heiraten möchten – nicht alle. Du solltest deine Wortwahl wie die Auswahl eines Partners halten: sehr sorgfältig.

Überlege dir bei jedem Wort, welche Wirkung es hat, ob es passt, ob es den Rhythmus unterstützt und vor allem ob es ein besseres Wort gibt.

3) Lies dich selbst

Bei vielen Autoren und Bloggern habe ich das Gefühl, dass sie ihre Texte niemals selbst lesen. Dabei ist dies ein wunderbares Mittel für mehr Eleganz: Lies deine eigenen Texte laut vor.

Manche Autoren werden in der Hölle als Strafe ihre eigenen Texte lesen müssen – bitte gehöre nicht dazu

Sei wie Jamie Oliver

Hör auf zu Schreiben wie ein Schmied, der einfach mit dem Hammer auf Eisen schlägt. Schreibe lieber wie Jamie Oliver kocht.

Schreibe elegant wie ein Musiker. Schreibe so klar wie ein Kinderbuch. Und schreibe so einfach wie möglich – aber nicht einfacher.

Alles in allem: Sei ein Koch. Koche mit diesen drei Schreibstil-Zutaten einen wundervollen Text und serviere deinen Lesern ein unvergessliches Mahl.

Sei großartig, schreibe großartig,

Walter

 

Das dürfte dir auch gefallen: 5 Wege deinen Schreibstil zu verbessern, ohne zu schreiben.


  • Lieber Walter,

    ein ganz wunderbarer Artikel durch ich wahrhaftig wie auf einer Reise ohne Hindernisse geflossen bin. Genau wie es nach deinem Stau Bild sein soll.
    Coole Tipps, sehr plastisch und spitz.
    Ich danke dir.

    Liebe Grüße

  • Lieber Walter,
    Kochen und schreiben haben wirklich viel gemeinsam. Ich muß echt noch viel lernen und fleißig üben.
    Ich schau immer ins Rezept, kaufe danach ein und koche dann Schritt für Schritt. Ich bewundere die, die in dem Kühlschrank gucken und aus dem Inhalt etwas herrliches zaubern – in 20 Minuten. GENIAL. Beim Kochen, wie beim Schreiben!

    • @Daniela: Genau damit wollte ich meinen Kommentar auch anfangen – Kochen und Schreiben haben einiges gemeinsam. Ich habe mal etwas gelesen, was meinen Kochstil sehr geprägt hat: Ein Rezept ist dann perfekt, wenn man keine Zutat mehr weglassen kann. Genial, oder? Jetzt entwickle ich gerade meinen Schreibstil und lese das wieder hier im Blog. Und ich bin wieder beeindruckt. Danke, Walter.

  • Hallo Walter,
    Danke für die wunderbaren Tipps!
    „Sie umzusetzen ist eine tolle Herausforderung für mich. “
    Der Vergleich mit dem Kochen finde ich wunderbar.
    Zumindest beim Kochen, war es bei mir meist so. Je weniger ich im Kühlschrank fand, umso fantasiereicher waren meine Gerichte und genauso schmeckten sie.
    Ich werde versuchen diese 3 Zutaten fürs schreiben in genau derselben Art zu versuchen. Danke, dass ich dein Leser sein darf.

  • Wow, mal wieder ein großartiger Artikel, lieber Walter.

    Vor allem der Tipp mit dem Laut-Vorlesen ist ein echter Augenöffner, vor allem dann, wenn dabei noch jemand anders zuhört.

    Danke!

    • Hi Martina,

      Dabei merkt man vor allem, ob die Sätze zu lang sind oder nicht. Beim Zuhören ist es viel schwieriger etwas zu verstehen als beim geschriebenen Wort. Deshalb ist es ein toller Test für die Verständlichkeit des Textes.

