Oktober 13

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Dieser Autor machte nur einen Fehler und verlor 2400 Euro

Untitled designIch habe schon 14 Bücher geschrieben, 500 Blogartikel und 200 Reportagen – in meinem Kopf.

So ziemlich jede Woche habe ich eine neue Idee für ein Buch. Und dann verwerfe ich sie wieder.

Jeden Tag habe ich eine Idee für eine Reportage und jede Stunde eine super Idee für einen Blogartikel. Und in meinem Kopf habe ich sie schon alle geschrieben. In meinem Kopf habe ich schon die Kommentare der Leser gelesen und den Applaus der Menge genossen.

In meinem Kopf.

Und genau da ist das Problem: Es ist alles nur in meinem Kopf. Doch bis ich die Idee nicht aufschreibe, ist sie wertlos.

Sie ist tot.

Sie wird nur durch die Arbeit meiner Finger lebendig.

Diese Phase kennst du vielleicht. Du hast 1000 Ideen und 150 To-Dos und du hetzt allem hinterher, machst von allem ein bisschen aber doch im Endeffekt gar nichts. Du bist ein Traumtänzer, der von einer Wolke auf die nächste springt.

Was willst du wirklich?

Ich kann dich verstehen. Ich war häufig in der Phase dieser „seelischen Selbstbefriedigung“, wo ich mich mit Ideen selbst glücklich machte, ohne wirklich etwas vollbracht zu haben.

Mein Schreibleben sah so aus, dass ich jedem feuchten Furz, den irgendein Guru abgab, hinterherjagte. Bis das nächste laue Lüftchen wehte und mich in eine andere Richtung lenkte.

Ich war ein Quietscheentchen – umtrieben im Ozean der Ablenkungen und Phantasien.

Diesen Fehler begehen viele Autoren, Texter und Blogger.

Dieser Fehler heißt: Unentschiedenheit.

„Was will ich wirklich?“ – auf diese Frage haben leider viele keine Antwort. Und wenn man als Autor keine Antwort auf diese Frage hat, dann jagt man einer Idee nach der anderen hinterher.

Wie mich Unentschiedenheit 2400 Euro kostete

Ich wollte vor zwei Jahren ein Buch schreiben. Buch mit Tipps und Ideen über das Schreiben. Ich schob das Buch ein Jahr vor mir her und tat so als wäre ich beschäftigt. Ich fummelte ein bisschen an meinem Blog, schrieb ein bisschen hier, ein bisschen da – doch ich hatte Angst das Buch fertig zu stellen.

Ich hatte Angst. Ich war unentschieden. Ich schob es immer wieder auf.

Ich fand auch viele Ausreden: „Ich muss noch das Cover machen. Dieses Kapitel gefällt mir noch nicht ganz. Wie werde ich es technisch umsetzen?“

Alles Ausreden, um nicht fertig zu werden.

Im Endeffekt verlor ich 2400 Euro wegen dieser Unentschiedenheit. Warum?

Als das Buch fertig war, verdiente ich damit pro Monat rund 200 Euro. Wäre das Buch ein Jahr früher fertig geworden (und es hätte locker ein Jahr früher fertig werden können), hätte ich schon 2400 Euro mehr.

Der einfache Fakt, dass ich einfach nicht fertig wurde, kostete mich Geld.

Übrigens: Das Buch verkaufe ich nicht mehr, sondern gebe es KOSTENLOS meinen Newsletter-Empfängern!

Der wichtigste Rat gegen Aufschieberitis

Mein Rat heute an dich: Egal, was du schreibst, werde fertig. Schließe es ab. Liefere endlich. Gut und fertig ist besser als der perfekte heiße Furz in deinem Kopf.

Wie wirst du am besten fertig?

Indem du dich für eine Sache entscheidest und sie knallhart durchziehst.

Nur EINE Sache.

Und das Wichtigste: Nachdem du dich für eine Sache entschieden hast, darfst du dich nicht mehr umentscheiden. Erst wenn du diese eine Sache fertig hast, darfst du ein neues Projekt anfangen.

Finde die EINE Sache, die zählt. Dein Buch? Dein Blog? Dein Tagebuch?

Stress, Depression und Unzufriedenheit kommen davon, dass wir versuchen alles zu machen und nichts erreichen.

Was unterscheidet einen Bestseller-Autor von einem Worstseller-Autor. Der eine hat ein Buch, der andere hat eine Idee.

Ideen kann man nicht in die Tasche stecken. Ideen kannst du nicht ins Regal stellen. Erwecke deine Idee endlich zum Leben.

