Mai 26

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10 gute Gründe, das Schreiben zu hassen

Walter Epp, Schriftsteller, Blogger, Autor, Texter,Wir Schriftsteller sind ein komisches Völkchen.

Wir sitzen mit unseren Laptops in der Ecke, ignorieren dabei unser Umfeld und unsere Freunde fragen uns: „Willst du nicht mal raus gehen und Spaß haben?“

Wir antworten: „Doch – und genau deshalb schreiben wir. Unsere Gedanken erreichen neue Welten, unser Verstand geht neue Wege – und wir haben Spaß dabei.“

Schreiben ist unser täglich Brot.

Schreiben bereitet uns Freude, gibt uns Klarheit und ja, es ist sogar romantisch.

Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten und auch das Schreiben hat Momente, die wir überhaupt nicht lieben, die aber zum Schreiben und Schriftstellerdasein dazugehören.

Diese Momente lassen uns verzweifeln. Sie bringen uns dazu den Stift an die Wand zu werfen und das Schreiben zu hassen.

Du denkst du bist alleine mit deinem Schreibleid? Dann nenne ich dir hier gute Gründe, das Schreiben zu hassen. Und trotzdem schreiben wir immer weiter.

Wie gesagt: Wir sind ein komisches Völkchen.

1) Es ist die Spucke im Gesicht

Das Schreiben kann sehr undankbar sein. Sehr, sehr undankbar. Du schreibst dir deine Seele aus dem Leib, lässt viel Liebe und Mühe in jedes einzelne Wort fließen und du bist dir sicher: Das ist ein Meisterwerk.

Das Problem: Das Publikum ist anderer Meinung.

Leser sehen nicht, wie viel Arbeit du in einen Text gesteckt hast. Sie sehen nur den Text. Sie sehen nicht deine Tränen, deine schlaflosen Nächte, deine Erregung, wenn du auf „Veröffentlichen“ klickst.

Sie sehen nicht, wie enttäuscht du bist, wenn dein Artikel nicht gelesen wird. Sie sehen deine hoffnungsvollen Augen nicht.

Irgendwie zündet der Artikel nicht. Das Publikum ignoriert den Text wie einen nassen Keks. Undankbar, oder? Es fühlt sich an, als hätte jemand auf deine Arbeit gespuckt.

# Lesetipp: 10 Gründe, warum ich schlechte Texte schreibe – und auch publiziere

2) Es ist der Albtraum deiner Brieftasche

Menschen sagen immer: „Walter, du hast ein günstiges Hobby. Du sitzt einfach vor dem Laptop und tippst.“

Klar, es gibt teure Hobbys wie Tennis, Golf und Kreuzfahrten. Doch ich verrate dir etwas: Schreiben ist deutlich teurer.

Was kostet ein guter Sommerurlaub? Sagen wir etwa 3.000 Euro.

Was kostet das Schreiben? Jeden Tag eine Stunde. Bei einem Stundenlohn (nehmen wir den Mindestlohn) von 8,50 € sind das 3102,50 € pro Jahr.

Schreiben ist damit teurer als ein guter Sommerurlaub. Und ein echter Schreibsuchti investiert mehr als eine Stunde pro Tag – und verdient auch mehr als den Mindestlohn. Rechne mal selbst mit deinem Stundenlohn nach…

Die Pointe: Diese (mindestens) 3102,50 Euro zahlt dir niemand aus. Wie oben gesagt: es ist undankbar.

3) Es ist ein zeitschluckendes Monster

Draußen scheint die Sonne. Ich könnte mich jetzt bräunen, joggen, grillen, chillen, Fahrrad fahren oder schwimmen.

Nein.

Stattdessen sitze ich wieder am selben Schreibtisch und schreibe.

Und schreibe.

Und schreibe.

Und schreibe.

Zeit zum Schreiben finden ist leicht, man muss einfach nur bei anderen Dingen die Zeit abzweigen. Der Sport, die Freunde, der Kinoabend – sie alle müssen etwas Zeit abgeben, damit ich schreiben kann. Schreiben ist ein zeitfressender Zeitvertreib.