      LG, Walter

  • Hallo Walter,
    toller Beitrag, aber dafür schreibe ich Dir nicht. Du musst den Kommentar auch nicht freigeben. Wollte Dir nur sagen, dass Du einen Tippfehler in einer Zwischenüberschrift hast:

    c) Sei gezig mit deinen Wörtern

    Beste Grüße
    Birgit

  • Hi Walter,

    großartiger Text! Inspirierend, ermutigend, weise. Und liest sich auch noch gut, wie so oft bei dir.

    Eine Anmerkung:

    Sex ’n Drugs ’n Rock ’n Roll ist banal?

    HALLOOOO!???

    Zwei der Zutaten sind ja wohl die Quintessenz eines guten lebens. Oder? 😉

    Und wenn du das Leben selbst als Droge empfindest, hast du ganz viel richtig gemacht. Also nix mit banal, sondern weise Vereinfachung in Höchstform!

    Verschmitzte Grüße

    Axel

    • Hi Axel,
      Hast mich erwischt. Banal war dann vielleicht doch das falsche Wort. Ich hätte eher das Wort „alltäglich“ benutzen sollen 😀 Danke für den Hinweis.
      LG, Walter

  • Hallo Walter,

    ein wichtiger Artikel. Das sind genau die Dinge, die ich auch in meinen Texten ständig versuche, zu beachten. Vor allem der Tipp mit der Zusammenfassung der Textidee in einem Satz ist absolut hilfreich. Das kenne ich aus eigener Erfahrung.
    Was ich mir für diese Texte hier im Blog wünschen würde, damit sie (noch) besser werden ist erstens eine geschlechtergerechte Schreibweise (ich bin nun mal kein Texter, sondern eine Texterin) und zweitens weniger Rechtschreibfehler. Da sind oft Kommafehler oder substantivierte Verben, die kleingeschrieben sind.
    Ansonsten: weiter so.

    Herzliche Grüße aus dem schönen Franken
    Susanne

    • Liebe Susanne,

      bitte bitte Walter nicht um geSCHLECHTliche Schreibweise!

      Das ist grausam zu lesen und widerspricht fundamental den Prinzipien der Einfachheit und der Eleganz.

      Ein Tipp, mit textlichen fehlern umzugehen: freue dich, wenn du einen gefunden hast, und hake es innerlich ab. 😉

      Wenn ein neues Buch von uns rauskommt, schlage ich jedesmal das Autorenexemplar begierig auf. Und was finde ich zuerst? Einen Fehler!

      Und bei unseren Büchern haben immer die Autoren drüber geschaut, das Lektorat des Verlags und ein externer Lektor. Manchmal auch eine Lektorin. 😉

      Fehler schmerzen ein wenig beim Lesen, die Menge hier im Blog verkrafte ich aber.

      Fehlerhafte Grüße

      Axel

      • Hi Susanne,
        Hi Axel,

        Ich werde keine geschlechtliche Schreibweise verwenden. Das würde den Text unnötig aufblähen und so holprig wie eine russische Straße machen. Bitte nimm es nicht persönlich. Ich bin nunmal ein Mann und schreibe aus meiner Perspektive in meiner maskulinen Form – das hat nichts mit Sexismus zu tun, sondern mit Einfachheit. Bitte nicht böse sein.

        Und ja, die Tippfehler sind so eine Sache. Ich arbeite dran und gelobe Besserung.

        LG, Walter

        • Hallo Walter,

          ich habe mich auch lange gegen geschlechtliche Schreibweise gewehrt – als Frau. Inzwischen sehe ich es anders. Ich weigere mich nach wie vor, das Binnen-I und ähnliche Konstrukte zu verwenden, denn sie stören den Schreib- und den Lesefluß. Doch manchmal finde ich mit wenig Nachdenken ein Wort, dass nicht in zwei Geschlechtern exisitiert. Zum Beispiel „die Beschäftigten“ anstelle von „die MitarbeiterInnen“. Wenn ich ein solches Wort finde, verwende ich es gerne.