Ich begleite dich in einer Challenge

Ich habe mir auch vorgenommen mein Buch noch diesen Monat abzuschließen und ich dachte mir: Ich mache daraus eine Challenge. Für mich und für dich.

Die Schreib-Challenge heißt: „Schreib um dein Leben„. Sie beginnt am Montag 13.10.2014 und dauert 30 Tage.

Jeder kann mitmachen. Auch noch Tage später.

Wer bis zum Ende mitmacht, hat die Chance das Buch „Das Leben und das Schreiben“ von Stephen King von mir geschenkt zu bekommen!

Die Schreib-Challenge funktioniert ganz einfach:

1) Du sagst mir hier auf Facebook, was dein Schreibprojekt ist (Roman, Sachbuch, Blog – du musst den Titel nicht verraten)

2) Du kommentierst unter diesem Facebook-Beitrag und bist damit offiziell der Challenge beigetreten.

3) Im Kommentar sagst du auch wie viele Wörter pro Tag du dir vorgenommen hast!

4) Ich werde TÄGLICH auf Facebook einen Post über meine Schreibfortschritte veröffentlichen.

5) Du kannst dann unter jedem Post kommentieren und sagen, wie es bei dir voran geht. Ich werde dir für Fragen zur Seite stehen.

6) Ich hoffe du bist in meiner E-Mail-Liste, denn da werde ich auch motivierende Mails verschicken.

7) Unter jedem Teilnehmer, der bis zum Ende mitmacht, verlose ich das Buch von Stephen King: Das Leben und das Schreiben: Memoiren

8) Im Abschluss-Bericht werde ich alle Teilnehmer verlinken (soweit möglich) und hervorheben und mich kräftig bedanken!

Bist du dabei? Willst du endlich dein Buch fertig kriegen? Willst du endlich bei deinem Blog auf „Publizieren“ klicken?

Lass es uns gemeinsam schaffen.

Hier ist der Facebook-Post zum Start der Challenge: „Schreib um dein Leben“. Ich warte auf deinen Kommentar und bin gespannt woran du schreibst.

Bei Fragen helfe ich wie immer gerne 😉

Bleib großartig, schreib großartig.

Walter


  • Hallo

    sehr guter Text, gefällt mir und spricht mir aus der Seele.
    Man kann diesen Text sehr schön auf alles übertragen, denn ich bin jetzt nicht gerade der „Schreiberling“ aber habe jeden Tag auch neue „Geschäftsideen“ oder Gedanken die ich gern machen würde…

    Danke:)

  • Die Idee, mit einer „öffentlichen Bekenntnis“ Druck auf sich selbst auszuüben ist nicht neu, aber unheimlich effektiv. Bei mir funktioniert das sehr gut in Verbindung mit Fitness und Sport.

    @Walter: Ich finde es toll, dass du deine Hilfe anbietest, um typische Gefühle der Unsicherheit zu überwinden. Einige der genannten Gründe passen auch sehr gut in das Thema „Prokrastination“.

    Und unter dem Strich kann man bei deiner Challenge nur gewinnen: Wenn nicht das Buch von Stephen King, dann wenigstens eine neue Gewohnheit – das (kontinuierliche) Schreiben!

    War das nicht so? Es braucht ca. 30 Tage, eine neue Gewohnheit auszubilden?

    Danke für den motivierenden Text 🙂

    Dennis

  • Die Herausforderung kommt bei mir genau zum rechten Zeitpunkt, deshalb mache ich einfach mal mit! Ich lege mich mal ganz vorsichtig auf 200 Wörter pro Tag fest – mir geht es aber hauptsächlich darum, dass ich tatsächlich jeden Tag etwas schreibe.

    Bei mir geht es ums Bloggen. Mein Problem ist, dass ich für drei verschiedene Blogs schreibe(n möchte), aber zwischen Arbeit und Familie nicht soo viel Zeit für den Antritt und den Fokus zur Recherche habe. Die Ideen sprudeln, nur das Planen und Recherchieren ist aufwendig. Mein persönlicher Blog ist oben verlinkt. Und so habe ich mich noch nicht richtig „warmgebloggt“. Die beiden anderen sind zum Glück Blogs, wo ich mir das Schreiben mit anderen teile und nicht so viel Druck habe.

    • Freut mich, dass du mitmachst. Ich hoffe, dass du es schaffst. Für drei Blogs zu schreiben ist natürlich hart. Schon mal überlegt sich auf einen zu konzentrieren?