#Lesetipp: Zeit zum Schreiben finden – 15 Tipps aus meinem Leben

4) Es ist ein nerviger Kobold

Ich liege auf meiner Couch und surfe durch die Weiten des Internets. Ein bisschen Youtube, ein bisschen Blogs, ein bisschen Facebook.

Doch dann kommt diese Stimme: „Was verschwendest du hier deine Zeit? Schreibe doch lieber ein paar Zeilen für deinen Blog. Oder arbeite an deinem Buch weiter…“

Ich kenne diese Stimme nur zu gut. Es ist der kleine nervige Kobold auf meinen Schultern, der einen langen Stift in der Hand hält und mir immer ins Ohr pikst. „Schreib doch. Geh doch schreiben. Wieso schreibst du nicht?“.

Kennst du diese Stimme?

Sie kann manchmal sehr nervig werden und es führt dazu, dass du dich, sobald du an einem Laptop sitzt, nicht wirklich entspannen kannst.

5) Es ist ein harter Job

Schreiben wird (auch von mir) häufig als etwas romantisches und mystisches beschrieben. Und ja, das Schreiben hat viele metaphysische und romantische Eigenschaften.

Aber das Schreiben ist auch eins: ein Job.

Vor allem die professionellen Schriftsteller wissen das. Sie schreiben nicht, wann sie Lust haben. Sie schreiben, weil es ihr Job ist.

Amateure warten auf die Muse. Profis setzen sich an den Schreibtisch und schreiben sich die Muse herbei.

Schreiben ist manchmal einfach nur harte Arbeit. Klick um zu Tweeten

Genauso wie das Wandern manchmal durch die Wüste führt.

6) Es ist der Biss in den Ellbogen

Hast du dir schon mal selbst in den Ellbogen gebissen?

Nein? Dann probier das mal jetzt aus…

Und? Wie fühlt sich das an? Ein komisches Gefühl, oder? Der Ellbogen ist so nah und doch kannst du nicht hineinbeißen. Auf den ersten Blick sieht es einfach aus. Auf den ersten Blick unterschätzt du die Aufgabe.

Und genauso ist es beim Schreiben.

„Klar, dieser Text wird leicht. Klar, das schaffe ich locker.“

Drei Stunden später findest dich vor einem immer noch leeren Papier wieder. Die Worte fließen nicht. Du hast eine Blockade. Es scheint so nah, doch es fällt dir einfach nicht ein. Es scheint so offensichtlich, doch du kommst einfach nicht drauf. Es ist wie der Biss in den Ellbogen.

Es ist zum verzweifeln…

# Lesetipp: 26 Tipps gegen die Schreibblockade

7) Es ist eine Droge

Wer noch nie publiziert hat, der versteht das nicht. Wer noch nie einen Blogbeitrag geschrieben und auf veröffentlichen geklickt hat, der versteht das nicht.

Dieses Gefühl, wenn du die Statistik beobachtest. Dieses Gefühl, wenn du die ersten Kommentare bekommst. Dieses Gefühl, dass du Menschen berührt hast (das ist der geheime Grund, warum ich schreibe).

Wer das einmal erlebt hat, der ist angefixt. Jetzt gibt es für ihn kaum noch Hoffnung. Er wird immer wieder kommen und es immer wieder tun.

Denn zu sehen, wie du das Leben der Menschen veränderst, ist unbezahlbar und hat mehr Suchtpotenzial als eine Droge. Das Schreiben lässt dich nicht so einfach los.

8) Es ist dein zweites Gehirn

Vor einiger Zeit habe ich etwas bemerkt: Das Schreiben hat einen festen Platz in meinem Gehirn. Genauer gesagt: Es ist mein zweites Gehirn.

Denn: Ich kann erst klar denken, wenn ich schreibe.

Viele begehen den Fehler und schreiben erst, wenn sie alles klar im Kopf sortiert haben. Böser Fehler.

Wirklich sortieren kannst du deine Gedanken nur auf dem Papier. Auf dem Papier siehst du, ob du klar denkst oder nicht. Erst auf dem Papier siehst du, ob du die Materie verstanden hast oder nicht. Die Wahrheit liegt auf dem Papier.

