März 20

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Die wichtigste Bedingung für Kreativität – und wie man sie sich schafft

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Was brauchst du, um kreativ zu sein?

Du steckst fest? Keine Ideen? Deine Texte werden nicht fertig und deine Wortwahl bleibt langweilig?

Vielleicht liegt es daran, dass dir die wichtigste Eigenschaft für ein kreatives Leben fehlt. Diese Bedingung ist unumgänglich:

Chaos um dich herum, ergibt Chaos in deinem Kopf. Ein unaufgeräumtes Zimmer belastet dich – auch wenn du es nicht merkst.

Unbewusst drücken die Jacke auf dem Stuhl und das schmutzige Geschirr auf dich. Ein blockiertes Zimmer verursacht blockierte Ideen. (Schreibblockade? Hier wird dir geholfen)

Und deshalb ist die wichtigste Voraussetzung für Kreativität Freiraum.

Freiraum.

Diesen künstlerischen Freiraum kann man sich selber schaffen:

1) Ordnung

Ich arbeite nur an einem aufgeräumten Schreibtisch. Ich schreibe nur in einer ordentlichen Umgebung. Denn ich weiß, dass mein Verstand unbewusst die ganzen Dinge noch im Hinterkopf verarbeitet. Ich will nicht von der herumliegenden Socke abgelenkt werden. Doch das Aufräumen sollte keine Ausrede sein, um sich vor dem Schreiben zu drücken.

2) Drucklos

Ich schreibe die schlechtesten Texte, wenn Menschen von mir etwas Grandioses erwarten. Diese Erwartungen und dieser Druck blockieren die guten und zwanglosen Ideen, die sonst in meinen Kopf kommen. Überarbeite deine Texte in Ruhe. Fang nochmal neu an. Und vergiss den Druck. Die Erwartungen anderer solltest du ausblenden, wenn du an deinem Text arbeitest.

Während des Schreibens bist du allein mit dem Blatt. Sorge für Intimität zwischen dir und deinem Text. Was geht er die anderen an?

3) Zeit

Zeitdruck bewirkt das Gleiche wie emotionaler Druck: Man schreibt grottig.

Kunst ist zu 99 Prozent Ausdauer und Geduld – und zu einem Prozent Talent. Michaelangelo hätte die sixtinische Kapelle auch in 3 Stunden bemalen können (mit einem Eimer weißer Farbe und einem Farbroller). Doch er ließ sich Zeit. Viel Zeit. Und war nach sechs Jahren fertig. Lass dir deshalb Zeit mit deinen Texten.

Übrigens: Den Blogartikel habe ich genau dort geschrieben, wo das obige Foto gemacht wurde: Auf einer Bank an der Rheinpromenade in Düsseldorf.

4) Sorgenfrei

Damals war ich ein riesiger Fan von To-Do-Listen. Heute hasse ich sie. Ich hasse es, wenn ein Zettel auf meinem Tisch liegt und mich ständig anschreit:„Du musst noch dies und das erledigen.“

Doch wenn ich keine Liste erstelle, dann geistert die Aufgabe ungebändigt durch meinen Kopf und lässt mich nicht klar denken. Was tun mit diesem Dilemma?

Abschalten.

Ich muss sterben, sonst nichts. Seitdem ich das verstanden hab, kann ich einfacher abschalten, Aufgaben verschieben und mich auf das konzentrieren, was mir wichtig ist.

Ein altes russisches Sprichwort: „Die Arbeit ist kein Wolf, sie läuft dir schon nicht in den Wald davon.“

5) Freigeist

Gewohnheiten haben etwas gutes an sich. Doch es gibt eine schreckliche Gewohnheit, die jegliche Kreativität zerstört: Alles immer auf die selbe Art zu erledigen. „Das hat bisher immer geklappt“ oder „Das haben wir schon immer so gemacht“ sind die Feinde guter und neuer Ideen.

Vergiss alte Denkmuster, vergiss die abgedroschenen Redewendungen („fieberhaft suchen“, „Vorbereitungen laufen auf Hochtouren“) und wage einen komplett neuen Ansatz. Meist braucht man dafür nicht viel Phantasie, sondern Mut.

Die Quintessenz:

Deine Freiheit musst du dir nehmen. Niemand wird sie dir geben. Befreie dich von Balast, Sorgen, Druck und Zeitnot. Dann wirst du sehen, wie dein Leben als Schreiber in ungeahnte Welten vorstößt.

Nun zu dir:

Erzähl mir von deiner Reise in die Freiheit. Wo fehlt es dir an Freiraum, wo hast du dich schon befreit?

Teile uns deine Erfahrungen doch bitte als Kommentar unten mit.