          Eine Schreibkritik noch von mir: mach deine Absätze etwas länger. Ab und an ist ein Absatz aus nur einem Satz ein schönes Stilmittel. Wenn aber nahezu jeder Absatz nur aus einem oder zwei Sätzen besteht, geht mir der Lesefluß verloren und ich fühle mich beim Lesen gehetzt. Dann fehlt mir die Eleganz.

          Einfachheit und Klarheit beherrscht du wunderbar.

          Viele Grüße, Wiebke

          • Hi Wiebke,

            Das mit den Absätzen höre ich öfter. Ich versuche da noch ein gesundes Maß reinzubekommen. Danke für den Hinweis. Ich werde auf jeden Fall drüber nachdenken und ausprobieren. Man lernt nie aus.

            LG, Walter.

  • Hallo Walter,

    der Artikel ist großartig! Er bestätigt und unterstützt mich sehr in meiner derzeitigen Überlegungen…
    Ganz lieben Dank für die hilfreichen Tipps!
    Viele Grüße Steffi

  • Hallo Walter

    Einfach und klar schreiben ist eine Kunst, die ich am lernen bin.

    Im Zweifelsfalle sende ich meine Entwürfe an zwei Mädels (17) meiner Zielgruppe. Wenn sie es verstehen, darf ich es posten.

    Manchmal brüte ich Wochen über ein Thema, bis ich es einfach schreiben kann. Mit einer Aussage kann ich mich jedoch nicht indentifizieren: „Schreibe wie du sprichst.“ Ich bin Schweizer. Denke ich würde meine Leser verlieren.

    Für mich ist das definitiv die grösste Herausforderung. Weil wir die Sätze anders aufbauen als im HOCH-Deutschen.

    Langsam wird es jedoch besser.

    Lieber Gruss

    Martin

    • Hi Martin,
      In deinem Fall ist es wohl wirklich so, dass du nicht schreiben solltest wie du sprichst.

      Das gilt aber auch für viele andere Menschen, die plappern wie ein Wasserfall. Da sollte man immer 50 Prozent am Ende kürzen 😀

      Das mit dem Versenden Leser aus der Zielgruppe ist eine sehr gute Idee. Mache ich auch manchmal 😉

      LG, Walter

  • Hallo Walter,

    ich bin Schreibsuchti-Frischling und sehr angetan.

    An Zutat 1 und 2 muss ich dringend ran; Danke für den Impuls. Ich habe ja so was wie ein Lieblingsgewürz für meine Texte: Bilder (Metaphern). Kann man weglassen, mir schmeckt’s aber besser mit. Dir anscheinend auch 😉
    Aber vielleicht ist das auch nur eine Cousine von Einfachheit?

    Viele Grüße
    Doris

    • Hi Doris,
      Ich würde sagen, dass Metaphern zur Klarheit gehören. Sie helfen etwas zu verstehen und zu begreifen – wenn es gute Metaphern sind.
      Ich bin ein Fan von Metaphern. Man sollte aber aufpassen, dass man keine abgedroschenen nimmt 😉

      LG, Walter

  • Hallo Walter,

    deine Artikel sind immer wieder geschmeidig zu lesen.
    Du erfüllst einen tollen Platz in der Bloggerlandschaft!
    Manchmal habe ich Muse zum schreiben, dann fallen mir auch kreative Sachen ein. Und mit manchen Artikel tu ich mich einfach schwer.
    Naja ich sollte einfach öfters bei dir im Blog stöbern, dann springt die Muse vielleicht öfters über. 😉

  • Hallo Walter, ich bin keine bloggerin, muss aber beruflich viel schreiben. D
    anke für die Tipps, in den öffentlichen Dienst darf auch Einfachheit und Klarheit Einzug halten.