Am besten sagt es folgendes Zitat:

„Ich schreibe nicht, weil ich denke. Sondern ich denke, weil ich schreibe“ Klick um zu Tweeten

Dabei dachte ich immer, ich kann von alleine klar denken. Falsch gedacht.

9) Es ist dein schmutziges Geheimnis

Viele schreiben unter einem Pseudonym. Sie wollen ihren echten Namen nicht mit ihrem Geschreibsel in Verbindung bringen. Das Schreiben ist ihr kleines (schmutziges) Geheimnis.

Du gehst nicht mit ins Kino. Warum? „Ich habe ein Date“, ist die Ausrede. Und dein Date ist ein leeres Blatt Papier in deinem Laptop. Dieses Date bleibt geheim.

Dieses Doppelleben kostet dich Energie – denn du musst es tarnen und du spielst ein doppeltes Spiel. Das ist kraftraubend. Und dafür hasst du das Schreiben.

Doch du kannst es trotzdem nicht lassen…

Auch ich verheimlichte lange meinen Blog. Lange schrieb ich neben meinem Job und bewahrte dieses Geheimnis. Bis ich es nicht mehr zurückhalten konnte und ich mich als Schriftsteller selbstständig machte.

10) Es ist ein bodenloses Loch

Irgendwie ist ein Text nie fertig.

Ein Experiment: Nimm einen Text, den du vor einiger Zeit geschrieben hast und schaue ihn dir heute an. Du wirst viele Dinge finden, die du heute „besser“ schreiben würdest.

Und das ist immer so:

Du schreibst drei Seiten und bist stolz auf dich. Eine Woche später schaust du dir die drei Seiten an und fragst dich, wie du so einen Bullshit nur produzieren konntest – und alles wandert in den Mülleimer.

Egal, wie viel Mühe du in einen Text steckst, irgendwie ist er nie fertig. Irgendwie fällt dir immer noch etwas ein. Irgendwie bist du nie zufrieden.

Es ist wie ein bodenloses Loch für deine Kreativität. Egal wie viel du reinsteckst, es ist nie voll.

# Lesetipp: 31 einfache Wege, um kreativ zu bleiben + Infografik

Die Hölle eines Autors

Mit diesen Gefühlen bin ich nicht alleine. Mit diesen Gefühlen bist du nicht alleine.

Zahlreiche berühmte Autoren berichten immer wieder darüber, wie „hart“ das Schreiben sein kann. Wie undankbar es ist, wie unzufrieden sie mit sich selbst und ihrer Arbeit sind.

„Wenn es eine spezielle Hölle für Autoren gibt, dann würde sie darin bestehen, dass die Autoren ihre eigenen Werke studieren müssten.“

– John Dos Passos

Und ich glaube, es gibt eine Hölle für Autoren. Diese Hölle heißt: Schreiben.

Doch die Magie des Schreibens ist, das es auch der Himmel eines Schriftstellers ist. Er hasst das Schreiben, er liebt das Schreiben.

Wenn du ein Schriftsteller bist, egal ob Blogger, Buchautor oder Texter, dann wirst du das kennen: Du kannst nicht ohne das Schreiben leben, aber auch nicht mit ihm.

Es gibt so viele Gründe, das Schreiben zu hassen. Und doch liebe ich es. Klick um zu Tweeten

Liebe du es auch.

Schreib großartig, bleib großartig,

Dein Walter

P.S.

Kennst du diese Gefühle, die ich oben erwähnt habe? Teile doch bitte deine Erfahrung in einem Kommentar mit mir und den anderen. Danke.


  • Hahaha, da finde ich mich durchaus in einigen Punkten wieder, Walter! 😉

    Mir hilft das Schreiben vor allem auch Dinge auszudrücken, die ich so vielleicht niemanden erzählen kann.

    Lg, Ben

  • Nach meinem zweiten Buch habe ich aufgeschrieben, was ich gelernt habe:
    1. Es dauert immer länger als man denkt.
    2. Ich hasse das Schreiben.
    3. Ich liebe es und ich werde es immer wieder machen.