Autor: Walter Epp

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  • Hallo,
    so schön deine Aufzählung auch klingt, sie funktioniert nur für Hobby-Schreiber. Wenn man bezahlter Weise schreibt, gibt es nun mal so etwas wie Abgabetermine. Die muss man einhalten. Ob es einem nun gerade in den Kram passt oder nicht. und wer nicht gerade von Beruf Sohn oder Tochter ist, muss sich auch nach den Kundenwünschen richten.
    Viele Grüße
    Ann-Bettina

    • @ Ann Bettina:
      Danke für deine Meinung.
      Also, ich habe auch Kunden und Abgabetermine. Und auch da versuche ich immer: Ordnung zu halten, sich Zeit zu lassen (früher aufstehen, um diese zu haben), den emotionalen Druck auszublenden und nicht vom Alltag belastet zu werden. Alle Ablenkungen abschalten und Freiraum schaffen: Erst dann fange ich an zu schreiben.
      Ich verstehe aber natürlich deinen Einwand, dass man sich nicht alle Zeit der Welt lassen kann, wenn der Kunde wartet 😉

  • Hi Walter, das sind im Kern gute Ansätze, aber für mich noch zu wenig praxisorientiert – Prioritäten setzen und das Unwichtige vom Dringenden trennen, gelassen an die Dinge herangehen, auch wenn die Zeit drängt, Unerledigtes nicht hassen, sondern auf die Liste des nächsten Tages, der nächsten Woche verlegen. Die Kunst ist wohl das was zu erledigen ist in der gesetzten Frist zu schaffen, ohne aus dem Atem zu kommen. D.h. zum Beispiel sich nicht mit übergroßem Perfektionsdrang von vornherein selbst in die Pflicht zu nehmen, sondern, wenn möglich, eine mehr spielerische Haltung an den Tag zu legen. Das geht auch bei Zeitdruck, wenn auch nur mit Übung und längerer Berufspraxis. Aber da geb ich Ann-Bettina recht: Termine sind Termine. Allerdings hab ich schon oft erlebt, dass von Auftraggeberseite enorm viel Zeitdruck gemacht wird, dann aber die abgelieferten Leistungen doch eine Zeitlang liegen und die Abstimmung sich verzögert und verzögert. Also – immer erst mal nachfragen, wie dringend und eilig es wirklich ist. Und dann ein Projekt danach eintakten oder in kleine Dosen aufteilen. Das versteht auch der Auftraggeber und man selbst verschafft sich Freiraum. Wir sind als Dienstleister keine Sklaven, wir haben Spielraum – den müssen wir uns aber selbst schaffen, auch mental und psychisch. LG, Jo G.

    • @ Sigrid:
      Danke für deinen Tipp. Meine Erfahrung ist auch, dass die meisten Dinge nicht so dringend sind, wie sie von anderen dargestellt werden.
      Und klar: Termine sind Termine. Die halte ich auch ein 😉 Trotzdem nehme ich mir meinen Freiraum 😀

  • Guten tag Walter,

    wie viel Freiraum braucht der Autor? Das sistier die Frage. Freiheit von und Freiheit zu, sind die beiden Freiheitsfaktoren, die Manés Sperre unterschieden hat. Ud recht hat er. Und auch, was du schreibst, stimmt. Allerdings ist das Empfinden für die Freiheit sehr unterschiedlich und zwar von Autor zu Autor aber auch von Schreibsituation zu Schreibsituation. Es gibt z. B. Tage, an denen es mir so was von gleichgültig ist, ob aufgeräumt ist oder nicht. Und es gibt Schreibphasen, in denen ich ganz frei von dem Gedanken daran bi, was Leser denken oder denken könnten. Aufmerksamkeit für die Freiräume ist meiner Meinung nach immer wieder auf neue Art und Weise wichtig!

    Liebe Grüße

    Christiane (Texthase Online)

  • Wahrscheinlich st alles was Ihr da geschrieben habt richtig. Aber was fehlt ist der Begriff „“Gelassenheit“ . Und das ist eine Chraktersache….oder eine Sache der Umstände. Ich lebe 11 von 12 Monate in Afrika……mit 50% Stromausfall…..und 50% Netzausfall wenn ich Strom habe. Klar: Papier und Stift hilft Gedanken – wie wichtig sie sind wird sich später erweisen – festzuhalten. Aber ich habe gelernt dazu habe ich 2 Jahre gebraucht – dies gelassen zu nehmen.. Auch bei Termindruck. Morgen ist auch ein Tag. Und die Nacht gibt’s auch. Und bis jetzt ist immer noch alles termingerecht fertig geworden. Dazu eine wichtige Voraussetzung für mich ; meine eigene Produktionsleistung zu kennen. Zu viel essen verdirbt den Magen bevor es verdaut ist

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