  • Jooo besonders den Punkt simpel/klar schreiben musste ich mir als Uni-geschundener erstmal wieder reindrillen

    Die Akademiker sind ja noch stolz drauf möglichst verschachtelt und kompliziert zu schreiben

    • Ja, leider sind die Unis vollgepumpt mit diesem „wissenschaftlichem“ Schreiben. Ich konnte mich nie wirklich damit anfreunden – vielleicht bin ich deshalb kein Jurist mehr 🙂
      LG, Walter

  • Genau … Ich stimme Dir in allen Punkten zu. Sich selber laut vorlesen, aber auch den Text vor Veröffentlichung einem anderen Menschen zeigen, der gerne liest oder auch schreibt. Mein Man und ich machen das abwechselnd und die Texte werde letztendlich immer besser, als alleine vor sich hingewurstelt. Eben: Lesen hilft. Und Schreiben auch ;-))

  • Ein großartige Text, Walter! Es überrascht mich immer wieder, wenn ich Texte von Freunden Korrektur lese, die denken, verschachtelte Sätze seien stilvoller als kurze.

    Wie Wolfgang Herrndorf mal geschrieben hat: „Aber solange man nicht bewiesen hat, daß man einfach kann, kann man auch nicht kompliziert.“

    Ich finde, einfach und klar zu schreiben kann man sich sofort vornehmen – und gleich umsetzen. Eleganz dagegen braucht etwas mehr Übung. Aber daran erkennt man die großen Meister.

  • Dein Artikel-Einstieg hat mich voll mitgenommen.
    Super – besonders in Kombination mit dem passenden Foto.
    Gefallen hat mir besonders dein Punkt “schreibe wie ein Musiker“; Du erzeugst damit ein sehr schönes Bild.

    Die Kunst ist wohl, einfach und klar zu schreiben und den Leser gleichzeitig gut zu unterhalten. Daran arbeite auch ich in jedem Artikel. Der beste Weg: Sich selber den Artikel laut vorlesen (wie du empfiehlst).

    LG
    Alex

  • Mindestens so amüsant wie hilfreich! Deine Texte sind wahrlich ein Genuss, den ich mir gerne gelegentlich gönne. Danke für den Berg an Tipps, die du hier mit der Zeit angesammelt hast =)

  • „Alles in allem: Sei ein Koch. Koche mit diesen drei Schreibstil-Zutaten einen wundervollen Text und serviere deinen Lesern ein unvergessliches Mahl.“

    Moin, Walter, da antwortet dir der Koch, der Schreiberling werden will. Mit diesem Vergleich hast du natürlich meinen Nerv getroffen und meine Sprache gesprochen.
    Der Koch, der sein Tun verinnerlicht, lässt sein neues Gericht zunächst in sich entstehen. Dies führt irgendwann dazu, dass ihm auch neue Gerichte beim Tun aus den Händen fließen.

    Nur sind die schnell aufgegessen.

    Also muss eine Prise Bewusstsein rein:
    Zutaten aufschreiben, mit der Anleitung Wiederholbarkeit ermöglichen.

    Ändert ja nichts dran, dass jedes gleiche Gericht beim nächsten Mal anders werden kann.

    Und: Dass jeder, der dieses Rezept kocht, seine ganz und gar eigene Persönlichkeit einfließen lässt. „Viele Köche und so …“ – „10 Köche, gleiches Gericht, 10 Sensationen welcher Art auch immer!“

    Dein Blog, deine Texte, deine Empfehlungen kommen bei mir wie Kochanleitungen an. Was draus machen, muss ich natürlich selbst.

    Ein Punkt noch, was jeden guten Koch (Texter, Blogger, Schriftsteller, Schreibenden … – stimmst du mir da zu?) ausmacht: ein gutes Mise-en-Place!

    Bereite, bevor du loslegst deinen Arbeitsplatz gut vor!

    Lege die Werkzeuge zurecht, sorge für eine gelassen konzentrierte Atmosphäre, ordne deine Gedanken, bereite die Zutaten vor.