    Silke

  • Mal wieder ein toller Artikel!
    Punkt 10 kann ich sowas von nachvollziehen . Mein Buch könnte schon fast fertig sein, wenn ich nicht immer wieder einige Kapitel neu schreiben würde 🙂

  • Da sprichst du mir natürlich aus der Seele, Walter – und klar, ich schreib jetzt frisch motiviert meinen aufgeschobenen Blogartikel mal eben runter … und mit dem Krimi geht es in die nächste Runde … Schön beschrieben, danke. Anne

  • Hallo lieber Walter,
    danke für einen tollen Artikel, der mir viel aus der Seele gesprochen hat. Ich habe mein Blog schon gestartet, während ich noch in der Ausbildung zum Blogthema war. Das bloggen zum Ausbildungsinhalt war meine Art zu lernen. Denn, genau wie du schreibst, dabei konnte ich alles sortieren, konnte Lücken entdecken und habe so die Themen viel intensiver gelernt. Denn meine Artikel sollten ja fachlich absolut korrekt sein und so viele Fragen der Leser wie möglich beantworten. Nun habe ich gerade meine Prüfung absolviert (mit sehr gut 😀 ) und habe (obwohl gerade eben erst zur offiziellen Fachfrau aufgestiegen) schon eine beachtliche Leserschaft, die ich jetzt super unterstützen und natürlich weiter ausbauen kann. Schreiben nach Lust und Laune und Krativität tu ich schon sehr lange nicht mehr. Nur durch die Integration eines festen Blog/Schreibplans konnte ich die Disziplin aufbringen, kontinuierlich weiter zu kommen und mich so auch weiter entwickeln …

    Ich finde dein Blog super und hab hier schon sehr viel für mich rausziehen können! Dankeschön dafür …

    Liebe Grüße
    Anke

    • Bitte.
      So ein Blog motiviert sehr stark zu einer regelmäßigen Schreibroutine. Es ist ja ein „öffentliches Tagebuch“ und die Leser fragen nach einiger Zeit: „Hey wo bleibst du?“ Man hat als Blogger eine Verantwortung gegenüber dem Publikum 🙂
      LG, Walter

  • Jap, das meiste davon passt. Vor allem Punkt 4. *seufz* Man hat immer das Gefühl, dass man seine Zeit sinnvoller nutzen könnte, schreiben, bloggen, Website basteln. Sich mal richtig Erholung zu gönnen ist verdammt schwer.

  • Wenn man mich jetzt sehen könnte, wie ich von einem Ohr zum anderen grinse 🙂 Alles kommt mir mega bekannt vor, man liegt gemütlich nach Feierabend auf der Couch , möchte eigentlich relaxt einen Film ansehen und dann kommt vielleicht ein einzelner Satz in dem Film vor und schon rattert das Gehirn : „Hey, die Passage könnte ich doch in dem geplanten Beitrag auch rein bringen..“
    Aus dem geplanten Couch-Abend wird ein nochmal Aufsteh-Abend, um die Gedanken, die man gerade hatte, schnell noch aufzuschreiben ,-)
    Bloß nichts vergessen..
    But I love it 😉

  • Hi Walter,

    schön mal wieder einen Artikel von Dir auf Deinem eigenen Blog zu lesen. 😉
    Du lebst ja Deine Guest-Blogging-Strategie selbst am besten vor!

    Ich kann Deine Punkte absolut nachvollziehen. Es gibt so viele Gründe warum man das Schreiben hassen könnte und es eigentlich lassen sollte. Doch wie Du liebe ich es trotzdem (oder vielleicht sogar gerade deswegen?!) zu schreiben und werde es auch immer tun. 🙂

    Leidenschaft ist, wenn Du Dir vorstellen könntest etwas zu tun, auch wenn Du kein Geld dafür bekommst. Deshalb bin ich glücklich darüber, dass ich einen Weg gefunden habe, meine Leidenschaften in meinem Blogprojekt miteinander zu verbinden.