      • Kein schlechter Vorschlag – ein Gedanke, der mir auch schon gekommen ist. Da ich bei den beiden anderen weder zu regelmäßigen Beiträgen noch zur Förderung des Wachstums (sozusagen) verpflichtet bin, ist es nicht so schlimm. Momentan sehe ich die beiden anderen Blogs aber auch als Zuarbeiter für den persönlichen, den ich von Null aufbaue. Wie Gastartikel Schreiben, nur besser. 🙂

  • Walter, vielen Dank!
    Deine Mail hatte mir gestern tatsächlich viel geholfen. Ich habe sogar eine neue ganze Story rd. 11000 Zeichen fertig bekommen, die anderen drei abschließend bearbeitet und eingereicht. Ich war zwar abends fix und fertig aber richtig stolz auf mich….;-)
    Nochmals DANKE!

    • Hallo Sabine. Super, dass du mitmachst. Ich bin immer wieder froh, wenn ich jemanden motivieren kann. Wo können wir denn deine Storys lesen? Hast du eine Seite? Oder ein eBook? Interessiert mich 🙂

  • Hi Walter!
    Die Aufschieberits wechselt sich auch gerne mit der Alles-Durcheinander-Macherits ab. Es gibt zu viele interessante Dinge, die manchmal um die Wette laufen wollen – gefühlt zumindest! Eigentlich wollte ich gerade ein paar vertraute Blogs besuchen und kommentieren (das kommt auch langsam etwas zu kurz), dann bin ich wieder bei einem spannenden Text hängen geblieben auf einem neuen Blog. Neue Blogideen wollte ich ebenso notieren und auf Vorlage legen, die Einleitung für ein geplantes Ebook hab ich auch auf meinem Plan und mein kleiner Sohn springt hier auch noch fleißig rum.
    Das Thema Zeit verfolgt uns alle irgendwie und tatsächlich such ich schon eine ganze Weile nach wertvollen Strukturen, wie ich mir alles am besten organisieren und einteilen kann. Arbeitest du eigentlich mit einem sogenannten „Redaktionsplan bzw. Blogplan“ oder wie organisierst du deine „Schreiberwelt“.
    Zeit zum Schreiben, Zeit für Recherche, Zeit für Bearbeitung, Zeit für Besuche anderer Blogs und Zeit für neue Ideen usw. alles vermischt sich manchmal, weil es so viele spannende Sachen gibt 🙂
    Deswegen finde ich, ist deine Challenge ein super Ansatz, um auch in mein Strukturproblem etwas Klarheit zu bringen . Ich freu mich drauf!
    Du hast es super auf den Punkt gebracht!
    Viele Grüße Maxie

    • @Maxie: Die Frage nach einem Redaktionsplan finde ich sehr spannend.

      @Walter: Erzähl doch mal ein bisschen aus dem Nähkästchen… 🙂
      – Wie hat sich der Schreibplan bei dir eingependelt?
      – Welche äußeren Einflüsse bestimmen Frequenz deiner Veröffentlichungen?
      – Hast du jemanden, der lektoriert oder einfach regelmäßig gegen liest? Oder gar nicht?

      Ist bestimmt für die anderen auch spannend zu erfahren 🙂

      Wir freuen uns auf deine Antworten!

    • Hallo Maxie. Ja das mit der Zeit ist so eine Sache (siehe vorheriger Post).
      Ich werde einen Beitrag über meine Routine machen. Ich werde einen Nähkästchen-Beitrag schreiben!

  • Ach ja, das liebe Schreiben und das liebe Aufschieben.
    Bei mir geht leider beides Hand-in-Hand. Oft nehme ich mir vor „ach komm, heute Abend setzt Du Dich noch mal an den Artikel oder die Rezension oder das Posting oder die Idee oder das Interview“ und am Ende liege ich faul auf meiner Couch, habe vielleicht ein Buch in der Hand, viel öfter aber eine DVD laufen, die mich von allem ablenkt. Vor allem von der Zeit, die davon rennt.

    Auszeiten sind wichtig. Aber jeden Abend? Wirklich? Ist mein (Berufs-)Leben tatsächlich so anstrengend, dass ich es nicht schaffe, abends noch mal ein, zwei Stündchen den Arsch hochzukriegen? An manchen Tagen schon. Da brauche ich dann mein Faulsein, um wieder runterzukommen. An anderen bin ich einfach nur zu bequem, etwas anders zu machen und aus dem Faulsein-Trott auszubrechen.

    Das Problem ist, dass ich unter Druck nicht arbeiten kann. Jedenfalls nicht effektiv und schon gar nicht so, dass es mich zufrieden stellt. Man merkt meinen Texten an, dass ich sie unter Zwang geschrieben habe. Bilde ich mir zumindest ein. Ob das stimmt, weiß ich natürlich nicht, das ist eine ziemlich einseitige Ansicht. Deshalb sträube ich mich allerdings meistens mit Händen und Füßen gegen solche Challenges, bei denen man eine bestimmte Anzahl von Worten in einer bestimmten Zeitspanne schreiben muss.