    Vergiß die Gewürze nicht! Die Kräuter!

    Bestimme das Gefäß, in dem die Alchemie stattfinden soll, atme durch, starte die Hitze und … lass los, lass die Kreativität aus dir fließen – du kannst es … ICH kann es – yeah!

    Und – HACCP – arbeite sauber!

    Persönliche Hygiene und beim Arbeiten und … danach.

    Räume das Herstellungschaos auf, glätte deine vom Schreiben aufgewühlte Seele, atme durch, regeneriere.

    So kannst du beim nächsten Start direkt loslegen, musst nicht erst die kalten Aschenbecher wegräumen, die Gläser der letzten 6 Wochen zur Säuberung balancieren oder… deinen Laptop suchen.

    „Er muss hier irgendwo sein …, Gerüch(t)en zufolge …“

    Ich danke dir mal wieder, Walter, für deine Anregungen!

  • Ich dachte, ich habe die Tipps verinnerlicht und brauche sie nicht – aber es ist gut, das nochmal zu hören und aufzufrischen.

    Bzgl. des laut Lesens: Ich finde das gut, um die Rhyhtmik eines Textes zu prüfen und Fehler aufzudecken. Aber man muss darauf achten, dass der Text für den „schriftlichen“ Gebrauch erhalten bleibt. Sehr lange Sätze hören sich z.B. vorgelesen manchmal sehr überladen an. Aufgeschrieben fallen sie nicht auf. Man sollte nicht (versehentlich) den Text so kaputt-korrigieren, dass er nur fürs Vorlesen geeignet ist.

    Wichtig finde ich: Keine Höflichkeiten. Kein Konjunktive, kein meiner-Meinung-nach usw., wenn es nicht notwendig ist. Manchmal wollen wir unsere Meinung verwässern, damit sie nicht so hart klingt. Aber… dazu kann man andere Stilmittel nutzen 🙂

  • Recht hast Du, lieber Walter!
    Was ich bei meinen Schreibtrainings häufig sehe: Die Leute haben Angst, einfach zu schreiben. Sie meinen, wenn sie kompliziert schreiben und ihre Sätze mit Fremwörtern vollstopfen, machen sie damit Eindruck. Wir sind wohl alle zu sehr daran gewöhnt, diese Art von Texten zu lesen. Und verhalten uns unbewusst wie ein Schaf in der Herde: Nicht auffallen! Schön im Gleichschritt trotten. Dabei ist nichts eindrücklicher als ein Text, den ich auf Anhieb verstehe!

    • Hi Katja,
      Danke für dein Lob.
      Und ich stimme dir voll zu.
      Angeben kann man mit komplizierten Texten nur auf der Uni. Wer gelesen werden möchte, sollte das also sein lassen 😉
      LG, Walter

    • Liebe Katja,
      da gebe ich dir völlig recht, aber leider sind Fremdwort-Girlanden genau der Stil, den wir in der Schule anerzogen bekommen. Viele Blogger und Schreiberlinge (mich eingeschlossen) merken erst, wenn sie nicht gelesen werden, dass intellektuelles Geschwafel in der Realität nicht so gut ankommt. ^^
      Von Herzen,
      Luisa

  • Heyhey Walter!