    Viele Grüße
    Jahn

  • Cooler Artikel, Walter 🙂

    Ich hab mich da auch echt wiedergefunden. Aber ganz ehrlich: Das Schreiben ist cool, sonst würden wir es ja nicht machen.

    Dennoch kennt wohl jeder Schreiberling diese Momente und Gedanken.

    Vielen Dank für den Einblick 😉
    LG Etienne

    • Gern geschehen.
      Der Artikel war ein Schlaglicht auf die dunklen Seiten der Macht 😉 Im Ganzen liebe ich das Schreiben natürlich, sonst würde ich das ja nicht machen 😀
      LG, Walter

  • Wirklich Walter, Du hast es auf den Punkt gebracht! Wenn man bloggt, dann stehen bei mir auch zwei Monster sich gegenüber hassen und lieben!
    Schlimm finde ich die Schreibblockaden, dabei denke ich “ ich werde nie wieder ein Artikel schreiben können“. Gott sei Dank ist es nicht so!
    Deshalb haben diese Worte“ hassen und lieben“ ihre Berechtigung!
    Danke für Deine tollen Beiträge

    Uschi Kunstmann

  • Ein echt klasse Artikel, weil so lustig, ernst, humorvoll, witzig und spannend zugleich. Manchmal denke ich auch über Texte, die ich vor einem Jahr geschrieben habe: „Was hast du denn da geschrieben? Wie hast du das denn gemeint?“ Denn Übung macht den Meister.

    • Ja, ich lese auch noch manchmal meine alten Texte und fasse mich dabei an den Kopf.
      Aber ich sehe auch anhand meines Blogs, wie ich mich entwickelt habe.
      Wer nicht aufgibt, kann nicht verlieren!
      LG, Walter

  • Der Artikel ist gut. 🙂 Und er trifft den Nagel auf den Kopf.

    Wenn ich schreibe, ist alles gut. Aber bis ich schreibe, also in der Phase, in der ein Text in meinen Gedanken (oder dahinter) entsteht … au weia, da kann es passieren, dass ich mit meiner Spülmaschine so rede, als wäre sie mein Leser. Wenn ich Glück habe, tu ich das leise.

    Und es hat überhaupt gar keinen Sinn, Freizeitprogramm zu starten, wenn ich kurz davor bin, einen Artikel auf die Welt zu bringen. Meine Familie weiß inzwischen: Ah, sie brütet .. ok, wir lassen sie daheim. Ansonsten kann es passieren, dass ich mit dem Laptop im Klettergarten sitze und schreibe. 😉

    Und Du hast recht: Das Schreiben ist eine Sucht, ein Krankheit und ein Segen – alles gleichzeitig. Es gibt nur wenige Texte von mir, die auch nach Veröffentlichung noch meine Gnade finden… auch da erkenn ich mich wieder.

    Ich durfte vor kurzem einen meiner ersten Artikel im Netz entdecken, eine Softwarerezension. Herrje, was hab ich mich geschämt, grins. Dabei hab ich für den kleinen und echt miesen Text damals vier Stunden gebraucht. Das verrate ich aber niemandem. 😉

    LG Gabi

    • Ja, das kenne ich sehr gut.

      Ich lese manchmal alte Texte von mir und frage mich: „Dafür hat mich jemand bezahlt?“

      Selbstkritik ist wichtig, solange sie aufbaut und verbessert. Sobald die Selbstkritik zur Selbstzerstörung wird, muss man sich von ihr trennen.

      Viel Erfolg beim Schreiben,
      LG, Walter

  • Ohje, ich erkenne mich doch glatt in einigen Punkten wider. Sollte mir das zu Denken geben? Ich stimme Dir in einigen Punkten zu, bei anderen habe ich diese (Vor-?)Höllen noch nicht betreten. Schreiben ist aber auch befreiend und ich sortiere oft meine Gedanken beim Schreiben. Das ist dann aber meist privates Tagebuch schreiben, das wiederum ein Weg aus mancher Hölle sein kann.