    Für mich habe ich die Lösung in einer speziellen Blogger-Gruppe gefunden – dort gibt es „nur“ die Regel, mindestens einmal wöchentlich etwas auf die Seite zu stellen. Und das ist im Normalfall kein Problem. Falls es doch mal nicht klappt, zahlt man eine „Strafe“ von einem Euro, die jedes Jahr zur Frankfurter Buchmesse einem guten Zweck gespendet wird.

    Aber jetzt bin ich vom Thema abgewichen. Jeden Tag schreiben – nehme ich mir jeden Tag vor. Klappt nur selten, obwohl mein Kopf vor Ideen fast platzen will. Daher werde ich mal schauen, ob ich bei dieser Challenge nicht doch auch unter Druck effektiv und zufriedenstellend arbeiten kann. Und da meine Artikel in der Regel immer so um die 500 Worte haben, ist genau das mein tägliches Ziel. Egal, ob das Ding dann online geht oder nicht.

    Zählt der Kommentar eigentlich auch schon für die Challenge? Dann brauche ich jetzt nämlich für heute nur noch 117 Wörter 😀

    Lieben Dank für die Motivationsspritze. Ich hoffe, sie schlägt bald an!

  • Also, motivieren ist ja schön und gut. Aber sind wir doch mal ehrlich. Dinge die wir gerne tun, die uns spass und energie bringen, an denen wir uns erfreuen – machen wir wie von selbst. Wir nehmen uns Zeit wofür wir brennen. Dann braucht man keinen Anstoss dafür. Doch wann kőnnen wir dies schon in unserem Leben behaupten. Denkt nach… jeder kennt es, jeder hat schon mal was mit leidenschaft gemacht….vielleicht ist es lang her bei einigen…bei einigen vielleicht auch nicht…Wenn man wirkliches Interesse hat und mit Herzblut dabei ist – dann ist man selbst sein Motivator. Dann weiss man, das ist das was ich tun will..dann tut man es in jeder freien Minute, die man dafür nutzen kann. Und lieg nicht auf dem Sofa. Wenn doch, dann brennt man nicht mehr dafür. Beobachtet Kinder , die machen es vor. Wenn sie was
    gefunden haben, was ihnen spass macht dann leben sie es in dem Moment
    und gehen darin vollkommen auf. Wir alle kennen dies Gefühl. Heute haben
    wir wahrhaftig weniger Zeit….aber es bleibt immer noch unsere Wahl , wie wir unsere freie Zeit einteilen. Und der Motivator ist unser FEUER. Ohne zu brennen …dann hadere ich mit meinem Gewissen. Ich műsste mal wieder was machen…..aber ich bin doch zu műde, oder muss mich noch erholen…oder habe űberhaupt keine Zeit…..die Ausreden kennt doch jeder..Wer hat sie noch nicht angewandt.

  • Hallo,

    das ist eine grandiose wunderbare Idee! Leider habe ich einen Monat zu spät diesen Post gelesen. Wie ist denn das Projekt gelaufen, ich kann mir vorstellen, dass jeden Tag Rechenschaft ablegen schon super hilft, eigene Ziele und Schreibvorhaben einzuhalten. So findet man Buddies im Kampf gegen Prokrastination. Tolle Challenge!

  • Ja, die Sache mit den tausend Ideen und keiner Umsetzung. Gut zu wissen, dass man mit dieser Plage nicht alleine ist. Was mir persönlich hilft, ist das Führen eines Ideen-Katalogs. Das ist ein Notizbuch, das ich immer bei mir habe und in dass ich Ideen sofort aufschreibe, wenn sie mir durch den Kopf gehen. Dann kann ich sie nämlich vorerst „vergessen“, ich weiß ja, wo sie ist. Das bedrückende Gefühl verschwindet und brauche ich mal Inspiration, dann lese ich mir meine vergangenen Ideen durch.

    Und die Umsetzung? Ja, das ist dann eine andere Geschichte…

    Liebe Grüße
    Jonas

    PS: Danke für deine kostenlose Schreibeinführung, die jeder Newsletter-Abonennt bekommt. Wirklich locker geschrieben, aber hilfreich!

  • Hallo Walter,

    bin erst seit gestern bei Deinem Newsletter dabei und gleich mal über dieses Posting hier gestolpert. Wird es so eine Challenge in absehbarer Zeit nochmal geben?

    Ansonsten: Sehr brauchbares und gut geschriebenes Statement. Danke dafür!

    Liebe Grüße
    Martina

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