    Ja, Kochen und Musizieren sind schöne Vergleiche und haben tatsächlich viel mit dem Schreiben gemeinsam. Tatsächlich glaube ich, dass man in allen drei Kategorien nur dann erfolgreich wird, wenn man die Zielgruppe, auf die man es angelegt hat, trifft. Passgenau.
    McDonalds ist nicht deswegen so erfolgreich, weil es kulinarische Meisterwerke fabriziert, sondern weil die wenigsten bereit sind, sich für sich selbst, und so auch fürs Essen, Zeit zu nehmen. Und weil die meisten einfach keine Feinschmecker sind. 😉
    90% der Songs, die im Radio landen, darf man getrost als Mainstream bezeichnen. Ebenso, wie einen Großteil der vielumworbenen Bücher auf den Bestsellerlisten.
    Warum?
    Weil die breite Masse eben „konsumiert“ anstatt bewusst zu wählen und zu hinterfragen, von der Ernährung abgefangen, bis hin zur Musik. Mein liebstes Beispiel ist „Die immer lacht“. Ein primitiver Text, der sich andauernd wiederholt, hinterlegt mit einer einfachen, eingängigen Melodie. Er behandelt ein Thema, mit dem sich auch die einfach Gestrickten unter uns identifizieren können. Booom! – Chartstürmer.
    Früher haben die Leute Kafka gelesen und für seinen „Hä?“-Effekt geschätzt. Heute ist es Stephenie Meyer. (Sicherlich nicht zu vergleichen ;-))
    Mag sein, dass die Zielgruppe für Ersteres zusammengeschrumpft ist. Aber ich weiß nicht, ob man den Trend mitgehen muss, nur um Leser zu generieren.

  • Hallo Walter
    Dein Text spricht mir aus der Seele. Er ist einfach, klar, prägnant und kraftvoll. Kein umständliches oder ausscgweifendes Gelaber (gähn), sondern klare Aufforderungen zum Handeln. Du hast den Mut, dich festzulegen, Du beziehst Stellung, und da fühle ich mich als Leser aufgefordert, ebenfalls Stellung zu beziehen. Das ist dein Geheimnis. Du verzichtet auf langes abwägen und hin und her argumentieren. Das ist für mich als Leser sehr befreiend und erleichtern. Ich muss nicht lange nachdenken. In meinem Kopf Formen sich sofort meine eigenen Positionen. Super super……
    Ich hab früher als Journalistin viel geschrieben, umständlich, langatmig und intellektuell. Und dann hab ich es aufgegeben. Hat mich fertig gemacht. Jetzt, nach 25 Jahren traue ich mich wieder ran. Der Unterschied. Heute schreibe ich nicht mehr über Musik, sondern über meine persönlichen Erfahrungen bzw. Erlebnisse, v. A. Über Menschen. Und dein Artikel hat mir Mut gemacht. Mit der Einfachheit hab ich noch Schwierigkeiten. Aber mir ist klar geworden, dass Sprache bzw. Worte für mich wie Musik sind (bin auch Musikerin und Tänzerin). Jatzt Weiss ich auch, warum ich beim Radio war. Ich schreibe nämlich, wie ich spreche, es muss fließen. Worte und Sätze haben für mich einen bestimmten Klang und einen Rhythmus. Wenn ich eine Blockade habe, tanze ich, und dann kommen die passenden Worte sozusagen aus mir rausgeflossen. Ist mir bis heute unverständlich, wieso man in der Schule oder an der Uni oder auch, als Autor am Schreibtisch oder Laptop stundenlang still sitzen und lernen bzw. Schreiben kann. Bei mir geht da gar nichts. Ich muss mich bewegen, dann läuft es. Bin grade dabei, eine Methode zu finden, wie ich all meine Gedanken, die teilweise fix und fertig in der endversion aus mir rauskommen, dann so schnell wie möglich aufschreiben oder diktieren kann. Wenn ich mich dann an den Laptop zum schreiben setze, dauert das zu lange. Das huetn ist viel schneller als die Hände. Besser wärs, direkt irgendwo draufzusprechen. Aber selbst das dauert manchmal zu lang. Da komme ich nach einigen Sätzen raus und der Rest ist verloren. Heisst das vielleicht, besser gar nicht schreiben? Bin ich vielleicht eher eine Sprecherin, die spontan improvisiert? LG Christiane

  • Ganz klar – Blogger sind Kinder der Zeit. Und die nehmen eine Volksverdummung in Kauf. Oder sind ‚komplizierte Texte‘ schuld, dass nicht gelesen wird?

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