    Liebe Grüße,
    Ivana

    • Hahaha, woher weiß ich das?
      Weil wir Schreiber oft das gleiche Leid haben und irgendwie alle Menschen immer an denselben Punkten scheitern. Damit du dich mit deinen Sorgen nicht alleine fühlst, dafür habe ich das geschrieben 😉

      LG, Walter

  • Mhm, ich habe den Artikel nur überflogen, aber der Finale Eindruck bleibt bei mir, dass ich keinen Mehrwert aus deinem Bekenntnis zur „Hassliebe“ schreiben ziehen kann.

    Das schreiben teuer ist, weil man diese Tätigkeit nicht 1 zu 1 in Geld umrechnen kann halte ich für albern.
    (das Argument könntest du auch bei Tennis und Golf und Fotografie anführen und die Tennis-, Golf- oder Fotoausrüstung oben drauf rechnen….)

    Selbstzweifel kennt jeder Künstler.
    Da hilft nur Kopf hoch und weitermachen.

    Beste Grüße

    • Genau das war mein Ziel: Ermutigen, damit man weitermacht und den Kopf oben hält – auch wenn man das Schreiben manchmal hasst.
      Und ja, das ist diesmal kein Artikel mit einer „Schrit-für-SChritt-Anleitung“ 😉
      LG, Walter

  • Dieser Beitrag trifft den Nagel auf den Kopf. Es tut gut, von jemandem aus der schreibenden Zunft zu erfahren, dass er auch so empfindet. Sehr komprimiert und angenehm zu lesen – vielen Dank, Walter!

    • Bitte. Ich mache halt immer die Erfahrung, dass ich nicht alleine bin mit meinem Leid. Und damit andere wissen, dass sie nicht alleine sind, schreibe ich das gerne auf 😉
      LG, Walter

  • Hi Walter,

    das ist mal wieder ein klasse Artikel geworden. Auch ich erkenne mich sehr oft wieder. Vor allem, wenn Du abends von der Arbeit kommst und Dich dann noch animieren musst einen Blogtext zu schreiben. Ist nicht immer einfach. Aber Spaß macht das Schreiben trotzdem 🙂

    Viele Grüße
    Daniel von Finanzrocker.net

  • Oh Mann, ziemlich treffend mal wieder!
    Danke dafür. Ich glaube, da gibt es auch keine leichte Lösung, oder? Einfach durch und weiterschreiben…

    Liebe Grüße
    Jonas

    • Pobacken zusammenkneifen und durch.
      Meine wichtigste Erfahrung: Je regelmäßiger man schreibt, desto leichter fällt es. Also dranbleiben. Es ist immer schwer nach längerer Pause wieder den Faden zu finden.
      Hau rein,
      Walter

  • Hallo Walter,

    oh, wie gut ich mich in Deinen Punkten wiederfinden kann. Vor allem bei Punkt 10 musste ich grinsen, den kenn ich von meinem ersten Buch nur zu gut. Ich hatte es fertig, war total begeistert, und dann kam der Gegenwind von den Lesern – aber hallo! Buch ne Weile liegen gelassen, nochmal drübergelesen und mich gefragt, wie ich mich trauen konnte, so einen Schrott überhaupt auf die Leute loszulassen… Und auch Dein Punkt 4 (Laptop an + kein Schreibprogramm auf = schlechtes Gewissen) kommt mir sehr bekannt vor… Aber andererseits ist es auch einfach immer wieder eine berauschende Erfahrung.
    Letztlich steh ich hier und kann nicht anders. Die Geschichten wollen raus!

  • Hallo Walter,

    ja, Schreiben ist Spucke im Gesicht, es ist der Albtraum meiner Brieftasche, es ist der Kobold und der Zeiträuber, aber …
    es fühlt sich nicht so an, es ist meine Leidenschaft und daher schreibe ich weiter. Immerhin gut 50 Blogartikel sind es bisher geworden und ein Buch mit gut 370 Seiten (und dann habe ich aufgehört, sonst wären die Druckkosten zu hoch geworden und ich noch „unbezahlbarer“) – und ich vermute, es ist kein Ende in Sicht.
    Letzte Woche war ich bei einem Seminar, habe neue Buchideen zum Thema Sprachenlernen entwickelt und bin wohl auf weitere 20 Jahre gut beschäftigt, auch wenn der 3000-Euro-Urlaub jährlich wohl nicht dabei herausspringen wird.
    Aber wenn es die Leidenschaft ist, dann ist das eben so.
    Liebe Grüße
    Christine von „Sprachenlernen leicht gemacht“

  • Ein wunderbarer Artikel, der wirklich alles wiederspiegelt, was man während des Schreibens oder auch Nichtschreibens erfährt oder einem widerfährt. Aus beruflichen Gründen schreibe ich -texte ich. Es ist wirklich wahr, das Warten auf den Einfall, das Spielen mit Ideen und auch das Verzweifeln wenn das Blatt vor dir immer noch leer ist. Kunden warten auf den einen Einfall, die einzigartige Idee, die nur ihre Anzeige, nur ihren Text dem Leser in Erinnerung bleibt. Und du…. du sitzt da …du hast Bilder im Kopf… aber wo sind die Worte dazu… die Verzweiflung tickt wie eine Turmuhr dem Gongschlag entgegen. Abgabetermine drücken, nerven,schmerzen.
    Der Blick aus dem Fenster, auf den Bildschirm, in den Raum…. es nützt nichts… der Kopf ist leer. Telefon, bestimmt der Kunde … nein die Liebste. Probleme, nein …ach nur mal hören wie es geht… wie der Tag ist ..und deiner? Das Wort, dieses eine Wort, sag es noch mal. Ja das ist es…. sorry ich muss auflegen… liebe dich. Kein Druck mehr, kein Stress mehr. Das Blatt füllt sich. Die Idee ist genial. Und diese Wort, das eine Wort hat die Blockade gelöst. Das Wort war der Schlüsse aus dem Kerker der Ideenlosigkeit. Und das ist der Grund, warum ich es mache. Wahnsinn, oder?

  • Hach, herrlich. Wir können nicht mit dem Schreiben, aber auch ohne nicht 🙂

    Ursprünglich wollte ich mit Journalismus meine Brötchen verdienen. Zusammenbrechende Anzeigenmärkte führten mich 2004 dann stattdessen ins Online Projektmanagement.

    Das Schreiben vermisste ich dabei so sehr, dass ich vor einem Jahr meinen Blog startete. Wenn ich einen Blogtext schreiben „muss“ winde ich mich manchmal, aber dann gibt es diese Momente wo ich nur das Werkzeug bin und die Worte fließen wie das Wasser in einem Bachlauf. Wenn so ein Text dann noch mit tollen Kommentaren belohnt wird, dann springt mein Herz vor Freude und all die Müh lohnt sich doppelt und dreifach.

    Alles Liebe und danke für den tollen Text
    Tanja

    • Ja, so war das bei mir auch. Ich bin Jurist geworden, weil ich meine Brötchen damit verdienen wollte. Im Endeffekt hat mich das Schreiben doch wieder eingeholt 😉 Ich kann einfach nicht ohne das Schreiben.
      LG, Walter

  • Genau so ist es!!!
    V.a. der nervige Kobold stattet mir auch häufiger einen Besuch ab.

    Laut lachen musste ich hier: „Du schreibst drei Seiten und bist stolz auf dich. Eine Woche später schaust du dir die drei Seiten an und fragst dich, wie du so einen Bullshit nur produzieren konntest – und alles wandert in den Mülleimer.“
    Die Frage ist doch: werden wir immer besser, jeden Tag und jede Stunde? Oder werden wir nur immer anders (und verrennen uns womöglich)?

    • Ich denke nicht, dass wir innerhalb von wenigen Tagen besser werden. Eher werden unsere Zweifel größer.

      Allerdings wenn ich mir Texte anschaue, die ich vor Jahren geschrieben habe, dann denke ich schon, dass ich besser geworden bin 😉

      Kurzfristig wachsen die Zweifel, langfristig das Können.

      LG, Walter

      • Damit kann ich mir nur einigen. Selber bin ich kein großartiger Schreiber, muss ich ja auch nicht sein. Seit einem Jahr lerne ich viel Englisch, einfach nur so als Hobby und was das Schreiben angeht, sehe ich einen sehr großen Unterschied. Die Entwicklung unserer Fähigkeiten braucht immer Zeit und das betrifft alle möglichen skills. 😉
        Also niemals aufgeben und sein Ding machen!

        Gruß
        Norman

  • Lieber Walter,

    Danke für diesen großartigen Text, du hast es absolut auf den Punkt gebracht!

    Ich wollte schon seit früher Jugend immer nur schreiben. Und genau das mache ich auch. Mein Kopf ist ständig voll mit Ideen, die es wert sind, in einen Text umgewandelt zu werden. Also setze ich mich hin und schreibe. Ich kann einfach nichts anders. Aber: Wenn ich mal nicht schreibe, dann lese ich die schönen Texte der anderen, die auch immer und immer und immer schreiben müssen. 🙂

    Viele Grüße
    Karo

  • Hi Walter,

    da finde ich mich auch bei einigen deiner Punkte wieder. ((o;

    Alles Artikel, danke Dir.

    Ja, man muss sich schon mal in den Arsch treten und los schreiben…

    Gestern habe ich mich wieder in Arsch getreten und einen Artikel geschrieben.

    Da wir ja auch Geld im Internet verdienen wollen, habe ich einmal etwas aus meiner Erfahrung zu Verkaufsseiten geschrieben.

    Am Ende ist es ja auch wichtig, dass man etwas verdient.

    Wie man eine perfekte Verkaufsseite erstellt, 10 Tipps die funktionieren und Du unbedingt beachten solltest.

    http://online-marketing-site.de/wie-man-eine-perfekte-verkaufsseite-erstellt/

    Viel Spaß beim lesen und umsetzen der Tipps.

    Gruß
    Der Brian

    • Danke für deinen Kommentar und den Link, Brian.

      Da wir gerade dabei sind: Wenn sich jemand für Verkaufstexte interessiert, sollte er auch beim Affenblog (meinem Partnerblog) vorbeischauen.

      LG, Walter

  • Bis auf das Verheimlichen („Das schmutzige Geheimnis“) kann ich mich in allem wiederfinden. Es gibt Tage, da hasse ich das Schreiben, und frage mich, wieso ich kein vernünftiges Talent vom Leben mitbekommen habe. Und an anderen Tagen liebe ich es mehr als alles auf der Welt. Ohne Schreiben zu leben, kann ich mir nicht vorstellen. Vom Schreiben zu leben, war mein Kindheitstraum, seit fast acht Jahren mache ich das auch in Vollzeit. Und lerne immer noch dazu, und mich besser kennen.

    Mach weiter so. Ich bin vor einer Weile über den Affenblog auf Dich gestoßen, und lese Deine Texte gerne. 🙂

    • Hi Christel,
      Danke für deinen Kommentar. Ja, egal wie lange man dabei ist, man lernt immer was dazu. Das ist ja auch das Tolle am Schreiben bzw. Bloggen. Man entwickelt sich ständig und das sorgt für regelmäßige Glücksschübe 😉
      LG, Walter

  • Mal ehrlich Schreiben ist ein Knochenjob. Wenn die Leute mitkriegen dass ich mit Schreiben mein Geld verdiene, hör ich immer „ach toll, so ein bisschen am Commputer rumdaddeln und damit Kohle machen… das hätt ich auch gern“

    Ja nee is klar!

    • Ja, leider unterschätzen das viele Menschen. Vor allem Kunden. Wenn manche meine Preise hören, dann machen immer „Oho, dann schreibe ich lieber selber“. Und dann liest sich das auch wie Kacke auf einer Rolle Klopapier. Aber dafür umsonst 🙂
      LG, Walter

  • Seit 45 Jahren malträtiere ich meine Gitarren. Deine Ausführungen kann ich zu 95% aufs Musizieren, Komponieren und Produzieren von musikalischen Werken (früher nannte man das Tonträger…) übertragen.
    Danke für Deine großartigen Artikel, Deine Inspiration, Deine Zeit! Und, ja, Deine Liebe!

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